HSBC-Chef hat Schweizer Konto Gullivers Geld auf Reisen

Stuart Gulliver unter Druck: Auch der HSBC-Chef soll über eine Firma in Panama Geld in der Schweiz angelegt haben. Heute hat die Bank Zahlen vorgelegt, der Gewinn ist um 17 Prozent gesunken. Anleger sind enttäuscht.
Update: 23.02.2015 - 11:10 Uhr 12 Kommentare
Unter Druck: Der HSBC-Chef hatte ein geheimes Konto in der Schweiz. Quelle: dapd
HSBC-Chef Gulliver

Unter Druck: Der HSBC-Chef hatte ein geheimes Konto in der Schweiz.

(Foto: dapd)

London/DüsseldorfDie britische Großbank HSBC soll reichen Kunden in der Schweiz bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Nun ist herausgekommen: Auch Konzernchef Stuart Gulliver hat dort ein Konto. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „The Guardian“ hat er mehrere Millionen Pfund in eine Firma in Panama gesteckt, die das Geld in der Schweiz lagert. Das Unternehmen bestätigte die Existenz des Kontos, beteuerte aber, dass Gulliver auf die Einkommen Steuern gezahlt habe.

Gulliver gerät zunehmend in die Kritik. Schon allein mit der Höhe seiner jährlichen Boni sorgt er regelmäßig für Schlagzeilen. Acht Millionen Pfund hat er für 2013 erhalten und gehörte damit weltweit zu den bestbezahlten Vorstandsvorsitzenden in der Bankenbranche. Eine ähnlich hohe Prämie wird er voraussichtlich auch für 2014 erhalten.

Nun legte Gulliver am Montag auch noch enttäuschende Zahlen vor. Der Vorsteuergewinn der Bank brach 2014 um 17 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar ein. Das Ergebnis lag damit deutlich unter den Analystenerwartungen, auch weil die Kosten im operativen Geschäft stiegen. An der Londoner Börse fielen HSBC-Aktien daraufhin um knapp sechs Prozent.

Gulliver hat seit seinem Amtsantritt 2011 74 Geschäftsbereiche verlassen. Die Bank konzentriert ihre Investitionen jetzt auf die profitabelsten Märkte. HSBC hat mit neuen Vorschriften und steigenden Compliancekosten zu kämpfen. Chairman Douglas Flint muss am Mittwoch vor dem britischen Parlament aussagen, nachdem es Anschuldigungen gegeben hatte, HSBC habe über ihre Schweizer Privatbank Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen. “2014 war ein schwieriges Jahr”, wurde Gulliver in der Mitteilung zitiert.

Die HSBC steht unter Druck, weil sie Anlegern in der Schweiz bei der Steuerhinterziehung geholfen und Kriminellen bei der Geldwäsche geholfen haben soll. Den Recherchen eines internationalen Rechercheverbundes zufolge betrifft das weltweit zehntausende Kunden, darunter bekannte Diktatoren und Kriminelle, die rund 180 Milliarden Euro vor den Steuerbehörden verstecken. Staatsanwälte haben eine Untersuchung gegen die örtliche Tochter der britischen Großbank eröffnet und die Räumlichkeiten durchsucht.

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12 Kommentare zu "HSBC-Chef hat Schweizer Konto: Gullivers Geld auf Reisen"

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  • Fakten statt Falten natürlich ;-) btw: Das neue HB Kommentarlayout ist nicht unbedingt eine Verbesserung ... liebes HB, könnt ihr bitte statt dem Einzeilerfeld wieder das Mehrzeilen-Kästchen als Default-Eingabe einblenden?!!

  • Herr Narrog, sie haben Recht. Die Schweiz ist und bleibt das Role Model nicht nur für Europa. Die Falten sprechen für sich. Breiter und hoher Wohlstand, sowie basisdemokratische Einbeziehung der Bevölkerung sind einzigartig!

  • Herr Narrog,

  • Ich lebe in der Schweiz. Dort liegen die Steuersätze je nach Ort bei weniger als der Hälfte der Deutschen Steuersätze. Es gibt keinen ausgeprägten ökosozialistischen Komplex der die arbeitenden Menschen ausplündert. Man meint auch nicht ganz Südeuropa alimentieren, oder die umweltfreundlichen Kernkraftwerke über Nacht enteignen zu müssen.

    Die Steuern stehen im Verhältnis zu den staatlichen Leistungen und so gibt es keinen Anlass sich diesen legal, oder nicht zu entziehen.

    Hätten das die Deutschen nicht auch verdient?

  • Absolut richtig!In einer gerechten Welt,wäre das längst geschehen.

  • Gullivers Geld auf Reisen
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    Er hatte seine Boni in der Schweiz versteckt.
    Zwar über ein Konstrukt in Panama, aber letztlich ist es in der Steueroase Schweiz gelandet.

    Die HSBC gelobt zwar Besserung und behauptet, einigen (ehrliche Kunden) gekündigt zu haben, aber Waffenschieber, Diktatoren, Drogen- und Menschenhändler sind immer noch hochwillkommen.

    Vielleicht sollte Gulliver sein Konto in der Schweiz auflösen und es nach Luxemburg verlegen. Juncker hat auch interessante Steuersparmodelle in petto.

  • Nein,so "entzieht man sich nicht dem Sozialismus",sondern macht sich selbst zum asozialsten Subjekt,das existiert und für die Ausplünderung der Grundlagen der eigenen Gesellschaft verantwortlich ist.Und wenn das "vor ein paar Jahren" noch so problemlos funktioniert hat,wird umso klarer,wer für die Weltwirtschaftskrise von 2008 verantwortlich zeichnet.Deshalb hoffe ich,haben wir heute die Zusammenhänge endlich kapiert,die ganze Gesellschaften,wie in Griechenland hervorragend zu sehen,in den Abgrund stürzen.Leuten wie Ihnen haben wir es zu verdanken,dass wir Sisyphos gleich,immer wieder bei Adam + Eva anfangen müssen,weil einige einfach nicht verstehen wollen.

  • Luxemburg und sein Macher JC Juncker gehören in die selbe Kategorie. Aber statt klare Zeichen zu setzen, machen in die EU-Staaten zum EU KP. Das ist eines der großen Berechtigungsprobleme der EU, die kleinen zahlen und die großen zählen die Kohle.
    Draghi Währungspolitik stützt nur diese Superreichen und belastet die Leistungsträger wie du und ich.

    Die EU und EZB sind keine bürgerorientierten Konstrukte, im Gegenteil sie drängen die Mittelschicht zunehmend ins Abseits..

  • Finden Sie Sozialisten die arbeitende Menschen mit Steuern >100% für Kapitalerträge (Geldentwertung berücksichtigt) analog Deutschlands enteignen/berauben besser??

  • Bis vor ein paar Jahren war es geduldete Praxis das Wohlhabende, Politiker bis hin zum Mittelstand mit einem Konto in den Alpen sich den sozialistischen Steuerapparaten entzogen haben. So konnte man sich dem Sozialismus entziehen ohne gleich auszuwandern. Ich würde mich wundern wenn nicht auch ein paar Deutsche Sozialistenführer und Gewerkschafter gleichfalls ein Konto in den Alpen hatten/haben.

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