Herabstufung Ratingschock verdüstert den Ausblick für Banken

Das bisher Undenkbare ist denkbar geworden: Deutschland könnte die Top-Bonität verlieren. Jetzt könnten auch die Banken der europäischen Kernländer in den Teufelskreis von Misstrauen und Kapitalbedarf geraten.
32 Kommentare

Frankfurt„Das hat uns gerade noch gefehlt.“ Ein Top-Banker eines großen deutschen Geldhauses bringt die Sorgen der Branche kurz vor Jahresende auf den Punkt. Die angedrohte Herabstufung Deutschlands und weiterer Euro-Länder kann die ohnehin schwierige Geldbeschaffung der Geldinstitute an den Märkten zu einer noch größeren Herkulesaufgabe machen. Investoren merken, dass sich selbst Staaten mit der Spitzennote „AAA“ den Folgen der Schuldenkrise nicht mehr entziehen können - und damit wächst das Misstrauen auch gegenüber den Banken aus diesen Ländern. Denn die Institute halten traditionell viele Bonds aus ihren Heimatländern in der so genannten Liquiditätsreserve, sprich ihr Schicksal ist eng mit dem des Staates verknüpft.

Fondsmanager und andere Experten sind sich einig: Sollte Deutschland tatsächlich seine Top-Bewertung von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) verlieren, wird für die hiesigen Institute die Refinanzierung noch teurer. Solange die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone allerdings weiter zu den bonitätsstärksten Euro-Ländern zählt, werden sich die Folgen in Grenzen halten. „Ein Einäugiger sieht immer noch mehr als ein Blinder und kann so zumindest verhindern, gegen die Wand zu fahren“, beschreibt ein Banker die aktuelle Lage der Institute in der Euro-Zone. Insgesamt prüft S&P die Herabstufung von 15 Euro-Staaten. Damit setzen die Bonitätswächter die EU-Staats- und Regierungschefs unter Handlungsdruck, die am Freitag über einschneidende Sparmaßnahmen entscheiden wollen.

„Die deutschen Banken haben bislang vom „AAA-Rating und der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands profitiert“, sagt Oliver Flade, Finanzanalyst beim Vermögensverwalter Allianz Global Investors. „Sollte es nun zu einer Herabstufung der Bundesrepublik kommen, werden die deutschen Banken von zwei Seiten in die Zange genommen.“

Einerseits dürften die Refinanzierungskosten steigen. Andererseits schrumpften Buchgewinne auf die deutschen Bundesanleihen, deren Kurse in der Finanzkrise in die Höhe geschnellt sind. Damit konnten die Banken bislang Verluste bei Anleihen aus den Krisenländern zumindest zum Teil kompensieren. „Das könnte in letzter Konsequenz dazu führen, dass die deutschen Banken bei künftigen Stresstests schlechter abschneiden und womöglich einen noch höheren Kapitalbedarf haben“, warnt Flade. Bislang liegt die Kapitallücke bei rund zehn Milliarden Euro - die Hälfte davon braucht Finanzkreisen zufolge die Commerzbank.

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Herabstufung - Ratingschock verdüstert den Ausblick für Banken

32 Kommentare zu "Herabstufung: Ratingschock verdüstert den Ausblick für Banken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • >> enn IHR eueren Job verliert

    Ui blöd: Wenn _die_ ihren Job verlieren, janem die ganzen Schwätzer hier ihren einen Monat früher verloren ...

  • Aus diesem Grunde ein frohes Fest an UNSER Handesblatt Team!

    Wir wissen das wenn IHR eueren Job verliert gibt es keinen mehr der BERICHTET!

    Frohes 2012

    http://www.youtube.com/watch?v=S5VPDaf8IKY&list=FLFgl5X7Kdvp437uTTf499rw&index=10&feature=plpp_video

    http://filetram.com/download/4shared/audio/8425826013/milva-die-gedanken-sind-frei-mp3

  • An dieser Stelle erst mal ein LOB and das Handelsbalatt Online. Unabhängig der Berichterstattung eines der freiesten Medien überhaupt!

    Danke!

  • Es würde der Qulaität des Handelsblatts sicher mal gut tun, wenn es diese Art von Nachrichten nicht immer sttändig als oberwichtig darstellen und daraus nicht immer gleich ein Krisenszenario kreieren würde

  • @Lesen_statt_Amteurhermeneutik

    Das Problem: So funktionieren nun einmal hermetische Weltbilder oder Verschwörungstheorien - man weiss einfach schon vorher, daß man nachher "Recht hat". Das ist das feine an der Sache, man ist blöd, es gelingt einem unter Zuhilfenahme solcher fixen Ideen, sich selbst wenigstens nicht blöd vorzukommen.

    Wenn sich diese Art menschlicher Dummehit zusammenrottet, wie etwa hier in den Kommentaren unserer EuroNeurotischen Freunde, gewinnen sie schnell den Eindruck, sie seien "DIE MEHRHEIT" - ergo, wir ahnen es, "IM RECHT!".

    Das blöde an der Sache: Andrere, zumal die, die diese Krise gerade meistern müssen, sind nicht (naja, ganz) so blöd, wie der hier tobende Mob, weshalb er sich ja auch alle Mühe gibt jeden und alles für blöd zu erklären.

    Das soziale Verhalten einer Herde dummer Rinder, die in Panik gerät, zu beobachten ist schon extrem witzig ...

    Ach ja: Wir haben heute einen Plaeten entdeckt, auf dem Bedingungen wie auf der Erde herrschen ... Die täglichen Panikstandsmeldungen gehen mir angesichts dieser Nachricht ziemlich sonstwo vorbei. Wobei: das Licht brauchte 600 Jahre bis hierher.

    Wenn dort also der hier randalierende Mob die Macht an sich gerissen hat, könnte es sein, daß es dort kein Leben mehr gibt ...

  • Genau so ist es ...Aber der große Bruder schafft es immer noch, dass der kleine Bruder Europa zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist um die wahren Systemfehler zu erkennen. Er sucht die Schuld bei sich alleine!
    Ganz einfache aber immer noch sehr wirkungsvolle Psychologie...Das eigenen Versagen auf andere zu schieben!

  • @Werner: 30% Abwertung des USD zu welcher Währung, oder zu welchem Währungskorb? Bisher sehe ich keine Marktbewegung in diese Richtung, da auch wegen der europäischen Staatsschuldenkrise die internationalen Investoren eher in den USD gehen, siehe Rendite der US-Anleihen...

  • @PeterScholz: Es ist richtig, dass die Aktiva der GB-Banken US-Staatsanleihenlastig sind. Aber das Ausfallrisiko der US-Banken in GR ist in Realtion zu den "Level3Assets" und anderer Probleme dort m.E. nicht das Problem, oder? Zudem hat ISDA mal fix festgestellt, das der Haircut in GR kein Kreditereignis ist, womit die CDS nicht zum payout kommen, was m.E. ein Witz ist.

  • "Das zweite Halbjahr 2011 ist nun beinahe vorbei und 15.000 Milliarden Scheinvermögen haben sich seit Juli in Luft aufgelöst, wie wir es in der 56. Ausgabe des GEAB (GEAB N°56 ) vorhergesagt hatten. Und nach unserer Auffassung wird sich dieser Prozess das folgende Jahr im gleichen Rhythmus fortsetzen. Wir gehen davon aus, dass mit dem griechischen Schuldenschnitt von 50% die umfassende weltweite Krise in eine neue Phase eintritt; nämlich in die Phase, in der alle Anleihen der westlichen Staaten wertberichtigt werden. Als Folge davon wird der bisher globale Finanzmarkt regional zerfallen. Wir sagen voraus, dass 2012 im Durchschnitt alle Staatsanleihen der westlichen Staaten um 30% wertberichtigt werden müssen (1). Entsprechend werden die Aktiva der Bilanzen der globalen Finanzinstitute geringer zu bewerten sein.

    Wir gehen also davon aus, dass bis Anfang 2013 30.000 Milliarden USD Scheinvermögen abgeschrieben sein werden (2). Weiterhin gehen wir davon aus, dass sich im Lauf des Jahres 2012 der Prozess der Fragmentierung des globalen Finanzmarkts (3) beschleunigen wird; er wird in drei Zonen zerfallen, nämlich jeweils eine Dollar-, Euro- und Yuan- Zone. Die drei Zonen werden sich immer stärker voneinander abgrenzen und unabhängiger werden. Diese beiden Phänomene (Wertberichtigung/Fragmentierung) stehen zueinander in einer sich verstärkenden Wechselwirkung. Gemeinsam werden sie die Ursachen dafür sein, dass die US-Währung 2012 30% ihres Wertes verlieren wird (4), wie wir in der April- Ausgaben (GEAB N°54 ) vor dem Hintergrund einer nachlassenden Nachfrage nach Dollar und einer Verschärfung der US- Staatschuldenkrise vorhersagten. Ende 2011 wird, wie vorhergesehen, der Zündsatz der europäischen Schulden die US-Schuldenbombe zur Explosion bringen."

    http://www.leap2020.eu/Deutsch_r27.html

  • @deltaone, das müssen Sie vernetzt sehen, denn GB hält fast eine Billion US-Anleihen und die USA/US-Banken haben ihrerseits GR gestützt.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%