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Jahresbilanz Auf diese fünf Punkte sollten Anleger bei der Allianz achten

Am Freitag präsentiert die Allianz ihre Jahreszahlen. Die Investoren sind nicht nur auf die Zahlen fokussiert, sondern auch auf die Details zum Konzernumbau.
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Am Freitag präsentiert die Allianz ihre Jahreszahlen. Quelle: AFP
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Am Freitag präsentiert die Allianz ihre Jahreszahlen.

(Foto: AFP)

MünchenDas Ziel ist klar betitelt: „Es geht jetzt darum, der Beste am Markt zu sein“, sagte Allianz-Chef Oliver Bäte bei der Vorstellung des neuen Mehrjahresplans Ende November. Aus der „Renewal Agenda“, die Bäte zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2015 vorlegte, war da die „Renewal Agenda 2.0“ geworden.

Der Zusatz „Simplicity wins“ verdeutlichte dabei jedoch, dass anders als bei dem sehr auf Zahlen fixierten ersten Plan künftig bis zum Jahr 2021 der konsequente Umbau in Richtung Digitalisierung im Vordergrund stehen soll. Die üppige Produktvielfalt soll dabei komplett entkernt werden, über Länder und womöglich gar Kontinente sollen vergleichbare Tarife entstehen. Vor allem soll der Service besser werden, was sich für Kunden in weniger Ausschlusskriterien und mehr Leistungen im Schadenfall widerspiegelt.

Wenn Oliver Bäte am Freitagmorgen um 8.30 Uhr gemeinsam mit Finanzvorstand Giulio Terzariol und Investmentchef Günther Thallinger die neuesten Zahlen vorstellt, sollten Anleger auf diese fünf Punkte achten.

1. Gewinn: Die Frage lautet, wie weit der Gewinn über den 11,1 Milliarden Euro liegen wird, die vor einem Jahr präsentiert wurden. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Konzerngewinn von 11,4 Milliarden Euro. Die Allianz befände sich damit am oberen Ende der Spanne von 11,1 Milliarden Euro mit einem Ausschlag von 500 Millionen Euro nach oben wie nach unten.

Dieses Ziel hatte der neue Finanzchef Giulio Terzariol schon vor einem Jahr ausgegeben und seither nicht mehr angefasst. Klar war aber seit dem Herbst, dass man hier sehr gut unterwegs ist. Nach neun Monaten war bereits ein Gewinn von 8,7 Milliarden Euro erreicht, 400 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Damals war aber noch von relativ wenigen Großschäden die Rede. Interessant wird jetzt sein, wie die verheerenden Waldbrände in Kalifornien im vierten Quartal das Ergebnis womöglich doch noch belastet haben.

2. Aktienrückkauf: Noch vor zwei Jahren waren Aktienrückkäufe etwas, was die Konkurrenz macht, aber nicht die Allianz. Dann folgten in relativ kurzer Zeit Programme über drei, zwei und eine Milliarde Euro. Das letzte davon lief Ende September aus.

Denkbar ist, dass nun ein weiteres Programm aufgelegt wird. Solche Maßnahmen ziehen zwar regelmäßig auch viel Kritik von Investoren auf sich. Von kurzfristigen Effekten ohne Substanz ist dann die Rede.

Am Aktienmarkt tritt indes häufig der gegenteilige Fall ein. Der Kurs steigt, weil sich das Angebot an frei handelbaren Aktien verknappt. Die Gefahr bei solchen Aktionen ist jedoch stets, dass dann Geld für die Fortentwicklung des Unternehmens fehlt. Bei der Allianz kennt man solche Probleme allerdings nicht.

3. Sachversicherung: Besonders die Produkte aus dem Bereich Schaden und Unfall sollen künftig anders, einfacher und servicefreundlicher sein. Zuletzt war bereits aufgefallen, dass die Sparte, die nach der Lebensversicherung und der Vermögensverwaltung als dritte bei der Allianz zum Umbau ansteht, wieder in der Spur ist.

Nach neun Monaten hatte sie mit einem Gewinnplus von 45 Prozent auf mehr als 1,5 Milliarden Euro überrascht. Kurz vor Ende der auslaufenden „Renewal Agenda“ hatte man damit das Ziel bei der Schaden-Kosten-Quote mehr als erreicht. Die anvisierten 94 Prozent wurden mit 93,1 sogar unterboten, was den Gewinn noch einmal nach oben trieb.

Die Herausforderung wird nun sein, über die Massenprodukte Kfz, Haftpflicht, Hausrat oder Wohngebäude einen noch intensiveren Kontakt zum Kunden aufzubauen, damit der in Zukunft auch andere Finanzprodukte bei der Allianz kauft. Spannend wird auch das Zusammenwirken mit dem neuen Direktversicherer „Allianz Direct“ sein, der Ende des Jahres starten soll. Eine Kannibalisierung zwischen Online- und stationärem Geschäft soll es nicht geben, sagen die Verantwortlichen. Die Realität wird das beweisen müssen.

4. Lebensversicherung: Die Sparte hat sich zuletzt schwächer entwickelt. Im dritten Quartal ging das operative Ergebnis leicht auf 1,052 Milliarden Euro zurück, ein Jahr davor standen an dieser Stelle noch 1,069 Milliarden Euro. Weiterhin intakt ist allerdings das Neugeschäft, das in diesem Zeitraum um 16 Prozent anzog.

Aber auch hier trübt der Blick ins Detail etwas die Laune. Vor allem das gute US-Geschäft trug zum Wachstum bei. Die gute Konjunktur dort hat die Menschen nicht nur zu mehr Konsum getrieben, sondern ließ sie auch stärker an ihre Altersvorsorge denken.

Doch auch auf dem Heimatmarkt Deutschland verkauft die Allianz weiter erfolgreich Lebensversicherungen. Hier werden beinahe nur noch die neuen, am Kapitalmarkt orientierten Produkte angeboten. Ein Problem für die Sparte war zuletzt allerdings der Rückgang des Geschäfts in Asien sowie die Entwicklung an den Währungsmärkten.

5. Aktienkurs: Nach einem außergewöhnlich guten Jahr 2017 mit einem Plus von rund 25 Prozent bot der Aktienkurs im vergangenen Jahr kein Vergnügen für die Aktionäre. Er trat weitgehend auf der Stelle. Gegen Ende des Jahres, als die Börsen generell unter Druck gerieten, ging es sogar noch einmal deutlich nach unten.

Vonseiten der Investoren gibt es zwar noch keine Kritik. Der Konzern steht nach wie vor prächtig da. Es fehlt manchem jedoch bislang die Fantasie, wo weiteres Kurspotenzial herkommen soll. Die Vorstellung des neuen Mehrjahresplans hat sie bisher nicht entfachen können. Die Anleger warten stattdessen im Moment ab, ob den Ankündigungen auch echte Zuwächse auf Umsatz- und Gewinnseite folgen.

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