Interview Investmentbanking der Deutschen Bank soll nicht radikal gestutzt werden

Der neue alleinige Chef der Sparte sagt in einem Zeitungsinterview, dass sein Auftrag sei, das Investmentbanking „profitabel zu machen“.
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Der Südafrikaner ist Chef des Investmentbankings der Deutschen Bank. Quelle: picture alliance/dpa
Garth Ritchie

Der Südafrikaner ist Chef des Investmentbankings der Deutschen Bank.

(Foto: picture alliance/dpa)

LondonDer neue alleinige Investmentbanking-Chef der Deutschen Bank plant vorerst keine radikalen Schnitte bei der unter Druck stehenden Sparte. „Ich erwarte, dass das weiterhin ein Prozess bleiben wird und kein einzelnes Ereignis“, sagte Garth Ritchie der „Financial Times“. Seine Aufgabe sei es nicht, den Bereich zusammenzustutzen. „Unser Mandat ist es, die Investmentbank profitabel zu machen.“

Der Südafrikaner Ritchie arbeitet seit Jahrzehnten für die Bank. Er ist Spezialist im Handel mit Aktien. Ritchie wurde im Zuge des am Wochenende beschlossenen Vorstandsumbaus alleiniger Chef der Investmentbank, die er zuvor gemeinsam mit dem für das Beratungsgeschäft zuständigen Marcus Schenck geführt hatte, der die Bank verlassen wird. Ritchie ist zugleich gemeinsam mit Rechts- und Personalvorstand Karl von Rohr Stellvertreter des neuen Vorstandschefs Christian Sewing.

Der Abgang von Schenck und Vorstandschef John Cryan hatte besonders die Investmentbanker der Deutschen Bank verunsichert. Einige würden sich nach neuen Jobs umschauen. Besonders Schenck hinterlasse eine große Lücke, hieß es.

Die Deutsche Bank gehörte bis vor wenigen Jahren noch zur Weltliga im Investmentbanking und ist traditionell stark im Anleihehandel. Allerdings hatte das Institut zuletzt Marktanteile verloren, nicht zuletzt in den USA, wo die Übermacht der großen Wall-Street-Häuser ungebrochen ist und in den zurückliegenden Jahren sogar noch zugenommen hat. Nicht wenige Analysten und größere Anteilseigner fordern deshalb gezielte Schnitte in der Sparte und den Rückzug aus nicht profitablen Geschäftsfeldern.

Die Deutsche Bank hat bereits damit begonnen ihr Handels- und Kapitalmarktgeschäft sowie ihr Angebot bei der Beratung von Kunden bei Fusionen, Übernahmen und Börsengängen zu überprüfen. Die Ergebnisse dieser intern „Project Colombo“ genannten Prüfung sollen in den nächsten Wochen vorliegen.

  • rtr
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3 Kommentare zu "Interview : Investmentbanking der Deutschen Bank soll nicht radikal gestutzt werden"

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  • Das klingt nach einem typischen "Weiter_So" und nicht nach mutigen Schritten. An sich ist dieses Vorgehen als Prozess genau das, was man Herr Cryan vorgeworfen hat. Sanierungen, die mit klarem Zielmodell die Änderungen rasch umsetzen sind deutlich erfolgreicher als Sanierungen, die die Unternehmen zu Dauerbaustellen machen. Die Deutsche Bank ist ein gutes Beispiel dafür.Aber es sieht so aus, als ob sich die Söldner in London und New York ein weiteres Mal durchsetzen werden, um möglichst lange von ihren Pfründen profitieren zu können.

  • Wie man Türme in FFM aushöhlen kann weiß man inzw ggf als ehemaliger Dresdner Bank MA

  • Investmentbanking in Europa mag Sinn machen, Boni nach erbrachter Leistung auch.
    Aber Boni als INVESTIION geht nicht - wie Cryan es versuchte - da gehen viele, weil sie in Zukunft weniger Großzügigkeit erwarten müssen.
    Achleitner muss auch gehen, er ist mitverantwortlich für das Desaster.

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