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Iqbal Khan Top-Banker der Credit Suisse von Detektiven verfolgt

Iqbal Khan lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit Detektiven. Der Verdacht fällt ausgerechnet auf seinen bisherigen Arbeitgeber Credit Suisse.
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Der Top-Banker will von der Credit Suisse zum Rivalen UBS wechseln. Quelle: Reuters
Iqbal Khan

Der Top-Banker will von der Credit Suisse zum Rivalen UBS wechseln.

(Foto: Reuters)

Zürich Ein Topmanager, drei Detektive und eine reichlich verunglückte Verfolgungsjagd in der Innenstadt von Zürich: Was sich vergangene Woche rund um den Topbanker Iqbal Khan ereignet haben soll, passt so gar nicht zur stets um Seriosität bemühten Schweizer Bankenwelt.

Khan will von der Credit Suisse zum Rivalen UBS wechseln. Dort soll der Manager ab Oktober die Leitung der Vermögensverwaltung übernehmen. Eine prominente Personalie – deren Geschichte nun eine bizarre Wendung genommen hat. Denn Khan soll im Auftrag seines Ex-Arbeitgebers Credit Suisse beschattet worden sein, heißt es in Züricher Finanzkreisen. Die Credit Suisse schweigt dazu.

Verfolger auf freiem Fuß

Der Vorfall soll sich am vergangenen Dienstag ereignet haben. Als Khan und seine Frau ihren Sohn zum Fußballtraining gebracht haben, fällt ihnen auf, dass ihnen ein Auto folgt. Es lässt sich nicht abschütteln. Vor dem Restaurant Metropol in der Züricher Innenstadt steigt der Banker aus, um das Kennzeichen der Verfolger zu fotografieren. Die versuchen aufgeschreckt, ihm das Handy zu entreißen. Als Passanten auf den Tumult aufmerksam werden, ziehen die drei Verfolger von dannen. So berichtet es die Schweizer „Sonntagszeitung“.

Die Züricher Behörden nehmen die Ermittlungen auf – und erfahren, dass es sich bei den drei Verfolgern um Privatdetektive handelt. Die Züricher Staatsanwaltschaft hat gegen sie ein Strafverfahren wegen Nötigung und Drohung eröffnet. Die Beschuldigten saßen in Untersuchungshaft, sollen aber wieder auf freiem Fuß sein.

Doch in wessen Auftrag wurde Khan beschattet? In Finanzkreisen fällt der Verdacht auf die Credit Suisse. Khan soll versucht haben, weitere Mitarbeiter von seinem alten Arbeitgeber abzuwerben. Man habe ihn dabei überführen wollen, so die Erklärung. Das wiederum weist ein Sprecher Khans als „absurd und an den Haaren herbeigezogen“ zurück. Der Manager halte sich selbstverständlich an sämtliche Abmachungen mit der Bank.

Schwierige Verhältnisse

Wenn Topmanager zu Konkurrenten wechseln, ist das nicht nur wegen ihres Wissens heikel, denn häufig wechseln dann auch Untergebene und sogar Kunden zur neuen Adresse. Ärger gibt es deshalb öfter. Doch dass ein Wechsel eine solche Affäre auslöst, das gab es am Finanzplatz Zürich noch nie. Mittendrin die zwei größten Banken des Landes – und einer der aufstrebenden Stars der Branche.

Der 43-jährige Khan gilt als Ausnahmetalent. Der ehemalige Wirtschaftsprüfer übernahm 2015 die Führung der Vermögensverwaltung der Credit Suisse. Er steigerte Umsatz und Gewinn der Vermögensverwaltung. Das Geschäft mit vermögenden Kunden spielt in der Strategie von Bankchef Tidjane Thiam für das Institut eine entscheidende Rolle.

Doch das Verhältnis zu Thiam sei zuletzt schwer belastet gewesen. Von einem Zerwürfnis war gar die Rede. Auch das will die Bank nicht kommentieren. Fest steht: Im Juli verließ Khan die Bank qua sofort, knapp zwei Monate später wurden seine Wechselpläne zur UBS publik. Dort sehen ihn manche schon jetzt als potenziellen Nachfolger für Bankchef Sergio Ermotti.

Khan will seine Stelle weiter wie geplant antreten. Abgeschlossen ist der Fall aber noch lange nicht. Nicht nur die Züricher Strafverfolger dürften sich dafür interessieren, wer die Überwachung Khans angeordnet hat. Medienberichten zufolge soll die Finanzaufsicht Finma die Vorgänge ebenfalls verfolgen. Die Behörde möchte den Fall nicht kommentieren.

Mehr: Der ehemalige Credit-Suisse-Topmanager steigt bei der UBS ein. Als neuer Co-Chef der Vermögensverwaltung hat er beste Chancen, CEO Ermotti zu beerben.

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