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Deutsche Bank

Der Fehler wurde schnell erkannt, weswegen kein finanzieller Schaden entstand.

(Foto: dpa)

In nur einer Transaktion Deutsche Bank überweist versehentlich 28 Milliarden Euro

Deutschlands größtes Geldhaus hat aus Versehen 28 Milliarden Euro überwiesen – in nur einer Transaktion. Nicht die erste Panne dieser Art bei der Bank.
Update: 20.04.2018 - 00:50 Uhr 17 Kommentare

Peinliche Panne: Deutsche Bank überweist versehentlich 28 Milliarden Euro

New York Bei der Deutschen Bank ist im vergangenen Monat eine Routineüberweisung mächtig schiefgelaufen. Deutschlands größtes Finanzinstitut überwies im Rahmen seines täglichen Handels mit Derivaten versehentlich 28 Milliarden Euro auf ein Konto bei der Frankfurter Derivatebörse European Exchange (Eurex).

Die Überweisung erfolgte etwa eine Woche vor Ostern, als die Deutsche Bank eine tägliche Anpassung der Sicherheiten vornahm, sagte ein Insider „Bloomberg News“. Die Summe – höher als die Marktkapitalisierung der Bank von rund 24 Milliarden Euro – überstieg damit bei weitem den Wert der geplanten Transaktion, schreibt „Bloomberg“. Die Deutsche Bank hat die Überweisung bestätigt.

Der Fehler, der sich in den letzten Wochen der Amtszeit des ehemaligen CEOs John Cryan ereignete, wurde schnell entdeckt und es entstand kein finanzieller Schaden.

„Es war ein operationaler Fehler bei der Überweisung von Sicherheiten zwischen den Hauptkonten der Deutschen Bank und dem Eurex-Konto der Deutschen Bank“, schrieb Charlie Olivier, ein Sprecher der Deutschen Bank, per E-Mail an „Bloomberg“. „Der Fehler wurde innerhalb weniger Minuten erkannt und behoben. Wir haben die Gründe für diesen Fehler gründlich geprüft und Maßnahmen ergriffen, um eine Wiederholung zu verhindern.“

Es war nicht das erste Mal, dass die Deutsche Bank mit einer milliardenschweren Fehlüberweisung aufhorchen lässt: Im Juni 2015 hatte das Geldhaus versehentlich sechs Milliarden Dollar auf das Konto eines Hedgefonds überwiesen. Damals hieß es, es sei ein recht neuer Kollege gewesen, dem der Fehler passierte. Sein Chef sei in dieser Zeit im Urlaub gewesen. Die Bank bekam das Geld wieder.

Die jüngste Panne passiert in einer Zeit, in der das Geldhaus im Zuge des dritten Jahresverlustes in Folge einen Führungswechsel vollzieht. Zu Beginn des Monats wurde Cryan vom Co-Chef der Privatkunden- und Firmenkundensparte, Christian Sewing, als Vorstandsvorsitzender abgelöst. Zusammen mit Cryan wird auch einer seiner Stellvertreter, der bisherige Chef-Investmentbanker Marcus Schenck, seinen Posten aufgeben.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass IT-Chefin Kim Hammonds das Frankfurter Geldhaus mit der nächsten Hauptversammlung am 24. Mai verlässt. Vor wenigen Wochen hatte sie die Bank als das „dysfunktionalste Unternehmen“ bezeichnet, für das sie je gearbeitet habe.

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17 Kommentare zu "In nur einer Transaktion: Deutsche Bank überweist versehentlich 28 Milliarden Euro"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Vmtl wird sich das Bankenwesen mit seinen Bots das Grab geschaufelt haben das uns noch zu blühen scheint.

    Da halte ich es mit Ernst Bloch: Hoffen wir nicht.

  • @ Herr Thomas Behrends

    ..."Letztendlich müssen die Zahlungen von leitenden Angestellten freigegeben werden.

    Wir nennen das im Buchhaltungsbereich 4-Augen-Prinzip, bei überschreiten bestimmter Betragshöhen gucken schon einmal 6 Augen über die Sachverhalte.

    Das hat sich bewährt"...

    Da ich das bezweifelbare Vergnügen hatte die Dresdner Bank mit abwickeln zu dürfen wollen müssen: da hatte sich garnichts bewährt.

    Algo hier: wiki findet

    "
    Automatisierter Handel

    Automatisierter oder algorithmischer Handel (auch Algorithmic Trading, Algo Trading, Black Box, High Frequency Trading, Flash Trading[1] oder Grey Box Trading) bezeichnet umgangssprachlich allgemein den automatischen Handel von Wertpapieren durch Computerprogramme.

    Nach dem Wertpapierhandelsgesetz (§ 80 Abs. 2 WpHG) wird der algorithmische Handel beschrieben als Handel mit Finanzinstrumenten, bei denen ein Computeralgorithmus über die Ausführung und die Parameter des Auftrags automatisch entscheidet. Ausgenommen sind davon Systeme, die Aufträge nur bestätigen oder an andere Handelsplätze weiterleiten.

    Bis dato hat sich keine eindeutige Definition in der Literatur der Wirtschaftsinformatik und der Wirtschaftswissenschaft durchgesetzt. Viele Autoren verstehen darunter Computerprogramme, die dazu genutzt werden, bestehende Kauf- und Verkaufsaufträge (Orders) auf elektronischem Wege an die Börse zu leiten.[2] Die andere Gruppe von Autoren versteht darunter Computerprogramme, die selbständig Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen.[3] In diesem Kontext kann man Algorithmic Trading bei Buy-side- und Sell-side-Finanzinstituten unterscheiden.
    Inhaltsverzeichnis

    1 Geschichte
    2 Algorithmic Trading zur Orderaufgabe
    3 Automatisierter Handel als Entscheidungsunterstützung
    4 Abgrenzung High Frequency Trading und Systematic Trading
    5 Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität
    6 Weblinks
    7 Einzelnachweise

    Geschichte

    Zur Entwicklung des automatisierten Handels: Börsen berichten "...




  • @ Sergio Puntila 20.04.2018, 14:13 Uhr

    Was hat das mit Algorithmen zu tun.

    Letztendlich müssen die Zahlungen von leitenden Angestellten freigegeben werden.

    Wir nennen das im Buchhaltungsbereich 4-Augen-Prinzip, bei überschreiten bestimmter Betragshöhen gucken schon einmal 6 Augen über die Sachverhalte.

    Das hat sich bewährt. Leider finden diese praxis- und sicherheitsorientierten Maßnahmen keinerlei Anwendung mehr bei Banken, bei denen Geld offenbar keine Rolex spielt, Schade, denn die daraus resultierenden Verluste muss nicht die Bank, sondern der Steuerzahler auffangen.

  • bei 28 Fantastrialliarden wäre vmtl das Haus samt Gläubigern ganz sacht in die Knie gegangen, ohne dass das jemand gemerkt hätte aus den Griechen....

  • @Herrn Thomas Beherends

    Hätten Sie sich beschwert wären Sie einer jener, die sich von Cambridge Analytica die Hosen hatte heruntergezogen gegenüber hätte sehen müssen?

    Beim Algotrading kann sowas passieren.

    Sollte nicht, kann aber

    Schaun mer mal wie wie Riskhandbooks aussehen und deren Interpretationen

  • Wenn ich so schlampig arbeiten würde wie die Angestellten der Deutschen Bank AG, dann wäre ich schon 100 x pleite gewesen.

    Wie verantwortungs- und gewissenlos muss man sein, um 28 Mrd. EUR einfach mal so zu überweisen.

    Zur Erinnerung: Es handelt sich hierbei um folgende Zahl --> 28.000.000.000 . Eine unglaublich Betragshöhe!

    Wie sind die Sicherheitsstandards bei der DB aufgehängt? Darf jeder Azubi oder kleine Angestellte dort schon mit solchen Betragshöhen rumjonglieren?

    Mir scheint, dass in dieser Bank (ehemals das Aushängeschild der Deutschen Wirtschaft) gehörig der Wurm drinsteckt.

    Am Besten wäre, wenn sich der Vorstand von einem Großteil seiner "Nieten in Nadelstreifen" trennt !!!

  • Bei 700 Millionen Verlust und 2 Milliarden Bonis kann es mal passieren dass 28 Milliarden abhanden kommen. Schnee und Gras gibts dort Mittags wahrscheinlich kostenlos in der Kantine.

    Dieser Laden gehört geschlossen und abgewickelt.

  • ...bei DB'n heißt es nicht erst heute "aus betrieblichen Gründen"...

  • @ Rainer von Horn

    Ich behaupte einmal, nur durch ihr Investmentbanking konnte sich die DB zu einem System-Monster entwickeln, das nicht pleite gehen darf. Leider verstehen die Allerwenigsten, dass sowas nichts mit Kapitalismus zu tun hat: in einer wirklich freien Marktwirtschaft kann ausnahmslos JEDE Bank, die schlecht wirtschaftet, über die Wupper gehen.
    Wenn man jedoch schon reguliert, dann hätte man ein Trennbankensystem einführen müssen.

  • Wahrscheinlich aus der Portokasse bezogen , dass man so etwas unbemerkt tätigen kann. Anscheinend haben sie es ja, die Gross-Kohle, auch wenn hier immer etwas anders geschrieben wird.

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