Hochrechnung Euro-Banken sitzen auf faulen Krediten in Rekordhöhe

Ein Rekord, über den sich niemand freut: Die Banken der Euro-Zone haben offenbar so viele faule Kredite wie noch nie in ihren Büchern. Deutsche Banken stehen relativ gut da, in Spanien und Italien schaut es schlimm aus.
Update: 29.10.2013 - 14:07 Uhr 36 Kommentare
Viele faule Kredite türmen sich in den Büchern europäischer Banken. Quelle: Reuters

Viele faule Kredite türmen sich in den Büchern europäischer Banken.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/StuttgartDie Banken der Euro-Zone haben einer Hochrechnung zufolge so viele faule Kredite in den Büchern wie noch nie. „2013 fallen in der Euro-Zone 7,8 Prozent der Kreditsumme in diese Kategorie, das entspricht 940 Milliarden Euro - ein neuer Rekordwert“, berichtete die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY am Dienstag in Frankfurt. Angesichts von Konjunkturflaute und Rekordarbeitslosigkeit steige die Zahl der Unternehmen und Bürger im Euro-Raum, die ihre Kredite nicht oder nicht fristgerecht zurückzahlen können, gegenüber 2012 um 120 Milliarden Euro oder 15 Prozent.

Besonders stark betroffen seien Institute in den Krisenländern Spanien und Italien, wo in diesem Jahr 12,0 beziehungsweise 11,5 Prozent der vergebenen Kredite ausfallgefährdet seien. „Aufgrund der Konjunkturkrise und der steigenden Arbeitslosigkeit ist europaweit die Zahl der Bankkunden, die ihre Kredite nicht mehr bedienen können, deutlich gestiegen“, sagte EY-Partner Claus-Peter Wagner.

Die deutschen Geldhäuser stehen hingegen mit einem Anteil notleidender Kredite von aktuell 3,2 Prozent relativ gut da. Für die kommenden Jahre werde dank der vergleichsweise starken Binnenkonjunktur und des boomenden Immobilienmarkts zudem ein weiterer leichter Abbau auf 2,8 Prozent im Jahr 2017 prognostiziert.

Nach Überzeugung von EY ist die Spitze des Eisbergs inzwischen aber erreicht. Teilweise würden faule Kredite bereits auf sogenannte „Bad Banks“ übertragen, um den Bankensektor zu entlasten. Vom kommenden Jahr an dürften die Banken ihren Bestand an notleidenden Krediten auf breiter Front reduzieren - dank der verbesserten Konjunkturaussichten und der weiteren Übertragung von Krediten auf „Bad Banks“.

Zudem dürften Institute Kredite mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit weiter verkaufen, etwa an Finanzinvestoren. Nach EY-Schätzung wird das Volumen dieser Ausleihungen 2014 um 10 Prozent auf rund 846 Milliarden Euro sinken.

  • dpa
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36 Kommentare zu "Hochrechnung: Euro-Banken sitzen auf faulen Krediten in Rekordhöhe"

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  • bei ihrer rechnung fehlt allerdings noch etwas:

    die kosten entstehen so oder so die angestellten bekommen schliesslich immer ihr geld und laufende kosten etstehen auch, ob gearbeitet wird oder nicht. ob "geschäfte" gemacht werden oder nicht.

    vom eigenkapital wird nichts hinterlegt, sondern das ist das geld anderer guthabenkunden. insbesondere der festgeldkunden, sparbriefkunden usw; von deren guthaben wird die kreditrücklage bei der zentralbank hinterlegt.

  • naja, sehe ich nicht ganz so.
    1. Die Banken haben viele lokale Kredite für Bauvorhaben gegeben, die nicht nachhaltig waren
    2. Die Staaten haben viele EU-Fördermittel bekommen, die Massnahmen subventioniert haben, die nicht nachhaltig waren
    3. Die Staaten (z.B. Irrland) habe eine lasche Steuer-Gesetzgebung initiert - die nun Folgen hat

  • Mit der Theorie das Deutsche Banken weniger Faule Kredite bedienen ist man wohl eher Optimistisch. Ich Tendiere sogar zu mehr faule Kredite als in Europa. Nur werden die besser versteckt und das mit Hilfe des Staates ganz Legal

  • Zitat : Deutsche Banken stehen relativ gut da

    In ihrem Risikobericht gibt die Deutsche Bank ein Kreditrisiko-Engagement aus Derivaten im Umfang von 59,195445 Billionen Euro an

    Bei Ausfall von 10 % erleidet die Deutsche Bank einen Kollaps !
    https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2011/gb/lagebericht/risikobericht/kreditrisiko/engagementausderivaten.html
    - Laut einem Bericht der französischen Zeitung "Les Echos" sitzen die europäischen Bad Banks auf Schrottpapieren im Wert von mehr als 1 Billion Euro.
    2012 betrug das Portfolio der internen "Bad Bank" der Commerzbank ca. 151 Milliarden Euro

  • und in England werden faule kredite sogar noch staatlich unterstützt. dafür erhält die prsees einen Maulkorb. Toll!

  • @ whoknows
    "Es gibt schon einen realen Verlust wenn der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Den müssen die Banken dann aus dem Eigenkapital ausgleichen. Aber dazu kassieren die Banken ja auch den Zins um diesen Verlust einzupreisen."

    Was für ein Eigenkapital? Da das Fiatgeld nicht aus dem Eigenkapital entnommen wurde, gibt es keinen Ausgleich von von angeblichen "faulen Krediten" mit dem Eigekapital, das in fast allen Banken unter 5 Prozent liegt. Sie werden abgeschrieben, gehen in Bad Banks (Zweckgesellschaften) oder werden verstaatlicht (siehe HRE und Commerzbank). Die jetzige Kredischöpfung der privaten ist für mich persönlich eine Volksvera.. und kriminell,da hier weder "Geld" (siehe § 14 Abs. 1 Bundesbankgesetz), noch das Eigentum eines Vertragspartners "verliehen" wird!
    ---------------------------
    "Die Banken sind Zombies und müssen endlich abgewickelt werden. So schmerzhaft das auch sein wird..."

    Ich denke, wenn die Banken ihre Bilanzen um 44 Prozent kürzen,werden ihre Eigenkapitalquoten damit automatisch um 44 Prozent steigen.
    Dann muss ein neues zinsloses Geldsystem mit (100 Prozent)Goldstandard eingeführt werden,damit es keine Finanzkrise mehr geben kann.
    ................................
    @ Hoherpriester_Kajaphas

    Hierzu ein aufklärendes Video zur "Geld"schöpfung:
    http://www.youtube.com/watch?v=nHMq_PFkrho&feature=player_detailpage
    das zeigt, wie mit einer Bilanzverkürzung kein realer Vermögensverlust einer Bank entsteht und daher die Forderungen von Banken zur Refinanzierung ihres "Nichts" (Fiat"geld") nur als vorsätzlicher Betrug angesehen werden können!

    Siehe auch "Buchgeld" und "Fiatgeld" unter Wikipedia.


  • Wer da noch Geld auf der Bank hat ist selbst schuld.

  • "Fiat money". Die Schaffung von Geld aus dem Nichts stellt nur einen Schwachpunkt des Geldsystems dar. Im Weiteren mangelt es an notwendiger Wertsicherung durch die Kreditvergeber, die bei ca. 100.000 Euro selbst nur für ca. 75,00 Euro haften plus 1.000 Euro Eigenkapital. Zumal der Kredit nur als die Bilanz verlängernder Buchungssatz existiert.

    Die Bank/Sparkasse hat einen tatsächlichen Aufwand von ca. 75,00 € p. a. plus Zinszahlungen an die Kunden in Höhe von aktuell 0,85 %. Für eine Einlage von 1.000
    € ergibt 8,50 € plus noch ein paar Verwaltungskosten
    von geschätzten 300 € p. a. Dabei stehen bei einem Dispo-Kredit aktuell ca. 12 - 18 % im Raum.
    In Zahlen: 100.000 € ergibt eine Zinszahlung p.a. von 18.000 € abzüglich 75,00 € für den Risikoschutz abzüglich 8,50 € für Zinszahlung für die Kunden
    (Kapitalanleger) plus geschätzte Verwaltungskosten
    300 € ergibt dies einen Ertrag von 17.616,50 € p. a.
    17.616,50 € geteilt durch 383,50 € ergibt eine Rendite von 4.493,61 % p. a.

    Es besteht bei allen zurückgezahlten,laufenden und anvisierten Krediten der dringende Verdacht des sittenwidrigen Wuchers nach §138 BGB.

    Da das Geldsystem bereits in den 70er Jahren durch Nixon keine Golddeckung mehr erfährt, sind die juristischen Grundlagen bei der Behandlung von Kreditvergehen bei Kreditnehmern zudem obsolet.

  • Da haben Sie Recht, es steht dann auf dem Papier.

  • @DagmarK
    "Das ist ja das perfide daran. Genau genommen ist nicht ein Cent weg, nur Forderungen die aus dem Nichts geschaffen wurden, sind weg; sie haben sich wieder in Luft aufgelöst. Wo ist da der reale Verlust?"

    Es gibt schon einen realen Verlust wenn der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Den müssen die Banken dann aus dem Eigenkapital ausgleichen. Aber dazu kassieren die Banken ja auch den Zins um diesen Verlust einzupreisen.

    Durch die Kreditschöpfung aus dem nichts bzw. der Zukunft werden aber im hier und jetzt die Preise für Güter beeinflusst, welche mit dem frisch geschaffenem Geld gekauft werden. Das ist genau der Mechanismus, der die Booms und Blasen erzeugt.

    ----
    "Die Einzigen, die hierbei echtes Geld verlieren, sind die Bürger, die wieder in Haftung genommen werden."

    Die Summen in den Bankbilanzen sind so groß, das eine Rettung durch die Bürger und Steuerzahler ohne eine totale Verarmung eigentlich unmöglich ist. Selbst die Bail-Ins der Kontoinhaber dürften dafür nicht ausreichen.

    Die Banken sind Zombies und müssen endlich abgewickelt werden. So schmerzhaft das auch sein wird...

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