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Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank

Vorstandschef Christian Sewing wich der Frage nach einer Fusion mit der Commerzbank aus.

(Foto: imago/Hannelore Förster)

Jahreszahlen Was die Deutsche Bank preisgibt – und was nicht

Die Deutsche Bank enttäuscht mit einem Mini-Gewinn für 2018 erneut. Trotzdem ist der Vorstand offenbar der Ansicht, für 2018 wieder Boni verdient zu haben.
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FrankfurtDeutsche-Bank-Chef Christian Sewing und seine Kollegen haben an diesem Freitag mehr als zwei Stunden über die Lage des Geldhauses gesprochen. Doch zur wichtigsten Frage hielten sie sich allesamt bedeckt: Kriegt die Deutsche Bank, die mit einem Mini-Gewinn 2018 erneut enttäuschte, alleine die Kurve? Oder kommt es zeitnah zu einer Fusion mit der Commerzbank?

Deutschlands größtes Geldhaus habe 2018 alle Ziele erreicht und sei zuversichtlich, dass das auch im laufenden Jahr gelingen werde, sagte Sewing in Frankfurt auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz als Vorstandschef. „Genau darauf konzentrieren wir uns.“ Das sei der Plan des Managements. „Über alles andere mache ich mir keine Gedanken. Wir beteiligen uns an diesen Spekulationen nicht.“

Politischen Druck aus Berlin, mit der Commerzbank zu fusionieren, verspüre er nicht, erklärte Sewing. Grundsätzlich finde er es positiv, dass sich die Bundesregierung Gedanken über den Finanzstandort Deutschland mache. „Das ist wichtig für Deutschland, das ist wichtig für die deutsche Wirtschaft.“ Viele Mittelständler seien schließlich nicht am Kapitalmarkt aktiv und abhängig von Bankkrediten.

Noch im September hatte Sewing mit Blick auf mögliche Fusionen gesagt, er wolle in den nächsten 18 Monaten zunächst die Profitabilität der Bank steigern, bevor er sich mit anderen Dingen beschäftige – also frühestens 2020. Diese Zeitrahmen wiederholte er bei der Pressekonferenz trotz mehrmaliger Nachfrage nicht.

Die Zahlen des abgelaufenen Jahres stärkten bei Investoren und Analysten nicht den Eindruck, dass die Deutsche Bank dabei ist, alleine auf den Erfolgskurs zurückzukehren. Das Institut schrieb nach drei Verlustjahren zwar erstmals wieder einen Gewinn. Das den Aktionären zurechenbare Ergebnis belief sich auf 267 Millionen Euro. Das entspricht jedoch lediglich einer kümmerlichen Eigenkapitalrendite von 0,5 Prozent.

Die Analysten von Berenberg sprachen von „schwachen Zahlen – alle Bereiche haben schlechter abgeschnitten als erwartet“. Fondsmanagerin Alexandra Annecke von Union Investment ist vor allem über die Entwicklung im Investmentbanking enttäuscht.

„Die Investoren brauchen einen langen Atem“, sagte sie. „Die Wende lässt weiter auf sich warten.“ Die Aktie der Deutschen Bank, die im vergangenen Jahr bereits rund die Hälfte ihres Werts verloren hatte, gab rund drei Prozent nach.

Sewing räumte ein, dass das zurückliegende Jahr nicht einfach war. „Wir sind natürlich noch nicht dort, wo wir hinwollen – vor allem mit Blick auf die Erträge, die um vier Prozent gesunken sind.“ Doch aus seiner Sicht gibt es beim Konzernumbau auch viele Fortschritte.

Die Kosten seien im vergangenen Jahr stärker gefallen als die Erträge. Nun beginne „eine neue Phase – und zwar die des kontrollierten Wachstums“. Die Eigenkapitalrendite soll im laufenden Jahr auf vier Prozent steigen.

„Das hat was mit Anstand zu tun“

Grundsätzlich versuchte sich Sewing, der im April vom Privatkundenvorstand zum Chef befördert wurde, als durchsetzungsstarker Macher darzustellen. „Wir haben gehalten, was wir versprochen haben“, betonte er mehrmals. „Wir haben eine neue Form von Kostendisziplin geschaffen – eine Disziplin, die es so zuvor nicht gegeben hat.“

Die bereinigten Kosten sanken im vergangenen Jahr um 1,1 Milliarden Euro auf 22,8 Milliarden Euro. Die Zahl der Vollzeitstellen fiel um fast 6000 auf 91.700 Mitarbeiter.

Angesichts dieser Fortschritte ist der Vorstand der Deutschen Bank offenbar auch der Ansicht, für 2018 wieder Bonus-Zahlungen verdient zu haben. Darauf hatte das Führungsgremien in den Jahren zuvor angesichts roter Zahlen verzichtet.

„Es war für den Vorstand keine Frage, bei einem Verlust die Boni nicht anzunehmen. Das hat was mit Haltung zu tun, das hat was mit Anstand zu tun“, erklärte Sewing. „Die Situation ist aufgrund des Gewinns dieses Jahr eine andere.“ Aber am Ende entscheide darüber natürlich der Aufsichtsrat.

Sewing machte bei seinem Auftritt einen konzentrierten Eindruck. Auf viele kritische Fragen hatte er sich offensichtlich Antworten zurechtgelegt – und wiederholte diese auch bei Nachfragen nahezu unverändert. Das Wort „Commerzbank“ nahm er während der gesamten Pressekonferenz nicht einmal in den Mund.

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