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Hintergrund der Ermittlungen gegen Müller unklar Commerzbank unter Druck

Die drittgrößte deutsche Bank kommt derzeit einfach nicht zur Ruhe. Nach dem Wirbel um vermeintliche „Luxusboni“ für Betriebsräte und Übernahmegerüchten hat nun der Verdacht der Geldwäsche die Spitze der Commerzbank erreicht.
In der Geldwäsche-Affäre wird auch gegen Bank-Chef Klaus-Peter Müller ermittelt. Foto: dpa

In der Geldwäsche-Affäre wird auch gegen Bank-Chef Klaus-Peter Müller ermittelt. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft will nach der Ausweitung ihrer Ermittlungen in der Geldwäsche-Affäre auf Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller vorerst allerdings keine Details nennen. „Wir ermitteln, und das ist ein laufendes Verfahren“, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag. Gegen Müller bestehe ein Anfangsverdacht, in die Affäre um Geldwäsche im Zusammenhang mit der Privatisierung von russischen Telekommunikationsfirmen verwickelt zu sein.

Hinweise in sichergestellten Unterlagen hätten zur Ausweitung der Ermittlungen auf Müller geführt, der bis 1999 für das Mittel- und Osteuropageschäft von Deutschlands drittgrößter börsennotierter Bank verantwortlich war. Eine mit der Situation vertraute Person sagte, die Ausweitung der Ermittlungen auf den Vorstandssprecher sei keineswegs nur eine Folge seiner früheren Zuständigkeit. Die Commerzbank selber war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am Wochenende hatte die Commerzbank bestätigt, dass sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nun auch gegen Müller richten. Über die Affäre war Mitte Juli bereits Personalvorstand Andreas de Maizière gestolpert. Es geht dabei um die Rolle der Bank bei der Privatisierung russischer Telekommunikationsfirmen in den 90er Jahren. Mit Hilfe der Luxemburger Tarnfirma First National Holding (FNH) sollen mindestens 170 Mill. Dollar Schwarzgeld gewaschen worden sein. An der Gesellschaft hielt die Commerzbank zeitweise treuhänderisch die Mehrheit. Müller, der auch Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ist, hatte am Wochenende erklärt, er sei sich keiner Verfehlungen bewusst und halte sich weiter für voll handlungsfähig.

Mit einem baldigen Abschluss ihrer Ermittlungen rechnet die Staatsanwaltschaft nicht. „Das ist ein langwieriger Prozess“, sagte die Sprecherin. „Wir haben noch jede Menge Ermittlungen ausstehen - auch im Ausland.“ Mittlerweile gebe es insgesamt neun Beschuldigte, darunter sieben aktive oder ehemalige Commerzbank-Mitarbeiter. Offen sei, ob weitere Personen hinzu kämen. Die Zusammenarbeit mit der Commerzbank bezeichnete die Sprecherin als gut, es gebe keine Schwierigkeiten.

Die Commerzbank hatte am Wochenende erklärt, sie habe für die Ausweitung der Ermittlungen auf Müller kein Verständnis und gehe von seiner „vollständigen Entlastung“. Dazu werde auch eine seit Monaten laufende Prüfung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beitragen.

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