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Hohe Staatsverschuldung UBS sieht Italiens Kreditwürdigkeit bei einer Rezession stark gefährdet

Die Bank fürchtet eine Bonitätsherabstufung des Landes, sollte Europa in eine Rezession rutschen – und schließt den Ausstieg aus der Währungsunion in der Folge nicht aus.
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Hohe Staatsverschuldung als Problem. Quelle: dpa
Euro-Münze vor Italien-Flagge

Hohe Staatsverschuldung als Problem.

(Foto: dpa)

FrankfurtBei einer Rezession in Europa wäre die Kreditwürdigkeit Italiens massiv gefährdet. Ricardo Garcia, Chefökonom der Schweizer UBS für die Euro-Zone, fürchtet in diesem Fall eine Herabstufung der drittgrößten Volkswirtschaft im Euro-Raum nach Deutschland und Frankreich durch die Ratingagentur Moody’s.

„Weil das Land hauchdünn vor einer Einstufung als Non-Investmentgrade liegt“, sagt Garcia, sei dann eine Einstufung auf eine schwache Bonität zu erwarten. Eine mittlere Kreditqualität sei indes nötig, um Zugang zu frischen Finanzmitteln im Euro-System zu erhalten. Am Dienstag hat die Regierung in Rom ihre Wachstumsprognose für 2019 auf fast null gesenkt.

Garcia sieht die hohe Staatsverschuldung Italiens als Problem an. Bei einer Rezession könne der Schuldenstand schnell auf 140 bis 150 Prozent im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt wachsen und damit neue Rekordstände erreichen. Heute liegt er bei gut 130 Prozent.

Auf jeden Fall werde der Abstand zu Deutschland bei den Zinsen weiter zunehmen. Italiens Anleihen lägen bei einer Herabstufung auf dem Niveau von Hochzinsanleihen. Damit wäre das Land von einem Markt abhängig, der viel kleiner ist als der von Staatsanleihen mit guter Kreditwürdigkeit.

Ausstieg aus Währungsunion möglich

Italien müsste nach Ansicht des Experten dann unter dem Druck der Märkte ein großes Sparprogramm auflegen, was aber die wirtschaftliche Lage zusätzlich verschärfen würde. Eine Rezession verlangt eigentlich nach höheren Staatsausgaben, um gegenzusteuern.

Doch das wäre angesichts der bereits sehr hohen Staatsverschuldung und eines steigenden Drucks durch höhere Zinsen an den Märkten für Italien nicht möglich. Selbst den Ausstieg aus der Währungsunion schließt der Chefökonom daher nicht aus – vor allem dann nicht, wenn die Rezession die Populisten weiter stärken würde.

Für den Chefstrategen Luca Paolini von Pictet Asset Management ist klar, dass „die Kreditmärkte die Gefahr einer Rezession unterschätzen“. Die Wende von einer Straffung der Geldpolitik hin zu möglichen Zinssenkungen habe die Risiken eines schwächeren Wachstums verdeutlicht.

Trotzdem seien die Zinsabstände von risikoreicheren Investments zu sicheren Anleihen geschrumpft. „Beispielsweise ist die Prämie von Hochzinsanleihen in den USA im Vergleich zu Staatsbonds seit Januar um rund 1,50 Prozentpunkte gesunken“, sagt Paolini.

Populisten befördern wirtschaftlichen Abschwung

Das Aufkommen von Populisten habe in der Vergangenheit immer zu einer Rezession geführt, ergibt eine Analyse der UBS. Diese Tendenz sei nicht nur in Italien und den USA, sondern auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu beobachten. Gleichzeitig befürchtet UBS-Experte Garcia einen neuen Negativrekord bei der zehnjährigen Bundesanleihe.

Der Zins wird seiner Befürchtung nach bei einer Rezession von leicht unter null Prozent auf minus ein Prozent abrutschen. Wenn dieses Szenario eintrifft, bringt es Probleme für Versicherungen und Pensionsfonds, die heute schon kaum ihre Renditeversprechen einhalten können.

Auch die Banken wären hart betroffen. Kleinanleger müssten negative Zinsen auf ihr Erspartes befürchten. Nach Berechnungen des Fachportals Tagesgeldvergleich.net lag der Zinsgewinn schon im Februar in Deutschland pro Kopf nur noch bei 3,87 Euro. Das ist der niedrigste Wert seit 2003.

Gefragt wären in Zeiten massiv fallender Zinsen sichere Häfen wie der Schweizer Franken, der überrannt zu werden drohe, sagt Garcia. Aber auch schwedische Krone, Yen und britisches Pfund würden profitieren.

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