Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Joachim Wuermeling Bundesbank-Vorstand spricht sich gegen Verbot von Negativzinsen für Sparer aus

Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling sieht in Negativzinsen ein mögliches Instrument für Banken, um rentabel zu sein. Ein Verbot sieht er skeptisch.
1 Kommentar
Der Bundesbank-Vorstand spricht sich gegen den Vorstoß von Markus Söder aus. Quelle: dpa
Joachim Wuermeling

Der Bundesbank-Vorstand spricht sich gegen den Vorstoß von Markus Söder aus.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Bundesbank hält nichts von einem generellen Verbot von Negativzinsen für Sparer. „Natürlich muss der Verbraucherschutz vorbeugen, dass Kunden nicht übervorteilt werden“, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Aber aus der Sicht der Bankenaufsicht müssten Geldhäuser die Spielräume haben, um ihre Kosten und ihre Erträge in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte vor zwei Wochen einen Vorstoß des Freistaats im Bundesrat angekündigt, um Negativzinsen für einen Großteil der Sparer zu verbieten. Einlagen bis 100.000 Euro sollten grundsätzlich von solchen Strafzinsen ausgenommen werden, sagte der CSU-Chef. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will prüfen lassen, ob dies rechtlich überhaupt möglich ist.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt bereits seit 2014 Strafzinsen von Instituten, wenn sie über Nacht Gelder bei der Notenbank parken. Inzwischen liegt der sogenannte Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die EZB auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche den Einlagensatz weiter senkt.

Geldhäuser in Deutschland klagen schon seit langem, dass die negativen Zinsen an ihren Erträgen nagt. Allein 2018 zahlten deutsche Geldhäuser 2,4 Milliarden Euro an Strafzinsen auf ihre bei der Bundesbank gehaltenen Einlagen.

Viele Banken und Sparkassen geben die Negativzinsen mittlerweile an Unternehmen und reiche Privatkunden mit hohen Einlagen weiter. Einfache Sparer blieben bisher verschont, doch inzwischen schließen Banken und Sparkassen auch für sie Strafzinsen nicht mehr aus. Der Zusammenschluss der Bankenverbände hatte sich kürzlich gegen Forderungen nach einem gesetzlichem Verbot von Negativzinsen auf Kundeneinlagen ausgesprochen. Dies sei systemfremd, würde Kunden nicht helfen und womöglich zu einer Instabilität der Finanzmärkte führen.

„Wenn den Banken verboten würde, Negativzinsen zu verlangen, dann fehlt ihnen ein mögliches Instrument, um rentabel zu sein“, sagte Wuermeling, der im Bundesbank-Vorstand für die Bankenaufsicht zuständig ist. Und Rentabilität sei für die Stabilität eines Instituts wichtig, um Puffer gegen Verluste zu bilden und um die nötigen Investitionen zu schaffen.

Aus Sicht der Bankenaufsicht müssten Institute auch den Raum haben, die notwendigen betriebswirtschaftlichen Entscheidungen zu treffen. „Das klassische Girokonto war lange fast überall kostenlos und jetzt können monatlich Gebühren – in den meisten Fällen zwischen fünf und zehn Euro – anfallen.“

Aus Sicht von Wuermeling sind die Banken allerdings zu einem erheblichen Teil selbst in der Verantwortung: „Das ist meine wichtigste Botschaft, Banken müssen ihr Geschäft so aufstellen, dass es auch bei Negativzinsen funktioniert.“ Geldhäuser erwirtschaften eine Zinsmarge dann, wenn sie weniger Zinsen auf ihre Einlagen geben als sie vom Kreditnehmer für ein Darlehen verlangen. „Das gilt theoretisch sowohl im Bereich von positiven als auch negativen Zinssätzen.“

Mehr: Wenn Banken ihren Anlegern Strafzinsen berechnen, müssen sie mit deutlichen Reaktionen rechnen. Eine Umfrage zeigt: Viele Kunden würden die Bank wechseln oder Bargeld horten.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Joachim Wuermeling - Bundesbank-Vorstand spricht sich gegen Verbot von Negativzinsen für Sparer aus

1 Kommentar zu "Joachim Wuermeling: Bundesbank-Vorstand spricht sich gegen Verbot von Negativzinsen für Sparer aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man sollte mal den Sinn der Negativzinsen für die Banken hinterfragen. Was sollen die denn bewirken? Die Banken sollen mehr Kredite vergeben. Für dieses Zentralbank-Giralgeld sollen dann die Banken je nach Risiko des Schuldners bei der Zentralbank negativ verzinste Einlagen zurücklegen. Eben die bekannten 2,3 oder 2,4 Milliarden. Wer kann denn noch Kredite brauchen bei der beginnenden Rezession. Welcher Kredit rechnet sich denn noch? Sollte da nicht auch die Inflation etwas angeregt werden? Ach so, dafür haben wir ja den Herren Draghi.
    Wie dem auch sei, bei den Banken soll etwas bewirkt werden nicht beim Bürger und darüber sollten sich die Damen und Herren, die darüber befinden Gedanken machen. Es ist schon auffallend, dass immer der Bürger für die Fehler dieser'' hohen Damen und Herren'' herhalten muß.

Serviceangebote