Jahreszahlen Sparkassen hängen Deutsche Bank ab

Vor Steuern machen die mehr als 400 Sparkassen 4,4 Milliarden Euro Gewinn – dreimal so viel wie die Deutsche Bank. Das Kreditgeschäft läuft solide, mit dem Wertpapierhandel ist aber immer weniger zu verdienen.
Update: 06.03.2013 - 13:06 Uhr Kommentieren
Logo vor einer Sparkassen-Filiale: Der Vorsteuergewinn der Institute geht leicht zurück. Quelle: dpa

Logo vor einer Sparkassen-Filiale: Der Vorsteuergewinn der Institute geht leicht zurück.

(Foto: dpa)

FrankfurtDas stabile Geschäft mit Privatkunden und Unternehmen lässt bei den Sparkassen die Kassen klingeln. Wegen der Niedrigzinsphase und rückläufigen Wertpapiergeschäften ging der Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr zwar um sieben Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zurück, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Die 422 Sparkassen verdienten damit aber immer noch mehr als drei mal so viel wie der Branchenprimus Deutsche Bank, der wegen des Konzernumbaus und Kosten für Rechtsstreitigkeiten 2012 nur einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro einfuhr.

Unter dem Strich verdienten die Sparkassen im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Euro. „Die Sparkassen sind in ihrer Gesamtheit sehr solide und liquide aufgestellt“, sagte der seit Mitte Mai amtierende DSGV-Präsident Georg Fahrenschon. Die Institute hätten ihre Kapitalpuffer im vergangenen Jahre erneut gestärkt und die Vorgaben der Aufseher „deutlich übererfüllt“. Die durchschnittliche Kernkapitalquote der Sparkassen stieg um zwei Prozentpunkte auf 12,5 Prozent.

Das Geschäftsmodell der Institute, Spareinlagen als Kredite auszureichen, ist stabil, allerdings hinterlässt die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) deutliche Spuren in der Bilanz der Geldhäuser. Der Zinsüberschuss, traditionell die dominierende Ertragsquelle der Sparkassen, sank 2012 um knapp zwei Prozent auf 23,2 Milliarden Euro.

Roland Boekhout, der Chef des Sparkassen-Rivalen ING-Diba, hat kürzlich vorhergesagt, dass nicht alle deutsche Banken die Niedrigzinsphase überleben werden – besonders, wenn sie hohe Kosten haben. Die ING-Diba und andere Institute aus dem In- und Ausland, die häufig keine Filialen betreiben und geringe Kosten haben, werben seit einiger Zeit mit vergleichsweise hohen Sparzinsen um die Einlagen der deutschen Kunden – und bringen die Sparkassen damit gegen sich auf.

Außerdem bekommen die Sparkassen - wie alle anderen Banken - zu spüren, dass seit der Finanzkrise immer weniger Kunden Lust auf Wertpapiergeschäfte haben. So erhalten sie in der Folge weniger Provisionen. Im vergangenen Jahr sank der Provisionsüberschuss der Sparkassen um ein Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. 2012 habe der Umsatz mit Wertpapieren zehn Prozent unter dem des Jahres 2011 und 43 Prozent unter dem des Jahres 2008 gelegen, sagte Fahrenschon.

„Daran ist zu erkennen, wie stark sich die Finanzkrise im Bewusstsein von breiten Kundengruppen eingebrannt hat.“ Für die Kunden und die deutsche Volkswirtschaft sei es jedoch wichtig, dass die Menschen weiter Geld in deutsche Unternehmen steckten. Die Politik dürfe die Wertpapierberatung deshalb nicht weiter durch bürokratische Auflagen erschweren, forderte der CSU-Politiker. „Die Politik gefährdet mit solchen Maßnahmen die Aktienkultur.“

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