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Investmentbank Goldman Sachs will verstärkt Autisten einstellen

Personalchef Holmes will die personelle Vielfalt des Geldhauses erhöhen und dazu mehr Mitarbeiter einstellen, die einer Minderheit angehören.
Update: 03.04.2019 - 18:19 Uhr Kommentieren
„Neurodivers“ nennt Goldman die Zielgruppe, die die Bank unter anderem mit einem zweimonatigen bezahlten Praktikum für sich gewinnen will. Quelle: Bloomberg
Goldman Sachs in New York

„Neurodivers“ nennt Goldman die Zielgruppe, die die Bank unter anderem mit einem zweimonatigen bezahlten Praktikum für sich gewinnen will.

(Foto: Bloomberg)

New YorkDie Investmentbank Goldman Sachs will künftig verstärkt Autisten einstellen und Mitarbeiter, die unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche sowie unter Aufmerksamkeitsdefiziten leiden. Das teilte die Bank am Dienstag, passend zum Weltautismustag, mit. Die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit Autismus-Spektrum liege bei rund 80 Prozent, sagte Personalchef Dane Holmes. Dabei „zeigen Studien, dass sie oft einen höheren IQ haben, ein extrem gutes Auge für Details haben und produktiver sind“.

Neurodivers nennt Goldman die Zielgruppe, die die US-Bank unter anderem mit einem zweimonatigen bezahlten Praktikum für sich gewinnen will. Goldman folgt damit Firmen wie SAP, Microsoft, JP Morgan und einigen anderen, die längst ähnliche Initiativen haben.

Der Schritt ist Teil einer breit angelegten Anstrengung von Vorstandschef David Solomon, die Diversität im Unternehmen zu erhöhen. Bei dem Thema „gibt es keinen Königsweg“, sagte Holmes im Gespräch mit Journalisten in New York. „Es geht darum, die Ärmel hochzukrempeln und Karrieren aktiv zu managen.“

Goldman konnte zuletzt erste Erfolge vermelden. Die jüngste Kohorte an Partnern hatte den höchsten Frauenanteil aller Zeiten, mit 26 Prozent. Sechs Prozent waren afroamerikanisch, ebenfalls ein Rekord. In den kommenden Runden – die nächste steht 2020 an – „können wir das sicher noch überbieten“, prophezeit Holmes.

Der Grund: Schon vor einigen Jahren habe die Bank eine Gruppe von Managing Directors identifiziert, die in ein paar Jahren das Potenzial zum Partner haben könnten und die nicht weiß und männlich sind. „Deren Vorgesetzte müssen zweimal im Jahr darüber berichten, wie sie diese Mitarbeiter fördern und was sie konkret tun, um ihnen beim Aufstieg zu helfen“, erklärte Holmes.

Doch es bleibt viel zu tun. Bis die 150 Jahre alte Bank von einer Frau geführt werden wird, könnte es noch einige Jahre dauern. Vor allem, wenn sie wie bislang üblich aus den eigenen Reihen befördert wird. Die Goldman-Führung will Frauen auch für andere Bereiche der Bank begeistern, die bislang klassische Männerdomänen waren.

Mitarbeiterinnen, die die richtige Ausbildung mitbringen, können ein Jahr lang den Handel mit Aktien und Anleihen ausprobieren. Wenn es ihnen nicht gefällt, können sie ohne Nachteile in eine andere Abteilung wechseln.

Goldman-Manager Holmes arbeitet zudem an einer Art internen Talentvermittlung. Dank Künstlicher Intelligenz können Programme die beste Position für einen Kandidaten mit bestimmten Qualifikationen finden. „Es geht nicht mehr nur darum, die besten Leute zu bekommen und sie dann irgendwo unterzubringen.

Es geht um die Kombination aus den richtigen Qualifikationen und den richtigen Aufgaben“, stellt Holmes klar. „Wir müssen ein Match-Maker der Weltklasse werden.“ In einem nächsten Schritt könnte dieses Programm nicht nur für Recruiter von Goldman zugänglich sein, sondern auch für Bewerber.

Die Zahl der Bewerbungen steigt laut Holmes seit Jahren, doch der Bedarf nach Mitarbeitern sinkt. Auf eine Stelle bei Goldman kommen im Schnitt rund 50 Interessenten.

Wenn es um Regelverstöße geht, ist die Bank dagegen weniger tolerant als in der Vergangenheit. Vor allem, wenn es um ständige kleine Vergehen geht, die im Zweifel auch bei größeren Risiken zu einer falschen Entscheidung führen könnten.

Gerade nach dem Betrugsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ist das ein sensibles Thema. Der ehemalige Partner Tim Leissner hat gestanden, Teil eines milliardenschweren Betrugssystems gewesen zu sein.

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