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Investor aus China Großaktionär HNA reduziert Anteile an Deutscher Bank

Der Einfluss des chinesischen Mischkonzerns HNA schwindet. Der einstige Ankeraktionär hält nur noch 5,11 Prozent an der Deutschen Bank.
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Eine chinesische Nationalflagge weht vor der Zentrale des chinesischen Konglomerats HNA. Der hoch verschuldete Konzern hat seine Anteile an der Deutschen Bank weiter auf 5,11 Prozent  reduziert. Quelle: dpa
HNA-Konzern

Eine chinesische Nationalflagge weht vor der Zentrale des chinesischen Konglomerats HNA. Der hoch verschuldete Konzern hat seine Anteile an der Deutschen Bank weiter auf 5,11 Prozent reduziert.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer chinesische Großaktionär HNA hat seine Beteiligung an der Deutschen Bank weiter verringert. Der Mischkonzern aus Fernost, der seinen Anteil vor wenigen Wochen erst auf 6,3 Prozent reduziert hatte, kontrolliert seit vergangener Woche nur noch 5,11 Prozent der Anteile an der Deutschen Bank. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervor. Der hoch verschuldete Konzern hatte im vergangenen Jahr beschlossen, sich von seinem Anteil an der Deutschen Bank zu trennen. Zeitweise besaß HNA direkt und indirekt fast zehn Prozent der Deutsche-Bank-Aktien.

Auch mit 5,11 Prozent ist HNA noch ein großer Aktionär der Deutschen Bank. Mittlerweile haben allerdings zwei Mitglieder der katarischen Herrscherfamilie, die über ihre jeweiligen Fonds zusammen rund sieben Prozent an der Deutschen Bank halten, den größten Einfluss.

HNA hatte seine Beteiligung an der Deutschen Bank seit jeher stark über Schulden finanziert und sich zugleich mit komplexen Derivate-Strukturen unterschiedlicher Laufzeit gegen allzu große Kursverluste der Aktie abgesichert. Diese Derivate-Deals, die HNA mit der Schweizer UBS vereinbart haben, erlauben es HNA, sich zu bestimmten Terminen zu vorher festgelegten Preisen von Aktien der Bank zu trennen.

In den ersten beiden Märzwochen etwa nahm die UBS den chinesischen Investoren rund 17 Millionen Deutsche-Bank-Aktien zum Preis von 16,70 Euro ab und weitere acht Millionen Euro für 11,45 Euro ab. In diesem Zeitraum notierten die Aktien an der Börse zwischen 7,75 Euro und acht Euro. Das Derivate-Konstrukt ersparte HNA somit weitere Verluste von schätzungsweise 170 Millionen Euro. Auch im April werden einige Tranchen der Derivate-Konstruktion auslaufen. Vermutlich sinkt der HNA-Anteil an der Deutschen Bank dann weiter.

Normalerweise ist es ein schlechtes Signal, wenn Großaktionäre sich von Aktienpaketen trennen. Ursprünglich hatte sich die Bank von HNA einen stabilen Ankeraktionär erhofft. Im Fall von HNA liegen die Dinge etwas anders. Wegen der undurchsichtigen Eigentümerstruktur von HNA beäugten die europäischen Bankenaufseher HNA schon seit längerem kritisch. Auch innerhalb der Deutschen Bank war HNA umstritten. Der Vorgänger von Vorstandschef Christian Sewing, John Cryan, weigerte sich sogar längere Zeit, sich mit HNA-Chef Adam Tan zu treffen.

Mit Alexander Schütz ist HNA allerdings immer noch im Aufsichtsrat der Deutschen Bank vertreten. Schütz ist Chef des österreichischen Vermögensverwalters C-Quadrat, über den HNA seine Deutsche-Bank-Beteiligung verwaltet. Der Vermögensverwalter Blackrock, dessen Vize-Verwaltungsratschef Philipp Hildebrand sich auf einer Konferenz am Freitag kritisch über eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank äußerte, hält mit derzeit 4,8 Prozent der Anteile nun fast ebenso viele Aktien wie HNA. Jeweils rund drei Prozent der Aktien hält der US-Finanzinvestor Cerberus sowie der US-Hedge-Fonds Hudson.

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