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Immobilienkredite Britische Banken zahlen die Zeche

Einst galten sie als mutige Kreditgeber - jetzt bekommen britische Banken die Quittung für ihre Risikofreude. Nach dem weltweiten Preissturz für Gewerbeimmobilien, lauern etliche faule Kredite in den Bankbilanzen. Es drohen Milliardenabschreibungen.
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Düstere Zeiten für Canary Wharf: Britischen Banken drohen Kreditausfälle. Quelle: dpa

Düstere Zeiten für Canary Wharf: Britischen Banken drohen Kreditausfälle.

(Foto: dpa)

LONDON. In den Hochzeiten des Immobilienmarktes gehörten die britischen Banken zu den mutigsten Kreditgebern. Jetzt bekommen die Institute die Rechnung für ihre Risikofreude präsentiert. Auch nach fast drei Jahren Finanzkrise sieht die britische Notenbank noch erhebliche Gefahren in den Bilanzen - und die Ratingagentur Standard & Poor?s warnt, dass britische Banken von 2009 bis 2011 zwischen 23 und 37 Mrd. Pfund für faule Kredite am gewerblichen Immobilienmarkt abschreiben müssen.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) und Barclays zählen zu den wichtigen Kreditgebern des in Not geratenen Immobilienfonds der US-Bank Morgan Stanley. Nach Informationen aus Finanzkreisen will der Fonds die Schlüssel für ein Paket von europäischen Hotels mit einem Wert von 800 Mio. Pfund an Barclays zurückgeben und damit sein Eigenkapital an dem Portfolio quasi abschreiben. Die britische Bank will die Krise des Fonds nicht kommentieren, in Finanzkreisen heißt es allerdings, derzeit sei es schwierig, mögliche Verluste aus dem Geschäft abzuschätzen. Sie dürften aber auf einen zweistelligen Millionenbetrag begrenzt bleiben.

Bereits Mitte Februar hatte der Morgan-Stanley-Fonds ein rund 2,1 Mrd. Euro schweres Immobilienpaket an die RBS zurückgegeben. Kurz vor Ausbruch der Finanzkrise hatte die Bank dem Fonds 1,9 Mrd. Euro für den Kauf des Portfolios geliehen. Seither hat das Immobilienpaket erheblich an Wert verloren, so dass die RBS offenbar auf einem Buchverlust im dreistelligen Millionenbereich sitzt.

Während Barclays ohne die Hilfe der Regierung durch die Finanzkrise kam, musste der Staat die RBS retten und hält mittlerweile mehr als 80 Prozent an dem Institut. Auch die Lloyds Banking Group brauchte die Unterstützung der öffentlichen Hand. Während sich die Engagements am Markt für Gewerbeimmobilien in den Büchern von Lloyds und RBS auf mehr als 100 Mrd. Pfund summieren, fallen die Risiken bei Barclays mit einem Kreditbuch von weniger als zehn Mrd. Pfund deutlich niedriger aus.

Bereits Ende des vergangenen Jahres warnte die Britische Notenbank in ihrem Bericht zur Stabilität der Finanzmärkte ungewöhnlich deutlich vor den Gefahren, die vom Immobilienmarkt für die Sanierung des Bankensektors ausgehen. Die Notenbanker sehen hier eines der "Schlüsselrisiken".

Durch den Preissturz am Immobilienmarkt wurden die Kreditbedingungen für zahlreiche Bankfinanzierungen gebrochen. Dennoch stellen viele Institute die Darlehen nicht fällig, weil das zu weiteren Abschreibungen und neuen Löchern in der Bilanz führen würde. Stattdessen hoffen die Banken auf eine Erholung der Märkte und eine Verbesserung der Bonität ihrer Schuldner.

Die Bank of England warnt in ihrem Bericht vor den Gefahren dieser Strategie, vor allem angesichts der Refinanzierungswelle, die auf die Kreditinstitute zukommt. "Wie lange können es Banken ignorieren, dass Immobilienfirmen gegen Kreditklauseln verstoßen? Welche Fähigkeit haben Immobilienunternehmen, Kredite zu bedienen und zu refinanzieren?" fragen die besorgten Notenbanker.

Im vergangenen Herbst saßen britische Banken auf gewerblichen Immobiliendarlehen von 250 Mrd. Pfund, ein sechsmal höherer Wert als vor zehn Jahren. Davon stehen bis 2015 rund 160 Mrd. Pfund zur Refinanzierung an.

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1 Kommentar zu "Immobilienkredite: Britische Banken zahlen die Zeche"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie konnten diese banken zuletzt Gewinne ausweisen und boni auszahlen anstatt das Eigenkapital zu erhöhen mit diesen "Werten" im Hintergrund.

    Was sind das das für "Leute"? Geld-Schein-Elite pur.

    Aber solange dumme Aktionäre Aktien kaufen und dumme Wähler die gekauften Politiker wählen ...