Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Italienische Großbank Auch Unicredit steht vor umfangreichem Personalabbau – 10.000 Stellen in Gefahr?

Bei der italienischen Großbank könnten bald Tausende Arbeitsplätze wegfallen. Weitgehend verschont werden dürfte indes die deutsche Tochter Hypo-Vereinsbank.
Update: 22.07.2019 - 19:35 Uhr Kommentieren
Ein Insider sagte, betroffen seien vor allem Mitarbeiter in Italien. Quelle: AFP
Unicredit

Ein Insider sagte, betroffen seien vor allem Mitarbeiter in Italien.

(Foto: AFP)

München Mit dem Strategieprogramm „Transform“ brachte Unicredit-Chef Jean Pierre Mustier für die italienische Großbank Unicredit die Gewinnwende und die Rückkehr in die erste Reihe der europäischen Tophäuser. Beim Nachfolgeprogramm für die Jahre 2020 bis 2023, das Anfang Dezember vorgestellt wird, werden all die eingeleiteten Maßnahmen indes nicht ausreichen.

Ähnlich wie bei der Deutschen Bank könnten auch bei Unicredit in nächster Zeit Tausende von Arbeitsplätzen wegfallen. Am Montag hatte zuerst die Agentur Bloomberg darüber berichtet und dabei die Zahl von 10.000 Arbeitsplätzen genannt. Damit sollten die Betriebskosten um rund zehn Prozent gesenkt werden.

Für genaue Zahlen sei es jedoch noch zu früh, womöglich falle die Zahl auch geringer aus, hieß es. Die Bank selbst wollte die Gerüchte nicht kommentieren. Genaue Zahlen werde es wohl erst im Herbst geben. Der Unicredit-Aktie gab die Meldung keinen Auftrieb, sie verlor am Montag rund ein halbes Prozent.

Weitgehend vom Jobabbau verschont werden könnte nach Informationen des Handelsblatts die Hypo-Vereinsbank (HVB). Die deutsche Tochter der Unicredit beschäftigte zum Jahreswechsel rund 12.000 Mitarbeiter in Vollzeit und hatte zuletzt bereits jeweils mehr als tausend Stellen pro Jahr abgebaut. Noch im Jahr 2016 waren 14.700 Mitarbeiter in Vollzeit bei der Münchener Bank beschäftigt.

Schon vor rund zwei Jahren erzielten dort die Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung mit der Konzernmutter, dass bis zum Jahr 2025 mindestens 11.000 Vollzeitstellen bei der HVB erhalten werden sollen. Diese Vereinbarung wurde bisher nicht widerrufen. Allerdings ist sie juristisch nicht bindend, heißt es von Arbeitnehmerseite. Man verlasse sich aber weiterhin darauf.

Insgesamt sind in Deutschland auch nur 14 Prozent der knapp 86.230 Unicredit-Mitarbeiter beschäftigt, dagegen 46 Prozent in Italien und 30 Prozent in Zentral- und Osteuropa. Der große Aderlass würde vermutlich dort stattfinden, käme es tatsächlich zu größeren Stellenstreichungen. Das ist aus dem Umfeld der Bank zu hören. Dass im Rahmen des neuen Strategieprogramms im Dezember auch Arbeitsplätze wegfallen, wird allgemein erwartet.

Derzeit werde jede Einheit und jede Region durchforstet, hieß es vonseiten der Unicredit. Erste Hinweise zu den Auswirkungen bei der HVB könnte es möglicherweise zum 1. August geben. Dann tagt der Aufsichtsrat dort zum letzten Mal vor den Sommerferien.

In diesem Zusammenhang halten sich ebenfalls seit Wochen bereits Gerüchte, dass die Unicredit ihr Auslandsgeschäft unter dem Dach der Hypo-Vereinsbank in München zusammenfassen will. Jean-Pierre Mustier hatte im Mai angekündigt, dass er die Bank zur günstigeren Refinanzierung unabhängiger von Italien machen wolle. Die Folge könnte eine Holding aller Auslandsgesellschaften um die HVB, die Bank Austria sowie die Töchter in Zentral- und Osteuropa sowie in der Türkei sein.

Eine Rückkehr in die Zeit, als die HVB noch ein eigenständiges Haus war, wäre eine solche Entscheidung dennoch nicht. Das würde der als Stratege geltende Mustier nicht zulassen. In den mittlerweile mehr als 14 Jahren seit der Fusion zwischen den Banken in München und Mailand sind beide Häuser schließlich eng zusammengewachsen mit einem engen personellen wie wirtschaftlichen Austausch. Nicht umsonst lautet der Firmenslogan der Bank schon seit Jahren quer über alle Länder „One Bank, one Unicredit“.

Mehr: Neue Sorgen, alte Krisen – Italiens Banken legen mittelmäßige Quartalszahlen vor.

Startseite

Mehr zu: Italienische Großbank - Auch Unicredit steht vor umfangreichem Personalabbau – 10.000 Stellen in Gefahr?

0 Kommentare zu "Italienische Großbank: Auch Unicredit steht vor umfangreichem Personalabbau – 10.000 Stellen in Gefahr?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote