Hypo-Real-Estate-Nachfolgerin Moody's hat Zweifel an Pfandbrief-Privatisierung

Das Ringen um die Privatisierung der Hypo-Real-Estate-Nachfolgerin geht weiter: Nun hat die Ratingagentur Moody's ihre Zweifel geäußert – die Aussichten für den Verkauf seien zwar gut, die Frist jedoch zu knapp.
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Die HRE stand in der Finanzkrise vor dem Aus und konnte nur dank staatlicher Hilfen gerettet werden. Quelle: dpa
Hypo-Real-Estate-Nachfolgerin

Die HRE stand in der Finanzkrise vor dem Aus und konnte nur dank staatlicher Hilfen gerettet werden.

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FrankfurtDie Ratingagentur Moody's zweifelt am Erfolg der geplanten Privatisierung der HRE-Nachfolgerin Deutsche Pfandbriefbank pbb. Die Aussichten für einen Verkauf der pbb seien zwar insgesamt gut, schrieb Analystin Katharina Barten in einer Studie, die in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht wurde. Die von der EU gesetzte Frist bis zum Jahresende sei aber sehr knapp bemessen. Eigentlich bräuchte die pbb noch einige Jahre mehr Zeit, um zu demonstrieren, dass sie ein funktionierendes Geschäftsmodell habe. Zudem sei nicht auszuschließen, dass der Bund als Eigner die pbb – wie ihr einstiges Schwesterinstitut Depfa – in die Abwicklung schicke, sollten die Kaufofferten nicht attraktiv genug sein. Die pbb wollte sich zu dem Moody's-Report nicht äußern.

Der offizielle Startschuss für die Privatisierung der pbb fiel am 17. Februar. Potentielle Bieter konnten bereits unverbindlich ihr Interesse bekunden. Parallel zum Verkaufsprozess lotet die in der Finanzkrise verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) auch einen Börsengang für die pbb aus. Dafür gibt es im Jahresverlauf allerdings nur wenige Zeitfenster - das letzte im Herbst, bevor die großen Investoren ihre Bücher schließen. Welcher Weg am Ende beschritten wird, dürfte ohnehin die Bundesregierung entscheiden.

Die HRE stand in der Finanzkrise vor dem Aus und konnte nur dank staatlicher Hilfen von zeitweise mehr als 100 Milliarden Euro gerettet werden. Die gesunden Teile wurden auf den Immobilienfinanzierer pbb übertragen, um so einen Neuanfang zu wagen. Die gefährlichsten HRE-Wertpapiere und Kredite landeten in der staatlichen "Bad Bank" FMS Wertmanagement. Sie sollen auf Kosten der Steuerzahler über die nächsten Jahrzehnte abgebaut werden sollen.

Die pbb ist wieder gut im Geschäft mit gewerblichen Immobilienfinanzierungen und arbeitet profitabel, muss aber bei der Rendite noch zulegen. Details zum abgelaufenen Geschäftsjahr präsentiert der Vorstand auf der Bilanzpressekonferenz am kommenden Montag.

  • rtr
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