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HNA Großaktionär der Deutschen Bank muss Anleger mit Rekordrendite locken

So teuer war eine einjährige Anleihe eines chinesischen Unternehmens noch nie. Der Mischkonzern HNA, größter Aktionär der Deutschen Bank, braucht das Geld offenbar, um alte Schulden zu begleichen.
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Großaktionär HNA steht in der Kritik. Quelle: dpa

Großaktionär HNA steht in der Kritik.

(Foto: dpa)

Peking, Frankfurt HNA ist das Symbol schlechthin für den Übernahmehunger der chinesischen Wirtschaft. Über 40 Milliarden Dollar hat der Mischkonzern aus der Volksrepublik für seine Einkaufstour ausgegeben und stieg dadurch zum Beispiel zum größten Aktionär der Hotelgruppe Hilton auf. Aber mit einer Beteiligung von rund zehn Prozent sind die Chinesen mittlerweile auch der wichtigsten Anteilseigner der Deutschen Bank. Doch jetzt holen die kurzfristigen Schulden, mit denen HNA die Übernahmewelle finanziert hat, den Konzern ein.

Für eine Anleihe, die 363 Tage läuft, muss HNA den Investoren Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge eine Rendite von 8,875 Prozent bieten. So teuer war bislang noch kein chinesischer Bond mit einer ähnlichen Laufzeit. Den bisherigen Rekord hielt ein Bond der Herun Holdings mit einer Rendite von acht Prozent.

Die Kapitalerhöhungen der Deutschen Bank
April 1999
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Um den Erwerb der US-Investmentbank „Bankers Trust“ zu finanzieren, griff der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf-Ernst Breuer zu einer Kapitalerhöhung von 3,3 Milliarden Euro. Dabei wurden etwa 80 Millionen Aktien ausgegeben.

(Foto: Reuters)
September 2008
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Ab 2002 übernahm der Schweizer Josef Ackermann das Steuer bei der Deutschen Bank. Im September 2008 übernahm die Deutsche Bank 29,75 Prozent an der Deutsche Postbank AG. Um dies zu finanzieren, platzierte die Deutsche Bank insgesamt 40 Millionen Namensaktien bei den institutionellen Anlegern. Der Bruttoemissionserlös belief sich damals auf rund 2,2 Milliarden Euro.

(Foto: AP)
März 2009
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Bereits sechs Monate nach der letzten Kapitalerhöhung gab die Deutsche Bank im März 2009 etwa 50 Millionen neue Aktien aus – im Wert von 958 Millionen Euro. Diese erneute Kapitalerhöhung diente weiterhin der Finanzierung der Übernahme einer Minderheitsbeteiligung an der Deutsche Postbank AG.

(Foto: dpa)
Oktober 2010
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Insgesamt drei große Kapitalerhöhungen gehen auf das Konto von Vorstandschef Josef Ackermann. Im Oktober 2010 wurden 308,6 Millionen neue Stückaktien ausgegeben, weshalb sich das Grundkapital der Deutschen Bank um 790 Millionen auf knapp 2,4 Milliarden Euro erhöhte. Der Bruttoemissionserlös betrug 10,2 Milliarden Euro. Grund dieser Kapitalerhöhung war weiterhin die Postbank. Sie sollte konsolidiert werden, außerdem sollte die Kapitalbasis der Deutschen Bank generell gestärkt werden.

(Foto: dpa)
April 2013
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Im April 2013 war nicht mehr Josef Ackermann Vorstandschef der Deutschen Bank, sondern Jürgen Fitschen (r.) und Anshu Jain steuerten die Geschicke der Bank. Es wurden 90 Millionen neue Aktien bei den Anlegern platziert, wodurch sich der Bruttoemissionserlös auf 2,96 Milliarden Euro belief. Diese Erhöhung diente allein der Stärkung des Eigenkapitals.

(Foto: AP)
Juni 2014
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Das Duo Jain und Fitschen verantwortete im Juni 2014 eine weitere, große Kapitalerhöhung der Deutschen Bank. Die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien erhöhte sich um 359,8 Millionen. Der Brutto-Emissionserlös belief sich auf 8,5 Milliarden Euro. Die Doppelspitze war noch bis 2015 im Amt, seit 2016 leitet John Cryan die Geschicke der Deutschen Bank.

(Foto: Reuters)
März 2017
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Vorstandschef John Cryan plant aktuell eine Kapitalerhöhung in Höhe von acht Milliarden Euro. Die Deutsche Bank brauche das Geld, um die künftigen Anforderungen der Aufseher zu erfüllen, aber auch, um eine massive Umstrukturierung zu finanzieren. Unter anderem soll die Führungsspitze der Bank neu geordnet werden.

(Foto: dpa)

Die 300 Millionen Dollar aus dem Anleiheverkauf will HNA den Bloomberg-Informationen zufolge zur Refinanzierung von Auslandsschulden verwenden. Die kurzfristigen Schulden des chinesischen Konzerns beziffert die Nachrichtenagentur auf insgesamt 185,2 Milliarden Yuan (28 Milliarden Dollar), mehr als die Cash-Bestände des Unternehmens. Die Zinslast von HNA habe sich im ersten Halbjahr auf den Rekordwert von 15,6 Milliarden Yuan mehr als verdoppelt, und übersteige damit den Gewinn vor Zinsen und Steuern des Konzerns.

„Die Tatsache, dass das Unternehmen willens ist eine derart hohe Rendite für einen Bond mit einer Laufzeit von einem Jahr zu bezahlen, sollten die Investoren zum Innehalten bringen“, meint Todd Schubert, Leiter des Anleiheresearches der Bank of Singapore. HNA wollte die Bondplatzierung gegenüber Bloomberg zunächst nicht kommentieren.

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 HNA steht seit einiger Zeit im Fokus der Aufseher innerhalb und außerhalb von China. Zuletzt hat die Versicherungsaufsicht in der Volksrepublik Mitte Oktober den Druck auf den Großaktionär der Deutschen Bank erhöht. Die CIRC untersagte für die nächsten sechs Monate jegliche Finanzhilfen der Versicherungstochter Bohai Life Insurance an den Mutterkonzern. Bei Bohai Life seien bei einer Überprüfung zwischen Mitte März und Mitte April Probleme unter anderem bei internen Kontrollen und Transaktionen zutage getreten.

Bereits im Juni hatte die chinesische Bankenaufsicht Kredite an übernahmehungrige Firmen unter die Lupe genommen, darunter auch an HNA. Der Mischkonzern steht wegen seiner undurchsichtigen Struktur und seiner Einkaufstour auch im Ausland bei Aufsehern und Banken unter besonderer Beobachtung. Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) scheinen das Engagement von HNA bei der Deutschen Bank mit einer Portion Misstrauen zu sehen. Die EZB prüft schon seit einiger Zeit, ob sie bei HNA ein sogenanntes Inhaberkontrollverfahren einleiten soll. In diesem Prozess überprüfen die Aufseher die Zuverlässigkeit von wichtigen Aktionären.

  • mm
  • Bloomberg
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4 Kommentare zu "HNA: Großaktionär der Deutschen Bank muss Anleger mit Rekordrendite locken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Aktie dazu spricht ja Bände!!

  • Über 60% der DAX-Beteiligung sind in ausländischer Hand, soweit mir die aktuellen Zahlen noch im Kopf sind. Kann aber auch schon Richtung 70 sein. Ist aber dann nur noch eine Form Sache.


    Mal gucken wann die große Blase durch die Chinesen platzt. Oder ist da noch was anderes im Portfolio?

  • So ein Zufall, dass gerade jetzt Informationen kommen, die normalerweise dem Kurs der deutschen Bank nicht förderlich sind.
    So wie der Artikel über "VW-Autofriedhöfe in den USA" vor ca. einem Monat, kurz vor einem charttechnischen Ausbruch der VW Aktien.

  • Deutsche Bank gehört den Chinesen?

    Na bitte geht doch.

    "Wir schaffen das"

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