Hilfen für Finanzbranche Geldinstitute hängen am Dauertropf

Fünf Billionen Euro an Hilfen waren in der EU in den Jahren 2008 bis 2011 für Finanzinstitute genehmigt worden. Nicht alle wurden in Anspruch genommen – aber auch der deutsche Rettungsfonds ist noch mit Milliarden aktiv.
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Ein Logo der Commerzbank während eines Gebäude-Abrisses. Quelle: dpa

Ein Logo der Commerzbank während eines Gebäude-Abrisses.

(Foto: dpa)

Frankfurt/BrüsselDer Bankenrettungsfonds Soffin hat vier Jahre nach seiner Gründung noch Milliarden in der deutschen Finanzbranche im Feuer. Auf 22,9 Milliarden Euro summierten sich die aus Steuergeldern finanzierten Hilfen Ende November, wie die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) auf ihrer Internetseite mitteilt.

Der Großteil sind Eigenkapitalhilfen etwa für Hypo Real Estate (HRE) und Commerzbank. Wegen der unruhigen Märkte verlängerte der Bund das Angebot bis Ende 2014. Neue Hilfsanträge gingen nach FMSA-Angaben bisher nicht ein. Soffin-Chef Christopher Pleister stimmte die Steuerzahler bereits auf Einbußen ein.

Die krisengeschüttelte Mittelstandsbank IKB hatte Mitte Dezember, mehr als fünf Jahre nach ihrer dramatischen Schieflage, die den zuletzt noch genutzten Bundesgarantien von 350 Millionen Euro an den Bankenrettungsfonds Soffin zurückgegeben. Eine garantiere Anleihe sei vorzeitig getilgt worden, teilte das Institut mit. Die Bank nutzte seit Dezember 2008 zeitweise bis zu zehn Milliarden Euro Garantien bei ihrer Refinanzierung. Die IKB zahlte Garantiegebühren an den Soffin von insgesamt rund 343 Millionen Euro.

Der Finanzsektor der Europäischen Union hat vom Beginn der Finanzkrise im Oktober 2008 bis Dezember 2011 staatliche Hilfen in Höhe von 1,6 Billionen Euro erhalten. Diese Summe entspreche 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU, hieß es in einem vergangene Woche veröffentlichten Bericht der EU-Kommission. Beim überwiegenden Teil (67 Prozent) handelte es sich demnach um staatliche Garantien für die Bankenfinanzierung. Insgesamt genehmigt worden waren von der Kommission für Finanzinstitute Beihilfen in Höhe von fünf Billionen Euro oder 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

 
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4 Kommentare zu "Hilfen für Finanzbranche: Geldinstitute hängen am Dauertropf"

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  • "haengen-am-dauertropf" ist wohl eher ein Euphemismus für:
    "Die rauben den armen Steuerzahler aus", denn diese Vermögenstransfers sind gesetzlich nirgendswo legitimiert.
    Warum laufen die Verantwortlichen eigentlich immer noch frei herum?

  • Die Commerzbank schuldet dem Steuerzahler (der Soffin) schon mehrere Jahre Zinsen für das zur Verfügung gestellte Kapital von pro Jahr 1,5 Mrd. Euro. Die Bank müsste abgewicklet werden!!!

  • Den Wert, 300 Milliarden Euro bei der Aareal Bank glaube ich nicht.

  • Ein perfekter Zeitpunkt für Herrn Rösler über weitere Privatisierung von Unternehmen in Staatshand nachzudenken.
    Würde der Staat sich jetzt aus den Banken zurückziehen und diese zwingen
    normal zu bilanzieren, würden alle grossen Banken gezwungen sein Insolvenz anzumelden. Das regelt der Markt?
    An Dummheit nicht zu überbieten.

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