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Italiens Bankenkrise EZB sorgt sich um die italienische Bank Monte dei Paschi

Die Bankenaufseher der europäischen Notenbank sehen Schwächen bei der Kapitalausstattung und Profitabilität der Bank aus Siena. Die Aktie stürzt an der Mailänder Börse ab.
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Das italienische Geldhaus ist wegen eines riesigen Bergs fauler Kredite in Schieflage geraten und musste vom Staat gerettet werden. Quelle: Bloomberg
Bankfiliale von Monte dei Paschi in Rom

Das italienische Geldhaus ist wegen eines riesigen Bergs fauler Kredite in Schieflage geraten und musste vom Staat gerettet werden.

(Foto: Bloomberg)

Rom Die Bankenbranche in Italien bleibt unter Beobachtung – befürchtet wird offenbar eine neuerliche Krise. Diesmal wollen die Europas Aufseher rechtzeitig reagieren: Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) zu Jahresbeginn die kleine Regionalbank Banca Carige unter Zwangsverwaltung gestellt hatte, gerät jetzt erneut das Geldhaus Monte dei Paschi ins Visier.

Die Banker in Siena erhielten nach eigenen Angaben ein Warnschreiben der EZB. Darin ist von „beträchtlichen Herausforderungen“ die Rede, vor denen Monte dei Paschi bei der Rückkehr an den Kapitalmarkt stehe. Die EZB weist vor allem auf Schwächen bei der Kapitalausstattung und der Profitabilität hin.

Die Reaktion an der Mailänder Börse kam prompt: Zu Wochenbeginn stürzte Monte dei Paschi zwischenzeitlich um bis zu 9,3 Prozent ab. Die Aktien wurden zeitweise vom Handel ausgesetzt. Insgesamt hat die Bank seit ihrer Rückkehr an die Börse im Oktober 2017 rund 69 Prozent ihres Wertes verloren.

Die älteste Bank der Welt war 2016 nach einer gescheiterten Kapitalerhöhung mit 6,9 Milliarden Euro vom italienischen Staat gerettet worden, den Mehrheitsanteil mit 68,5 Prozent hält seitdem das römische Wirtschafts- und Finanzministerium. Die EU-Kommission und die EZB hatten nach langen Verhandlungen über den Plan zur Umstrukturierung Mitte 2017 einer vorsorglichen Kapitalspritze in Höhe von 5,4 Milliarden Euro zugestimmt.

Bankchef Marco Morelli arbeitet seitdem an der Umsetzung des Restrukturierungsplans, der Kosteneinsparungen, Reduzierung der Filialen, Entlassungen und vor allem den Abbau der notleidenden Kredite vorsieht. Bis Mitte des Jahres muss der Hauptaktionär, also das Ministerium, in Brüssel einen Plan präsentieren, wie er sich von seinen Anteilen an der Bank trennen will. Dies soll bis spätestens 2021 geschehen sein, hatte der damalige Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan im Juli 2017 angekündigt. Doch der Umbau der Bank scheint der EZB nicht schnell genug zu gehen.

„Die Nachricht der EZB kommt überraschend“, sagte Analyst Luigi Tramontana von der Bank Akros. Er stufte sein Rating für die Aktien auf „Halten“ von „Kaufen“ zurück. Das Schreiben der Zentralbank sei negativ für die gesamte Branche, ergänzte ein zweiter Analyst in Mailand, und kritisierte vor allem den Regulierungsdruck. Konkret geht es um die Ausgabe einer seit Monaten geplanten Anleihe.

Die Bank aus Siena will nach Medienberichten schon in dieser Woche das Interesse von Investoren an einem nachrangigen Bond ausloten. Seit Sommer ist das Monte dei Paschi nicht gelungen.

Hier kommt die Politik ins Spiel. Denn seit in Rom die populistische Regierung im Amt ist, sind Investoren zurückhaltender geworden. Gedankenspiele, dass Monte dei Paschi in eine Staatsbank, eine „staatliche Investmentbank“, wie Vizepremier Luigi Di Maio sagte, umgewandelt werden könnte, verunsichern potenzielle Geldgeber. Solche Gerüchte gibt es seit längerem, doch bislang ohne konkrete Einzelheiten.

Am Sonntag sagte Giancarlo Giorgetti, „Kanzleramtsminister“ auf dem Ticket der rechtskonservativen Partei Lega im Amt von Premier Giuseppe Conte, man könne nicht die Augen verschließen vor den Problemen des Kreditsektors. Es gebe ein Carige-Problem, aber auch ein Monte-dei-Paschi-Problem. 

Die Rettung der Banca Carige war in der vergangenen Woche nach der Blaupause von Monte dei Paschi abgelaufen. Die Regierung beschloss, der Regionalbank Garantien für neue Anleihen zu geben und ihr außerdem Gelder für eine vorsorgliche Rekapitalisierung zur Verfügung zu stellen. Die Regierung legte für die potenziellen Kosten zur Stützung der Bank einen Fonds in Höhe von 1,3 Milliarden Euro auf.

„Ich hoffe, dass Monte dei Paschi seine Probleme in den Griff bekommt. Aber wenn das nicht der Fall ist, muss die Regierung ihre Verantwortung übernehmen“, ließ Giorgetti wissen.

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