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HSBC-Deutschland-Zentrale in Düsseldorf

HSBC Trinkaus gehört zur britischen Großbank HSBC.

(Foto: dpa)

HSBC Trinkaus HSBC Deutschland wettet auf die Zukunft

Die Düsseldorfer Bank verbucht den niedrigsten Gewinn seit 2009. Dennoch stellt sie neue Leute ein – und will in allen Bereichen stark wachsen.
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DüsseldorfEs waren deutliche Rückgänge, die HSBC-Deutschland-Chefin Carola von Schmettow am Mittwoch präsentierte. Der Vorsteuergewinn brach um knapp 32 Prozent ein auf 171 Millionen Euro (2017: 251 Millionen Euro). Um denselben Prozentsatz ging auch der Jahresgewinn nach Steuern zurück auf gut 117 Millionen Euro (2017: 172 Millionen Euro).

Die Bank präsentiert damit das schlechteste Ergebnis seit 2009, dem dritten Jahr der Finanzkrise. Ursprünglich hatte das Institut noch mit einem Rückgang von zehn Prozent gerechnet.

Schon im vergangenen Jahr sei klar gewesen, „dass fehlende Sondererträge und unsere hohen Investitionen in IT und die Wertpapierservices“ das Ergebnis belasten würden, erklärte von Schmettow. „Was wir damals nicht in den Karten hatten, war die schwache Verfassung der Anleihe- und Devisenmärkte in den USA, vor allem aber in Europa.“

Als sehr schwierig erwies sich demnach vor allem das vierte Quartal. Neben der HSBC litten viele andere Banken unter den Börsenturbulenzen. 2017 hatte das Düsseldorfer Institut den Gewinn noch durch den Verkauf von Anlagen aufpolstern können, was ein Rekordergebnis ermöglichte. Nun sind jedoch praktisch alle Unternehmensbeteiligungen versilbert.

Im vergangenen Jahr investierte die Bank stark in die Expansion, was die Kosten nach oben trieb. Der Verwaltungsaufwand (Sach- und Personalkosten) stieg um knapp drei Prozent. HSBC stellte 200 neue Mitarbeiter ein, seit 2013 stieg die Zahl der Beschäftigen um ein Fünftel auf knapp 3.100.

„Die Wachstumsstory schreiben wir fort“, erklärte von Schmettow. „Die anhaltend hohen Investitionen werden auch im laufenden Jahr das Ergebnis belasten, bis sie mit zeitlichem Versatz zu höheren Erlösen führen.“ Heißt im Klartext: Die Bank wettet auf die Zukunft.

Noch machen sich die Investitionen kaum bezahlt. Die operativen Erträge gingen 2018 um sechs Prozent zurück auf 735 Millionen Euro. Die Kernkapitalquote sank auf 10,7 Prozent. Und besonders schmerzhaft: Die zuletzt noch starke Eigenkapitalrendite vor Steuern von 11,8 Prozent ist Geschichte, 2018 lag der Wert bei nur noch 7,6 Prozent. Im deutschen Vergleich ist das annehmbar, im internationalen nicht.

HSBC ist bereits seit Jahren auf Wachstumskurs und wirbt verstärkt um deutsche Mittelständler mit Auslandsgeschäft und einem Umsatz ab 100 Millionen Euro sowie um vermögende Privatkunden. In einzelnen Geschäftsbereichen zahlt sich das bereits aus. So konnte man im Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden punkten: Das Institut weitete hier die Kreditvergabe um 15 Prozent aus. Bundesweit habe das Wachstum in den ersten neun Monaten nur bei sechs Prozent gelegen.

Zudem übernimmt die HSBC die Wertpapierabwicklung für die Commerzbank, was langfristig stabile Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich bringen soll. Die Integration sei im vollen Gange.

„Daran arbeiten bereits viele neue Mitarbeiter“, sagte von Schmettow. Die erste Transaktion eines Testkunden der Commerzbank sei bereits erfolgreich über die eigene Infrastruktur abgewickelt worden. „Das Go-Live ist im Frühjahr 2020 geplant.“ Auf die Fusionsgerüchte zwischen Deutscher Bank und Commerzbank angesprochen und auf die Frage, was aus dem Deal werde, sollte es die Commerzbank 2020 nicht mehr geben, reagierte die Chefin knapp: Es gebe existierende Verträge.

Besonders deutlich schlug sich das schwierige Marktumfeld 2018 im wichtigen Provisionsüberschuss nieder. Er umfasst die Gebühren der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden sowie die Provisionen aus der Unternehmenskundenbetreuung und gab um knapp elf Prozent nach auf 430 Millionen Euro.

Vor allem bei festverzinslichen Anleihen und alternativen Anlagen hielten sich die Kunden laut HSBC aus Sorge vor steigenden Zinsen zurück. Im Wertpapier-Handelsgeschäft verzeichnete die Bank sogar ein Minus von knapp 14 Prozent auf 72 Millionen Euro.

Dafür kletterte der Zinsüberschuss im vergangenen Jahr um rund neun Prozent auf 216 Millionen Euro. Mit einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank, auf die die Finanzbranche schon lange wartet, rechnen die Düsseldorfer 2019 und wohl auch 2020 nicht. Die Dividende bleibt konstant.

Die britische HSBC unterstützt den Wachstumskurs der deutschen Tochter und brachte in den vergangenen Monaten in zwei Schritten rund 400 Millionen Euro Kapital ein. Für 2019 rechnet die Bank mit einem Vorsteuerergebnis in etwa auf der aktuellen Höhe.

Die deutsche HSBC ist gemessen an der Bilanzsumme von rund 24 Milliarden Euro ein kleines Institut (die Deutsche Bank kommt auf knapp 1,5 Billionen Euro), hat als Teil der weltweiten HSBC-Gruppe aber Zugriff auf ein großes Netzwerk.

Der Mutterkonzern wurde 1865 als Hongkong & Shanghai Banking Corporation gegründet und ist heute nach Marktkapitalisierung die größte Bank Europas. Sie hält knapp 81 Prozent an der deutschen Tochter. Die Landesbank Baden-Württemberg besitzt knapp 19 Prozent, der kleine Rest befindet sich in Streubesitz.

Mehr: HSBC steigert Umsatz um fünf Prozent, bleibt aber hinter Erwartungen zurück.

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