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Intensive Suche nach ertragreichem Neugeschäft Mainzer LRP dringt ins Gehege anderer Landesbanken ein

Die deutschen Landesbanken verschärfen untereinander den Wettbewerb um die Kunden im Mittelstand. Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) kündigte gestern auf der Bilanzpressekonferenz in Mainz an, dass sie verstärkt in die angrenzenden Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen expandieren will.

HB MAINZ. „Wir werden dort das Neugeschäft mit kleinen, mittelständischen Kunden aufbauen“, sagte der neue LRP-Vorstandschef Friedhelm Plogmann. Während die LRP früher beim Mittelstandsgeschäft nicht unter die Umsatzmarke von 100 Mill. Euro gegangen sei, folge sie jetzt der neuen Muttergesellschaft Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und mische auch bei Umsätzen von beispielsweise 40 Mill. Euro mit. Ein Sprecher der WestLB sagte, man sehe den Vorstoß gelassen, bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hieß es, sie werde auf der heutigen Pressekonferenz in Frankfurt dazu Stellung beziehen.

Die LRP ist seit dem 1. Januar diesen Jahres eine hundertprozentige Tochter der größeren Landesbank in Stuttgart. Die Rating-Agenturen hatten im vergangenen Jahr signalisiert, dass die LRP mit der alten Eigentümerstruktur eine schlechte Bonitätsnote für die Zeit nach dem Wegfall der staatlichen Ausfallgarantien Mitte 2005 bekommen werde. Die Ratingagenturen monierten vor allem, dass das Land Rheinland-Pfalz nicht beteiligt war und auch einen Wiedereinstieg ablehnte.

Plogmann sagte, zukünftig würden „betriebswirtschaftliche, nicht familienpolitische“ Notwendigkeiten das öffentlich-rechtliche Bankenlager leiten. Alles, was ratingsensitiv sei, werde von der Mutter LBBW in Rheinland-Pfalz bereitgestellt, beispielsweise Refinanzierungs-Darlehen für die Sparkassen. Die LBBW hat mit „A+“ von Standard & Poor’s das beste „ungarantierte Rating“ für die Zeit ohne Staat im Rücken bekommen. Bei der Aufteilung des Mittelstands zwischen LBBW und LRP habe man sich verständigt, jeweils kein Neugeschäft über die Landesgrenze hinweg zu generieren, sagte Plogmann.

Die Konkurrenz unter den Landesbanken macht aber auch vor den Sparkassen nicht Halt. So hat die WestLB nach Angaben von Branchenbeobachtern jüngst Landkreisen und einzelnen Instituten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ihre Dienstleistungen angeboten, obwohl enge Verbundmodelle die Zusammenarbeit zwischen den dortigen Landesbanken und Sparkassen regeln. LRP-Chef Plogmann sagte dagegen, dass die Sparkassen in seiner Region nicht „fremd gingen“.

Die Expansion in die angestammten Geschäftsgebiete anderer Landesbanken erklärt sich auch über die intensive Suche nach ertragreichem Neugeschäft. Renditesteigerungen seien nicht mehr über die Kostenseite, sondern über die Ertragsschiene und bei der Risikovorsorge zu holen, sagte Plogmann. Die LRP muss nach der Vorgabe der LBBW ab 2006 eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 Prozent abliefern. 2004 hat sie die Kennziffer mit 5,7 Prozent deutlich verpasst, in diesem Jahr peilt sie zwölf Prozent an. Neben rückläufigen Zins- und Provisionsüberschüssen sorgte auch die gestiegene Risikovorsorge für eine Ertragsdelle (siehe Tabelle „Landesbank Rheinland-Pfalz“). Plogmann zeigte sich optimistisch, im laufenden Jahr besser abzuschneiden, zumal außerordentliche Belastungsfaktoren in 2004 verarbeitet seien. Dazu gehörten die Auszahlung von 390,5 Mill. Euro für die WestLB als eine der Alteigentümerinnen sowie 176 Mill. Euro für die Herauslösung der Landesbausparkasse (LBS). Ende 2004 werde die LRP am Standort Mainz ohne die LBS etwa 1 320 Mitarbeiter beschäftigen, 45 weniger als Ende 2004. Im Anschluss daran werde es „keinen nennenswerten Personalabbau“ am wichtigsten Standort geben. Die auf Privatkunden ausgerichtete Luxemburger Tochter LRI werde zukünftig an Bedeutung gewinnen.

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