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Interview mit Alexander Dibelius, Deutschland-Chef von Goldman Sachs "Sparkassen sind keine Sorgenkinder"

Alexander Dibelius leitet das gesamte Geschäft von Goldman Sachs im deutschsprachigen Raum. Im Interview erklärt er, welche Chancen deutsche Banken international haben.

Handelsblatt: Hat die Fitnesskur der deutschen Banken in den letzten Jahren angeschlagen?

Der Bankensektor befindet sich weiterhin auf dem Weg der Besserung und steht weit besser da als noch im Jahr 2003, das ein Annus Horribilis für die Branche war. Es gibt allerdings nach wie vor viel zu tun, um die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu stärken. Ein Bereich in dem sich immer mehr bewegt, ist der der Kreditrisiken. Wenn Sie sich das Aktivitätsniveau internationaler Finanzinvestoren wie Lone Star oder Cerberus ansehen oder auch die Aktivitäten von Investmentbanken betrachten, wird klar, dass wir in Deutschland erst am Anfang des aktiven Managements der Bankbilanzen in Bezug auf problembehaftete oder notleidende Kredite stehen. Viele Banken haben den Aufschwung an den Märkten genutzt, um sich in großem Maße von schlechten Krediten zu trennen und sie werden dies auch in Zukunft stark tun. Darüber hinaus weicht bei Banken generell immer das „Buy and Hold“ dem „Buy and Sell“, wobei z.B. durch Verbriefung schneller Eigenkapital wieder frei wird und für Neugeschäft zur Verfügung steht. Aus meiner Sicht bedeutet diese Entwicklung, dass Deutschland endgültig den Schritt von einer banken- zu einer kapitalmarktfinanzierten Volkswirtschaft vollzieht.

Besitzen die deutschen Banken im internationalen Wettbewerb überhaupt eine Chance, mithalten zu können?

Natürlich. Deutschland ist immer noch eine der drei groessten Volkswirtschaften der Welt. Und vergessen Sie nicht, dass wir in Deutschland eine Bank haben, die weltweit nach Bilanzsumme als Nummer eins dastünde, wenn sie denn ein Konzern wäre - die Sparkassenorganisation. Um mit dem eigenen Pfund wuchern zu können, müsste es allerdings zu einer vertikalen Integration kommen, sprich die Sparkassen müssten sich mit den Landesbanken zusammenschließen. Bei den Privatbanken steht angesichts der Marktmacht von Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken im Privatkundengeschäft die Retailschiene zur Gewinnung von Stärke nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Dadurch fehlt den Instituten das Fundament, um im globalen Bankgeschäft eine herausragende Rolle zu spielen. Ungerechtfertigt ist aus meiner Sicht aber die Kritik, dass die Sparkassen den Preiswettbewerb unmöglich machen. Die niedrigen Margen in Deutschland sind eher ein Ausdruck des immens hohen Wettbewerbs, der durch die bisher eingeschränkte inländische Konsolidierung sowie durch das Eintreten von ausländischen Banken als auch von „Near- und Non-Banks“ eher zunimmt. Insgesamt verhindern diese niedrigen Margen und die niedrigen „Losgrößen“ jedoch eine Profitabilität der Privatbanken wie in vielen anderen europäischen Staaten, die sich auch in niedrigeren Marktkapitalisierungen niederschlägt.

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