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Interview mit Thomas Fischer, Chef der WestLB "Wir müssen auf eigenen Füßen stehen"

Thomas Fischer ist Chef der WestLB. Im Interview spricht er über die Entwicklung der Landesbanken und einen möglichen Zusammenschluss mit den Sparkassen.
Thomas Fischer ist Chef der WestLB.

Thomas Fischer ist Chef der WestLB.

Handelsblatt:Braucht Deutschland einen nationalen Champion?

Thomas Fischer:Ein nationaler Champion ist eine politische Kategorie, keine betriebswirtschaftliche. Das Thema ist vor allem von der Industrie und Politik aufgebracht worden. „Deutsche Privatbanken sind von Industriellen gegründet worden, die es leid waren in London um Geld zu betteln.“

Ist die Dreiteilung des Bankenmarktes in Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen die Ursache für die Bankenkrise in Deutschland?

„Anders als früher wird heute das Dreisäulenprinzip für die Probleme der privaten Banken in Deutschland verantwortlich gemacht. Dabei gab es diese Struktur bereits vor zwanzig Jahren, als alle deutschen Großbanken in der internationalen Bankenliga ganz weit vorne mitspielten. Schließlich war die Deutsche Bank noch Anfang der 90er Jahre nach Marktkapitalisierung weltweit die Nummer eins. Bei der Diskussion über die Schwierigkeiten der privaten Banken in Deutschland sollte man die hausgemachten Fehler sehen.“

Welche sind dies?

„Sie haben sich beispielsweise aus der Fläche zurückgezogen. Anders als heute war die Deutsche Bank früher auch in vielen Städten die erste Adresse für das sehr lokale Geschäft.“

Aber nicht nur die privaten Banken haben Fehler gemacht?

„Alle Banken in Deutschland haben nach dem Zweiten Weltkrieg über Jahrzehnte von dem Verhalten der Kunden profitiert. Die Menschen wollten vor allem Sicherheit. Deshalb hat die Masse der Kunden ihr Geld zu niedrigen Zinsen auf Sparbüchern angelegt. Da konnten auch mittelmäßige Banken Geld verdienen. Mit der Fristentransformation aus der Laufzeitdifferenz zwischen Guthaben- und Kreditzinsen haben die deutschen Banken zeitweise mehr als 60 Prozent ihrer gesamten Gewinne erwirtschaftet. Die Vergänglichkeit dieses Phänomens war vielen Bankmanagern nicht bewusst.“

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