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Hypo-Vereinsbank Hypo-Vereinsbank sieht noch viel Potenzial im Mittelstand

Das schwächere Handelsgeschäft belastet das Investmentbanking der Münchener. Ein verstärktes Engagement im Mittelstand soll das künftig wett machen.
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Hypo-Vereinsbank sieht noch viel Potenzial im Mittelstand Quelle: dpa
Hypo-Vereinsbank

Das Verwaltungsgebäude der Hypo-Vereinsbank im Münchner Arabellapark. Die deutsche Tochter der italienischen Unicredit sieht noch Potenzial bei ihren Geschäften mit deutschen Mittelständlern.

(Foto: dpa)

München Für die italienische Großbank Unicredit ist die deutsche Tochter Hypo-Vereinsbank (HVB) von zentraler Bedeutung. Gilt Deutschland für die Bank doch als zweitwichtigster Markt hinter Italien.

Besonders im Blickpunkt steht dabei der Bereich Investmentbanking, traditionell einer der Gewinnbringer der HVB mit einem Anteil von 50 bis 75 Prozent am Gesamtgewinn. Das soll auch in Zukunft so bleiben. „Die Unternehmen haben in Europa sehr viel Liquidität, es fehlt ihnen aber das Kapital“, betrachtet Olivier Khayat als Kernproblem vieler Firmen in seinem Kundenstamm. Der 54-jährige Franzose mit einer langen Vergangenheit bei Société Générale ist seit zwei Jahren einer von zwei Chefs des wichtigen Bereichs Corporate & Investment Banking in Mailand.

Für Unicredit hat sich seither gerade Deutschland zu einem lukrativen Markt entwickelt. Im dritten Quartal beliefen sich die Gebühren im Investmentbanking hier auf 103,1 Millionen Euro. Im Ranking des Datenanbieters Thomson Reuters ist man damit von Platz neun vor einem Jahr nun auf Rang fünf gestiegen. Hinter dem Marktführer Deutsche Bank und drei US-Banken, aber noch vor der europäischen Konkurrenz von Credit Suisse, HSBC, BNP Paribas und Commerzbank. Als Finanzberater bei den lukrativen Firmenübernahmen (Merger & Acquisition) belegte Unicredit im ersten Halbjahr sogar Platz eins in Deutschland. An insgesamt 13 Deals war sonst kein anderes Finanzhaus beteiligt, haben die Experten von Mergermarket berechnet.

Allerdings litt das Investmentbanking der Hypo-Vereinsbank im ersten Halbjahr auch unter geringeren Aktivitäten am Kapitalmarkt sowie einem schwächeren Handelsgeschäft, so dass der Gewinn vor Steuern im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 554 auf 296 Millionen Euro absackte.

Im Bereich des Mittelstands, für das es wegen vielmals unterschiedlicher Standards bei der Definition kein offizielles Ranking gibt, sieht man sich allerdings sogar als Nummer eins. „Wir spezialisieren uns auf die vielen neuen Herausforderungen, vor denen gerade Mittelständler stehen“, berichtet Jan Kupfer, Vorstand für den Bereich Investmentbanking bei der Hypo-Vereinsbank. Die Bandbreite reicht von den digitalen Herausforderungen, die Themen wie künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 mit sich bringen, bis hin zu der gerade für Mittelständler so wichtigen Frage der Nachfolgeregelung. Gruppenweit sind die Volumina in diesem Jahr um 40 Prozent gestiegen.

„Es gibt jedoch noch großes Potenzial“, ist sich Jan Kupfer sicher. In Zukunft soll der Kontakt zu Firmenkunden noch enger werden. Unicredits oberster Investmentbanker Khayat spricht vom „Geschäft in der Nachbarschaft“. Dafür sollen die regionalen Spezialisten der Bank in unmittelbarer Nähe zu den Kunden sorgen.

Weil sich im Mittelstand im Moment ein gewaltiger Generationswechsel abzeichnet, veränderten sich auch die Themen. Nach Berechnungen der KfW-Bankengruppe suchen allein in diesem Jahr in Deutschland 620 000 und damit jedes sechste mittelständische Unternehmen einen Nachfolger. Denen steht lediglich rund ein Drittel an möglichen Interessenten gegenüber.

„Es zeichnet sich immer deutlicher ein demografischer Engpass bei der Nachfolge ab“, bringt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner die Lage auf den Punkt. Findet sich tatsächlich ein Nachfolger, dann hat der häufig auch neue Ideen für das Unternehmen und muss dafür investieren.

Für die Unicredit bedeutet das Herausforderung und Chance in einem. „Viele Unternehmen brauchen etwa bei Kapitalmarkt- oder M&A-Transaktionen heute einen viel umfangreicheren Service als früher“, beobachtet HVB-Vorstand Kupfer.

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