Interessent unter Druck Deutsche Bank bangt um BHF-Verkauf

Die Deutsche Bank will die traditionsreiche BHF-Bank losschlagen. Doch das Geschäft gerät ins Stocken. Der Interessent RHJ International steht unter dem Druck der Aktionäre, alle Zukäufe zu stoppen.
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Ausweg versperrt? Der Verkauf der BHF-Bank gerät ins Stocken und könnte die Deutsche Bank weiter belasten. Quelle: Reuters

Ausweg versperrt? Der Verkauf der BHF-Bank gerät ins Stocken und könnte die Deutsche Bank weiter belasten.

(Foto: Reuters)

BrüsselDie Deutsche Bank muss immer mehr um den Verkauf der BHF-Bank bangen. Der Interessent RHJ International steht unter zunehmendem Druck seiner Aktionäre, alle Zukäufe zu stoppen und Kapital auszuschütten. Nun prüft der größte Anteilseigner, die Franklin Equity Group, entsprechende Forderungen mehrerer Hedgefonds zu unterstützen. „Wir schauen uns die Vorschläge an und stehen auch im Dialog mit dem RHJI-Management“, heißt es in einer Erklärung von Edwin Lugo, Portfoliomanager der Franklin Equity Group. Nach Reuters-Daten hält der Investor 15,5 Prozent, während die Fonds auf knapp vier Prozent kommen. Damit hätten die Forderungen auf der RHJI-Hauptversammlung am 18. Juni deutlich mehr Gewicht.

Die Investorengruppe rund um den Genfer Hedgefonds Equilibria moniert die Strategie des vom früheren Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer geführten Unternehmens. Sie hält den Kauf der BHF-Bank für riskant. Das Unternehmen weist die Vorschläge als destruktiv und schädlich zurück und argumentiert, bei einem Stopp des BHF-Kaufs drohten Schadenersatzzahlungen.

Die Deutsche Bank hatte sich mit RHJI im September auf den Verkauf der traditionsreichen BHF-Bank für knapp 400 Millionen Euro geeinigt. Noch fehlt die Zustimmung der Finanzaufsicht Bafin, die schon einmal Zweifel an der Finanzkraft des Investors geäußert hatte. Dieser holte daraufhin Co-Finanzierer wie den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock ins Boot, der seinerseits auch gut neun Prozent an RHJI hält. Unternehmens-Mitgründer Timothy Collins ist mit gut 13 Prozent beteiligt.

Mehrere andere Fonds halten zwischen zwei und fünf Prozent – ihr Votum könnte am 18. Juni entscheidend sein. RHJI gehört bereits die britische Privatbank Kleinwort Benson, die Fischer mit der auf reiche Privatkunden spezialisierten BHF zusammenführen will. Damit soll der Investor zu einer Finanzgruppe weiterentwickelt werden. Während die Tochter Kleinwort Benson schwarze Zahlen schreibt, steckt RHJI in der Verlustzone.

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