Italien Immer mehr faule Kredite

Seit drei Jahren befindet sich Italien in der Rezession. Das Land kommt nicht von seinen ausfallgefährdeten Krediten los. Im nächsten Jahr soll deren Volumen erneut steigen. Frühestens 2017 könnte sich die Lage drehen.
Die Summe aller faulen Kredite Italiens beläuft sich auf 200 Milliarden Euro. Dies entspricht 18 Prozent aller Firmendarlehen und schränkt die Institute bei der Vergabe neuer Kredite ein. Quelle: dpa
Geldprobleme

Die Summe aller faulen Kredite Italiens beläuft sich auf 200 Milliarden Euro. Dies entspricht 18 Prozent aller Firmendarlehen und schränkt die Institute bei der Vergabe neuer Kredite ein.

(Foto: dpa)

MailandDer Berg fauler Kredite bei den italienischen Banken wird nach Branchenangaben auch im kommenden Jahr steigen. Mit einer Zunahme von 2,7 Prozent werde das Wachstum aber deutlich schwächer ausfallen als in den beiden Jahren zuvor, teilte der Bankenverband ABI am Montag mit. Erst 2017 sei im Zuge der wirtschaftlichen Erholung mit einer Wende zu rechnen. Dann dürfte es einen Rückgang von 3,2 Prozent geben. Erstmals seit 2008 würde dann auch der Anteil ausfallgefährdeter Kredite an der gesamten Darlehenssumme sinken. Mit einem Prozentsatz von zehn Prozent liege deren Anteil aber auch dann noch deutlich über dem Niveau vor der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise.

Auf italienischen Banken lasten faule Kredite in Höhe von 200 Milliarden Euro, deren Rückzahlung nach drei Jahren Rezession im Land als sehr zweifelhaft gilt.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

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