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Hohe Verluste Westliche Banken werden in Osteuropa nicht mehr glücklich

Einst waren Engagements westlicher Banken in Osteuropa wahre Goldgruben. Jetzt bereiten die dortigen Filialen zumeist Sorgen. So hat etwas Rumäniens Bankensystem im dritten Quartal seine Verluste auf über 100 Mio. Euro ausgeweitet. Die negative Entwicklung schlägt voll auf Westeuropas Top-Institute durch.
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Filialschild der Erste Bank: Das Institut verzeichnete Ende Oktober den höchsten Tagesverlust. Quelle: Reuters

Filialschild der Erste Bank: Das Institut verzeichnete Ende Oktober den höchsten Tagesverlust.

(Foto: Reuters)

BERLIN. "Die Zeit des billigen Geldes ist endgültig vorbei", hat Zentralbankchef Mugur Isarescu gerade im Bukarester Wirtschaftsblatt "Ziarul Financiar" vernehmen lassen: Rumäniens Kreditnehmer müssten sich auf steigende Finanzierungskosten einstellen.

Nicht nur dass der Schwarzmeerstaat inzwischen beim Credit Default Swap Indicator, dem Messinstrument für die Gefahr eines Staatsbankrotts, in Europa inzwischen an erster Stelle stehe, sei einer der Gründe dafür. Zudem will der Internationale Währungsfonds (IWF) gerade einen Regierungsplan kassieren: Das Kabinett will mit der Absenkung von Kreditvergabegebühren die Kosten für Gläubiger senken. Den Banken drohen indes durch das OUG50 genannte Gesetz Ausfälle in Millionenhöhe.

Faule Kredite nehmen rasant zu

Doch dies sind nicht die einzigen Kopfschmerzen, die westliche Bankmanager heute bekommen, wenn sie auf ihre Engagements in Rumänien schauen: Balkan-Banken "sind in nicht so guter Verfassung", sagt der Osteuropaexperte der Ratingagentur Fitch, Michael Steinbarth. Vor allem in Rumänien sei die Qualität der Bank-Assets nicht hoch.

Einer der Gründe für die Bankenmisere auf dem Balkan ist die stark angewachsene Zahl fauler Kredite. Im September stieg die Summe der vom Ausfall gefährdeten und nicht mehr bedienten Kredite um neun Prozentpunkte auf 15,7 Mrd. rumänische Lei (fast vier Mrd. Euro). Damit sind laut der Notenbank 7,5 Prozent aller ausgereichten Kredite in Rumänien faul.

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Mehr zu: Hohe Verluste - Westliche Banken werden in Osteuropa nicht mehr glücklich

1 Kommentar zu "Hohe Verluste: Westliche Banken werden in Osteuropa nicht mehr glücklich"

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  • Sehr geehrter Herr brüggmann,
    sehr geehrte Handelsblatt Redaktion,

    mit großem interesse habe ich ihren Artikel "Westliche banken werden in Osteuropa nicht mehr glücklich" vom 03.11.2010 im Hb gelesen.

    ich bin häufiger Leser ihrer auf Wirtschafts- und Finanzthemen spezialisierten Tageszeitung. ihre Kompetenz und das Niveau waren und sind hoffentlich auf einem ansehnlichen Niveau im Wirtschaftsbereich.

    Umso mehr hat mich dieser unqualifizierte und teilweise populistische Artikel von Herrn brügmann zu der bankenkrise in Rumänien negativ überrascht und ziemlich verärgert.

    Da ich davon ausgehen muss, dass die Journalisten vom Handelsblatt hoffentlich Experten bezüglich ihres Sachgebietes sind, frage ich mich auf welchem Gebiet Herr brüggmann Experte sein soll. Er versucht sich wohl als CEE Experte! Leider liegt er mit mit diesem Artikel sowie weiteren Kommentaren aus der Vergangenheit ziemlich daneben.

    Folgende Punkte sind Grund für meine Verärgerung über diesen unqualifizierten Artikel:

    - Osteuropa ist kein homogenes Gebilde! bitte begreifen Sie dies endlich. Von einem angeblichen CEE Wirtschaftsexperten sollte man hoffentlich mehr erwarten können als diesen schlechten beitrag. Vielleicht wäre es hilfreich, lediglich von Rumänien bzw. von Süd-Osteuropa zu sprechen anstatt Osteuropa immer in eine pauschale und verallgemeinernde (auch falsche) Schublade zu schieben!

    - Oder nehmen Sie stellvertretend für Westeuropa Portugal oder Spanien, oder irland?! Es ist natürlich einfacher von einem Osteuropa zu sprechen, aber dies gibt es nicht, so wie es auch kein einheitliches Westeuropa gibt. Die wirtschaftlichen Spezifika und Entwicklungen sind sehr heterogen, was sich insbesondere während der Finanzkrise gezeigt hat.

    - Wenn Sie sich geographisch profilieren möchten, dann ordnen Sie bitte Rumänien Süd-Osteuropa zu. Mit dem balkan lagen Sie ja schon ziemlich richtig.


    Lieber Herr brüggmann, nun noch ein paar informationen allgemeiner Art zur bankenlandschaft und Finanzkrise in Mittel- und Osteuropa. ich hoffe, Sie können mit diesen infos etwas anfangen:

    - Der von ihnen erwähnte Verlust von ca. € 100 Mio. in Q3 2010 in Rumäniens bankenlandschaft ist lächerlich klein im Vergleich zu diversen "westeuropäischen" Ländern (Deutschland, irland, UK, etc). Verstehe nicht, warum Sie nicht davon berichten.

    - Anteil von NP loans in Westeuropa ist höher als die besagten 7,5% in Rumänien. in den Heimatmärkten der westeuropäischen Top-banken (!) sind die Ausfallraten bei ca. 10%.

    - bezeichnend ist ihre Erwähnung der Top-banken in Westeuropa im Vergleich zum "armen, schlechten" Osteuropa.

    - Viele CEE bankentöchter (Polen, Tschechien, Slowakei) haben ihre Mütter in Westeuropa während der Finanzkrise gestützt. Es kam zu erheblichen Mittelabflüssen Richtung Westen.

    - Fremdwährungsdarlehen sind lediglich in Ungarn und Rumänien, teilweise im baltikum, ein Problem. Die meisten anderen CEE Staaten haben mit dieser Thematik kein Problem.

    - ihre Top institute wie UniCredit, Erste bank, Raiffeisen sind in den CEE Staaten "reich" geworden. Ohne diese zusätzliche Einnahmequelle wären diese institute bedeutungslos. Eine genaue betrachtung zb des österreichischen bankenmarktes lässt an dieser These keine Zweifel. Die jüngsten Entwicklungen bei der UniCredit zeigen, dass die CEE Länder nach wie vor im Fokus dieses instituts stehen. Das Engagement wird sogar noch insgesamt verstärkt werden. Dies trifft insbesondere auf die starken und krisenresistenten Staaten wie Polen, Tschechien und die Slowakei zu.

    Dies sind nur ein paar Argumente, um zu zeigen, dass ihre pauschale Aussage/Headline "Westliche banken werden in Osteuropa nicht mehr glücklich" ehrlich gesagt ziemlicher blödsinn ist.


    Liebe Hb Redaktion, mich würde es freuen, wenn Sie in Zukunft mehr auf die Qualität ihrer beiträge achten würden. Für einen nicht mit dieser Thematik befassten Leser mag ja der beitrag ihres sehr kompetenten Journalisten brüggmann interessant sein. Wenn man wie ich selber jedoch im CEE bereich tätig ist, verärgert einen dieser pauschale und populistische, teilweise schlichtweg falsche, beitrag. insbesondere die Tatsache, dass Sie a) immer nur von Osteuropa sprechen, obwohl dies ein sehr heterogenes Staatengebilde ist und b) Sie Rumänien stellvertretend für ganz Osteuropa nehmen. Dies ist blödsinn und entspricht eher dem Niveau einer Regional- oder boulevardpresse.

    Auch bei älteren Hb Artikeln ist häufig nur die Rede von Osteuropa. ich frage mich, warum es so schwer ist, die einzelnen Staaten direkt beim Namen zu nennen. in Westeuropa schaffen Sie es doch auch. Noch eine letzte Anmerkung: Unter Osteuropa versteht man die Staaten beginnend mit der Ukraine. PL, CZ und SK gehören zu Mitteleuropa. Da Sie zb auch häufig Tschechien zu Osteuropa zählen, müssten Sie dies aufgrund der geographischen Lage auch bei Ostdeutschland, Österreich, sogar bei Griechenland tun.

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