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Investmentbanken, Broker, Hedgefonds Die Gewinner und Verlierer im Kapitalmarktgeschäft

Digitale Revolution und Künstliche Intelligenzen könnten die Märkte weiter umkrempeln und das Investmentbanking deutlich verändern.
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Vor allem die Investmentbanken geraten unter Druck. Quelle: Bloomberg
Finanzdistrikt in Paris

Vor allem die Investmentbanken geraten unter Druck.

(Foto: Bloomberg)

FrankfurtEin Jahrzehnt nach der Finanzkrise boomt das Kapitalmarktgeschäft wieder – zumindest auf den ersten Blick. Eine nähere Analyse zeigt allerdings, dass klassische Investmentbanken deutlich unter Druck geraten sind, während andere Spieler in der Branche inzwischen sehr viel profitabler arbeiten. Experten erwarten, dass die digitale Revolution für weitere Verwerfungen sorgen wird.

„Viele gehen davon aus, dass sich die Branche in gewisser Weise normalisieren wird und dass sie wieder so aussehen wird wie vor der Finanzkrise. Wir erwarten dagegen, dass sich für die Jahre nach 2022 ein völlig anderes Bild entwickelt“, meint Markus Böhme vom Beratungsunternehmen Accenture.

Gemeinsam erzielen Investmentbanken, Broker, Vermögensverwalter, Asset-Manager, Hedgefonds und die Anbieter von Marktinfrastruktur Einnahmen von rund einer Billion Dollar im Jahr, zeigt eine neue Accenture-Analyse auf Basis der Daten für 2017. Aber nicht nur die Erträge sprudeln, die Branche insgesamt arbeitet auch ziemlich profitabel.

Im Schnitt erzielten die Firmen einen wirtschaftlichen Gewinn von rund 107 Milliarden Dollar. Diese Kennzahl definiert Accenture als Einnahmen abzüglich operativer Kosten, Kapitalkosten und Steuern. Das heißt, von jedem eingenommenen Dollar schaffen rund zehn Cent Mehrwert für die Aktionäre.

Diese 107 Milliarden Dollar verteilen sich allerdings sehr unterschiedlich auf die Sparten des Kapitalmarktgeschäfts. Die Gruppe der Broker, Vermögensverwalter und Privatbanken kommt auf einen wirtschaftlichen Gewinn von immerhin 18 Milliarden Dollar, die Asset-Manager schaffen sogar 31 Milliarden.

Hedgefonds erreichten 16 Milliarden Dollar, andere alternative Investments wie Immobilien oder Beteiligungskapital lagen bei 28 Milliarden, zwölf Milliarden entfielen auf Infrastrukturanbieter wie Börsen.

Dagegen kommen die Investmentbanken nur auf einen Gewinn von rund zwei Milliarden Dollar, und auch innerhalb dieser Gruppe gibt es enorme Differenzen.

Während die großen US-Spieler erhebliche Gewinne erwirtschafteten, verdienten viele europäische Investmentbanken und einige asiatische Institute ihre Kapitalkosten nicht, heißt es in der Studie. Zu letzterer Gruppe gehört auch die Deutsche Bank. 2017 erreichte die Investmentbank der Frankfurter gerade einmal eine Eigenkapitalrendite von 1,7 Prozent, 2018 waren es sogar nur 0,9 Prozent.

Accenture-Manager Böhme erwartet, dass die digitale Revolution für weitere Verwerfungen sorgen wird. Vor allem Künstliche Intelligenz und die hinter Kryptowährungen wie Bitcoin stehende Blockchain-Technologie hätten das Zeug dazu, die Märkte umzukrempeln. Drei Viertel aller Erträge im Kapitalmarktgeschäft werden heute von Intermediären erzielt, über die die Investoren Zugang zum Kern des Kapitalmarkts bekommen.

Dieses Machtverhältnis werde sich ändern, als Beispiel nennt die Studie den Börsengang von Spotify. Der Musikstreamingdienst hatte seine Aktien 2018 ohne den Umweg über Investmentbanken direkt an den Markt gebracht. Dieses Modell werde Schule machen, glauben die Accenture-Berater. Der US-Messengerdienst Slack hat sich für seinen geplanten Börsengang schon einmal für ein ähnliches Verfahren entschieden.

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