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IT-Probleme Buchungspanne verärgert Commerzbank-Kunden

Überweisungen auf bestimmte Commerzbank-Konten verzögern sich. Das Prekäre: Die Betroffenen sind auf das Geld oft dringend angewiesen.
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Commerzbank: IT-Panne verärgert Kunden Quelle: dpa
Commerzbank

Deutschlands zweitgrößte Privatbank kämpft nicht zum ersten Mal mit IT-Pannen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Commerzbank hat mit einer Buchungspanne viele weniger betuchte Kunden verärgert. Wegen technischer Probleme wurden zum Monatswechsel auf einem Teil der Pfändungsschutzkonten keine Zahlungseingänge verbucht.

Zahlreiche Kunden klagten am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, wegen der Panne nicht an Bargeld zu kommen. „Ich habe seit gestern nichts mehr zu essen“, schrieb ein Nutzer. Und er könne auch keine Fahrkarte für den Nahverkehr kaufen und müsse deshalb nun elf Kilometer zur Arbeit laufen.

Wegen der Panne wurden auch zahlreiche Daueraufträge und Lastschriften nicht ausgeführt, weil auf den Konten, die nicht überzogen werden dürfen, nicht genug Guthaben vorhanden war. Die Commerzbank entschuldigte sich bei ihren Kunden. „Es tut uns furchtbar leid für die Leute“, sagte ein Commerzbank-Sprecher.

Betroffene Kunden hätten die Möglichkeit, bei einem Berater in ihrer Filiale bis zu 1.000 Euro abzuheben, auch wenn noch kein Geld auf ihren Konten gutgeschrieben sei, erklärte der Sprecher. „Es ging uns darum, eine schnelle Lösung zu finden, damit die Leute an Geld kommen. Aber natürlich ist nicht jeder in die Filiale gegangen.“ Kosten für fehlgeschlagene Lastschriften und Mahngebühren werde das Institut übernehmen.

Deutschlands zweitgrößte Privatbank ist nach eigenem Bekunden weiter dabei, das Problem zu beheben. „Die Buchungen laufen weiter, sind bis jetzt aber noch nicht abgeschlossen“, sagte der Sprecher. Wie viele Kunden von der Panne betroffen seien, könne das Frankfurter Geldhaus aktuell nicht beziffern.

Nicht die erste IT-Panne bei der Commerzbank

Pfändungsschutzkonten gibt es seit 2010. Durch sie soll sichergestellt werden, dass Schuldner genügend Geld zur Verfügung haben, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Pro Monat sind aktuell mindestens 1.133,80 Euro vor Pfändung geschützt.

Bei den Nutzern von Pfändungsschutzkonten handelt es sich unter anderem um Selbstständige, die Insolvenz anmelden mussten, oder um Bezieher von Harz IV. Viele Kontonutzer bekommen am Monatsanfang einen größeren Geldbetrag auf ihr Konto überwiesen, der in der Regel schon am letzten Tag des Vormonats verbucht wird.

Bereits im vergangenen Jahr mussten sich Kunden der Commerzbank und ihrer Onlinetochter Comdirect mehrmals mit technischen Problemen herumschlagen. Wegen einer Panne bei Wartungsarbeiten konnten etliche Kunden über Stunden hinweg ihre Geldkarte nicht benutzen – etwa beim Bezahlen an der Ladenkasse oder beim Abheben am Geldautomaten. Wenig später sorgten Probleme beim Onlinebanking und bei Zahlungen mit Girokarten für Unmut. Bei Comdirect bekamen im September zudem einige Kunden Einblick in die Kontoauszüge fremder Menschen.

Doch auch andere Geldhäuser sorgen mit IT-Pannen regelmäßig für Schlagzeilen. Die Schweizer Raiffeisen Bank schickte kürzlich an eine dreistellige Zahl von Kunden die Auszüge anderer Menschen. Und bei Kunden der Deutschen Bank wurden im Jahr 2016 Lastschriften und Abbuchungen doppelt angezeigt. Manche Kontoinhaber rutschten dadurch zumindest virtuell ins Minus – und konnten teilweise kein Geld mehr abheben.

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1 Kommentar zu "IT-Probleme: Buchungspanne verärgert Commerzbank-Kunden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Befürworter der Bargeldabschaffung schweigen bei solchen Skandalen immer. Ja hier kann man sehen wo weitere Probleme sind. Konto einfach leer, falsche Buchungen, IT-Fehlfunktion.
    Wer Bargeld zuhause hat kann wenigstens bis zur Behebung des Problems weiterhin Lebensmittel einkaufen und Tanken also seine Grundversorgung sicher stellen.
    Private oder staatliche Banken dürfen niemals die Zwangsverwalter unseres Geldes werden, Wir sind dann der Willkür dieser Geldinstitute ausgesetzt. Nur Bargeld schützt uns davor, auch gegen Minuszinsen.
    Unsere RV zahlt jährlich 50 Millionen Euro an Strafzinsen an die EZB, Geld das den deutschen RV-Beitragszahler gehöhrt. Die nenne ich Enteignung.

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