Haspa verschiebt Einführung Start der Sparkassen-App Yomo verzögert sich

Die Banking-App Yomo sollte die Antwort der Sparkassen auf die Konkurrenz durch Fintechs sein. Doch die Haspa verschiebt die Einführung.
Update: 21.02.2018 - 11:36 Uhr Kommentieren
Haspa verschiebt Einführung: Sparkassen-App Yomo verzögert sich Quelle: dpa
Hamburger Sparkasse

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) ist die größte Sparkasse des Landes.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMit Yomo wollte die Sparkasse ihren jungen Kunden eigentlich die Möglichkeit bieten, ein Konto nur auf dem Smartphone zu eröffnen und zu führen. Doch bevor die neue „Mobile Bank“-Initiative überhaupt richtig gestartet ist, verschiebt sich bei der Haspa – der größten Sparkasse des Landes – das Projekt. Das Fachportal Finanz-Szene hatte berichtet, dass sich die Haspa, zumindest vorübergehend, aus dem Projekt zurückziehe.

Ein Haspa-Sprecher verwies aber auf Umstellungen der IT-Systeme. „Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, ein mobiles Konto für die junge Zielgruppe erst nach der Umstellung ab Mitte 2019 anzubieten.“

Ob dieses mobile Konto dann auch Yomo sein wird, scheint bis jetzt noch unklar zu sein. Laut Finanz-Szene ist die Hamburger Sparkasse an weiteren App-Projekten beteiligt. Möglich sei, dass aus diesen eine komplette neue Anwendung entstehe.

Neben der Haspa droht dem Portal zufolge auch die Bremer Sparkasse aus dem Yomo-Projekt auszusteigen. Eine Sprechern des Geldhauses äußerte sich dazu gegenüber Finanz-Szene ebenso wenig wie ein Sprecher von Yomo.

Die App wurde ursprünglich von zehn großen Sparkassen finanziert. Weitere Sparkassen können sie ebenfalls erwerben und ihren Kunden anbieten, wenn sie eine Lizenz besitzen. Doch die Nachfrage war anfangs geringer als erhofft. Yomo ist ein Versuch der Sparkassen, der verhindern soll, dass junge Kunden zu anderen Banken abwandern.

Auch bei dem zweiten großen Gemeinschaftsprojekt läuft es nicht rund: Der schwächelnde Bezahldienst Paydirekt der deutschen Banken und Sparkassen tauschte bereits im Dezember seine Führungsspitze aus. Seitdem sitzt dort der 47-jährige Wirtschaftsinformatiker Christian von Hammel-Bonten auf dem Chefsessel.

Die deutschen Banken, Sparkassen und Genossenschaftsinstitute hatten Paydirekt im Herbst 2015 gegründet, um dem US-Konkurrenten Paypal im wachsenden Online-Handel entgegenzutreten und ihre Kundenbeziehungen zu schützen. Doch der Bezahldienst kam nur langsam in Fahrt.

Zuletzt blieb der Abstand auf Paypal groß. So hat Paydirekt zwar die Nutzerzahlen seit Jahresbeginn um 80 Prozent gesteigert und jüngst den Versandhändler Otto gewonnen, verzeichnet auf seiner Plattform aber erst rund 20 Prozent der wichtigsten Online-Händler in Deutschland. Mit 1,6 Millionen Kunden liegt Paydirekt zudem weit hinter Paypal zurück mit fast 19 Millionen Nutzern hierzulande.

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