Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Heinrich Haasis im Gespräch Sparkassen proben den Aufstand

Der Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis will, dass die neuen Eigenkapitalrichtlinien nicht für kleine und mittlere Banken gelten. Man solle sich an den USA orientieren: Dort gelten die Regeln nur für Großbanken.
2 Kommentare
Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, fordert, dass die neuen Eigenkapitalrichtlinien nicht für kleine und mittlere Banken gelten sollten. Quelle: dpa

Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, fordert, dass die neuen Eigenkapitalrichtlinien nicht für kleine und mittlere Banken gelten sollten.

(Foto: dpa)

Berlin, FrankfurtDie deutschen Sparkassen haben ihre Meinung zu den härteren Eigenkapitalanforderungen nach Basel III überraschend geändert. "Die neuen Eigenkapitalrichtlinien sollten für kleine und mittlere Institute wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken nicht gelten", sagte Heinrich Haasis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), im Gespräch mit dem Handelsblatt.

"Wir können unseren Kunden nicht erklären, warum wir für Mittelstandskredite künftig 30 Prozent mehr Eigenkapital vorhalten müssen, sich damit die Kreditkosten verteuern, obwohl das Mittelstandskreditgeschäft nicht die Ursache für die Finanzmarktkrise war." Stattdessen sollte man sich am Beispiel der USA orientieren, sagte Haasis; dort würde Basel III nur für international tätige Großbanken gelten.

Ende 2010 hatten sich die Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auf das Reformwerk Basel III geeinigt; die neuen Anforderungen an die Banken sollen künftig dazu führen, dass die Finanzbranche besser auf Krisen vorbereitet ist. Das Regelwerk beruhte auf Vorarbeiten der Bankenaufseher, die im Kern härtere Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften vorsehen. Am 20. Juli hat die EU-Kommission einen Vorschlag gemacht, Basel III für die EU-Staaten per Verordnung umzusetzen. Die europäische Bankenaufsichtsbehörde Eba soll bei der Umsetzung eine wichtige Rolle spielen. Das EU-Parlament will sich im Herbst mit dem Vorhaben beschäftigen.

"Wollen keine Wettbewerbsvorteile" Haasis' Widerstand ist neu. Bisher haben sich die Sparkassen zurückgehalten mit Kritik an den neuen Eigenkapitalregeln. Denn die Institute sind davon ausgegangen, dass die nationalen Gesetzgeber die besonderen Bedingungen von kleinen und mittleren Kreditinstituten bei der nationalen Umsetzung angemessen berücksichtigen können.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Eine neue Geschäftsgrundlage
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

2 Kommentare zu "Heinrich Haasis im Gespräch: Sparkassen proben den Aufstand"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • es steht sogar ausdrücklich in der SolvV drin, dass Staatsanleihen des Euro-Raums mit 0 zu gewichten sind, das nenne ich mal Gesetzgebung in eingener Sache, aber mittlerweile habe auch die Banken eingesehen das die EZB die PIGS noch viel besser finanzieren kann

  • Es ist schon eigenartig, dass die Eigenkapitaldeckung nicht für Staatsanleihen gilt, obwohl dort derzeit die größten Risiken lauern. Damit werden Kredite an produzierende Unternehmen unnötig verteuert und Staatsanleihen subventioniert!