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Investmentbank JP Morgan könnte firmeneigene Blockchain Quorum ausgliedern

An der Blockchain kommen auch Banken künftig nicht vorbei. JP Morgan plant offenbar, das eigene Projekt als separates Unternehmen auszugliedern.
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Die US-Bank arbeitet seit zwei Jahren an der hauseigenen Blockchain. Quelle: Reuters
JP Morgan

Die US-Bank arbeitet seit zwei Jahren an der hauseigenen Blockchain.

(Foto: Reuters)

New York Jamie Dimon ist für seine harsche Kritik am Bitcoin bekannt. Doch das Potenzial der Blockchain-Technologie, die dem Bitcoin und anderen Kryptowährung zugrunde liegt, hat der Chef der US-Bank JP Morgan früh erkannt. Amerikas größte Bank ist eine anerkannte Größe, wenn es um die Entwicklung der Technologie für die Finanzbranche geht. Quorum heißt die hauseigene Blockchain von JP Morgan, die in den vergangenen zwei Jahren entwickelt wurde, um unter anderem den internationalen Zahlungsverkehr sowie das Settlement und Clearing von Derivaten schneller und günstiger zu machen.

Nun denkt die Bank offenbar darüber nach, Quorum in ein separates Unternehmen auszugliedern, wie die „Financial Times“ berichtet. Das Problem: JP Morgan kann am meisten von den Vorteilen der Technologie profitieren, wenn andere Banken sie ebenfalls nutzen. JP Morgan gehe demnach davon aus, dass die Technologie schneller angenommen werden kann, wenn sie von einem unabhängigen Unternehmen implementiert und weiterentwickelt wird. Die US-Bank könnte Quorum noch in diesem Jahr auslagern, würde jedoch einen Minderheitsanteil behalten.

Alle großen Finanzinstitute prüfen derzeit, wie sie die Blockchain-Technologie für sich nutzen können. Viele von ihnen haben sich Konsortien angeschlossen, um die Technologie gemeinsam weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse der Mitglieder anzupassen. JP Morgan und andere Banken waren zunächst Mitglied des Konsortiums R3, alle traten jedoch im vergangenen Jahr aus.

Ein Sprecher von JP Morgan wollte die Spekulationen um Quorum nicht kommentieren, betonte jedoch, dass sich Quorum zu einer erfolgreichen Plattform entwickelt hätte mit großem Potenzial.

„Es gibt keine Vermögensklasse, die nicht gerade mit einem Blockchain-Pilotprojekt experimentiert“, sagte Amber Baldet, die Blockchain-Initiativen führend für das Institut voran treibt, vergangene Woche auf der Technologiekonferenz SXSW in Austin. Quroum ist eine Abwandlung der Ethereum-Blockchain speziell für den Gebrauch von Unternehmenskunden und sie wird bereits in verschiedenen Projekten angewendet.

Im Herbst etwa stieß Baldet eine Kooperation mit Banken in Kanada, Australien und Neuseeland an, um den internationalen Zahlungsverkehr dank der neuen Technologie zu verbessern. Die Zentralbanken in Frankreich, Brasilien, Singapur und Südafrika experimentieren ebenfalls mit Quorum. Im Sommer hat Baldet zudem eine Partnerschaft mit dem Start-up ZCash verkündet, um die Privatsphäre der Blockchain zu stärken.

JP-Morgan-Chef Dimon hat im vergangenen Herbst mit seiner scharfen Kritik am Bitcoin für Aufsehen gesorgt. Er bezeichnete die größte Kryptowährung als „Betrug“ und kündigte an, jeden Mitarbeiter „in zwei Sekunden zu feuern“ der mit Bitcoins handle. Anfang des Jahres musste er einräumen, dass er diese Aussagen gern zurücknehmen würde. Dimon betonte, dass er die Blockchain-Technologie stets als eine vielversprechende Entwicklung mit großer Zukunft gesehen habe, daran werde sich auch so schnell nichts ändern.

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