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Hitzewelle Versicherungsbranche rechnet mit Milliardenschäden durch Dürre

Die diesjährige Dürre könnte bei den Landwirten zu Schäden in Höhe von zwei Milliarden Euro führen. Die EU berät über finanzielle Hilfen.
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Experten rechnen damit, dass die Dürre Schäden in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro verursacht. Quelle: dpa
Dürre

Experten rechnen damit, dass die Dürre Schäden in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro verursacht.

(Foto: dpa)

Berlin/BrüsselDie Dürre wird bei den Landwirten in Deutschland nach Schätzungen der Versicherungsbranche Schäden von mindestens zwei Milliarden Euro anrichten. Das sei „ein krasser Ausreißer nach oben“, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin mit.

Im Schnitt der vergangenen 25 Jahre hätten Wetterrisiken - Sturm, Hagel, Trockenheit und Überschwemmungen - jährliche Ernteausfälle von gut 500 Millionen Euro verursacht. Einen ähnlich hohen Schaden mit fast zwei Milliarden Euro habe es zuletzt 2003 gegeben. Damals herrschte ebenfalls eine erhebliche Trockenheit.

GDV-Landwirtschaftsexperte Rainer Langner erläuterte, dass sich Bauern zwar gegen Dürreschäden versichern könnten. „Nur sind die Prämien und Selbstbehalt tatsächlich so hoch, dass sich diesen Versicherungsschutz im Augenblick kaum ein Landwirt leisten kann.

Hintergrund sei, dass Trockenheit zwar nicht häufig und regelmäßig vorkomme. Wenn doch, seien aber meist mehrere Regionen betroffen und der Schaden sei entsprechend groß. Hagelschäden gebe es häufiger, sie seien aber auch stärker regional begrenzt. Daher seien fünf Millionen Hektar Ackerflächen gegen Hagel versichert, aber nur rund 5000 Hektar gegen Dürreschäden.

Unterdessen hat die EU-Kommission den Bauern in Europa finanzielle Erleichterungen in Aussicht gestellt. Landwirte könnten ihnen zustehende EU-Fördergelder bereits Mitte Oktober anstatt wie üblich im Dezember erhalten, teilte die zuständige Brüsseler Behörde am Donnerstag mit.

Davon sind sowohl Direktzahlungen an die Agrarbetriebe als auch Fördergelder für die Entwicklung des ländlichen Raums betroffen. Außerdem sollen Landwirte ausnahmsweise von einigen Umweltanforderungen befreit werden. Demnach sollen sie Land, das normalerweise brach liegt, zum Anbau von Futtermitteln nutzen dürfen.

„Ich bin sehr besorgt über diese anhaltenden klimatischen Entwicklungen“, sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan. Er wies zudem darauf hin, dass die EU-Staaten in einem Zeitraum von drei Jahren bis zu 15 000 Euro pro Landwirt an Beihilfe für erlittene Schäden gewähren können.

Agrarbetriebe in Europa erhalten derzeit die größten Zuwendungen aus dem EU-Haushalt. Im Budget sind pro Jahr etwa 58 Milliarden Euro an Fördergeldern für sie vorgesehen - das sind etwa 40 Prozent des Gemeinschaftsbudgets. Der Großteil der Gelder wird dabei pro Hektar ausgezahlt, ein Teil der Mittel ist zudem an Umweltauflagen gekoppelt.

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, im künftigen sogenannten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) von 2021 bis 2027 die Zuwendungen zu reduzieren. Als Grund gibt sie unter anderem an, dass wegen des anstehenden Austritts Großbritanniens 2019 aus der Europäischen Union weniger Geld im EU-Haushalt zur Verfügung stehen wird.

Zudem soll für andere Aufgaben - wie etwa die Bewältigung der Migration - mehr Geld zur Verfügung stehen. Die EU-Staaten und das Europaparlament verhandeln derzeit aber noch über die Vorschläge.

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  • dpa
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