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Josef Ackermann Ex-Chef der Deutschen Bank spricht sich für Bankenfusionen in Europa aus

Europas Banken seien der US-Konkurrenz unterlegen und müssten sich zusammenschließen – sagt Josef Ackermann. Dabei hatte er früher selbst eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank abgelehnt.
Update: 10.09.2018 - 18:36 Uhr 2 Kommentare
In Europa seien die Leute „weniger pragmatisch“, sagte Ackermann. „Wir sprechen immer noch über Altlasten. In den USA blicken alle in die Zukunft.“ Quelle: AP
Josef Ackermann

In Europa seien die Leute „weniger pragmatisch“, sagte Ackermann. „Wir sprechen immer noch über Altlasten. In den USA blicken alle in die Zukunft.“

(Foto: AP)

Frankfurt, LondonAls Chef der Deutschen Bank hat Josef Ackermann eine Fusion mit der Commerzbank stets abgelehnt. Zehn Jahre nach der Lehman-Pleite sieht er das nun anders.

Die Deutsche Bank habe sich eine mögliche Fusion mit der Commerzbank „viele, viele Male“ angeschaut, aber „wir sind immer zu einem negativen Ergebnis gekommen“, sagte er angesichts der politischen Schwierigkeiten, die sich aus dem Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland ergeben hätten, als die Arbeitslosigkeit höher war. „Vielleicht haben sich die Dinge geändert. Ich bin mir sicher, dass die Bereitschaft der Menschen, Umstrukturierungen auf dem deutschen Markt zu akzeptieren, höher ist als damals, als ich dort war.“

Eine Fusion europäischer Großbanken könnte den Banken-Champion schaffen, den der Kontinent in der Ära von Donald Trumps „America first“-Politik brauche, sagte Ackermann in einem Interview mit Bloomberg Television.

Die europäischen Banken befänden sich ein Jahrzehnt nach der Finanzkrise in einer unterlegenen Position und hätten keine andere Wahl, als grenzüberschreitende Fusionen zu verfolgen, sagte Ackermann.

Im Investment-Banking übernähmen „die USA absolut die Macht. Ist das gut? In einem Klima von America First, sollten die Europäer nicht versuchen, das zu ändern?“ sagte Ackermann. Der Schweizer leitete das größte deutsche Geldhaus von 2002 bis 2012.

Seitdem haben strengere Kapitalvorschriften die Rentabilität der Deutschen Bank gehemmt. Die jahrelangen Niedrigzinsen lasten auf den Erträgen aus dem Kreditgeschäft. Hinzu kamen Geldstrafen in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar wegen Fehlverhaltens, vieles davon aus der Zeit Ackermanns.

Die Aktie fiel im Juni in Folge der Absetzung von CEO John Cryan auf ein Rekordtief und sein Nachfolger hat den vierten Turnaround-Plan der Bank in ebenso vielen Jahren enthüllt. Der Börsenwert der Deutschen Bank ist unter 20 Milliarden Euro gesunken, ein Bruchteil der Marktkapitalisierung von JP Morgan oder der Citigroup.

In Europa seien die Leute „weniger pragmatisch“, sagte Ackermann. „Wir sprechen immer noch über Altlasten. In den USA blicken alle in die Zukunft.“

Die Europäer müssten „alles tun, um einen einheitlichen Markt und einen europäischen Markt mit den gleichen regulatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen, so dass wir in Zukunft mehr grenzüberschreitende Konsolidierungsschritte haben können“, sagte der 70-Jährige.

Im vergangenen Monat hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz beklagt, dass deutsche Banken nach der Finanzkrise hinter den globalen Wettbewerbern zurückgefallen seien. Das führte zu Spekulationen, Zusammenschlüsse unter den zahlreichen Kreditinstituten des Landes könnten in der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel an Beliebtheit gewinnen.

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2 Kommentare zu "Josef Ackermann: Ex-Chef der Deutschen Bank spricht sich für Bankenfusionen in Europa aus"

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  • Das deutsche Bankensystem ist überreguliert.
    Den Preis für die Regulierung zahlen die Banken, es bindet Ressourcen und schränkt die Geschäftsfelder massiv ein.
    Die Bürokratie mit einer riesigen Papierflut tut ihr übriges. Für einen normalen Hauskredit sind über 100 Seiten Vertrag nötig. Dies liest kein Verbraucher!

    Die Zinsen sind auf NULL - die EZB Einlagezinsen negativ. In Amerika sind sie deutlich postiv. In der EU ist das Brot und Butter Geschäft der Banken fast unmöglich.

    Dazu kommt der vor allem in Deutschland nicht vernünftig regulierte GRAUE KAPITALMARKT siehe Prokon und P&R - die Anleger werden mit einfachen Prospekten geködert. Da ist Deutschland den Ländern Frankreich und Spanien JAHRE HINTERHER - dort ist der graue Kapitalmarkt für private Anleger nicht zugänglich.

    Insgesamt möchte ich der aktuellen und Vorgänger-Regierung massives Versagen vorwerfen: Die Banken überreguliert, die Schattenbanken dürfen schalten und walten, wie sie wollen - zum Nachteil der Kunden und zum Schaden der etablierten, korrekten Banken.

    Sehr geehrter Herr Lothar Bitschnau,
    die Deutsche Bank hat in der Finanzkrise 2008 eine amerikanische Bank gerettet und ist vor wenigen Jahren für deren Fehlverhalten massiv mit 7 Mrd. bestraft worden. Ähnliches geschieht 2018 bei Bayer - Monsanto. Siehe auch Münchner Rück - American Re und WTC-Schaden 2001.


  • Die Deutsche Bank hat in 10 Jahren über 6 Kapitalerhöhungen € 32,9 Mrd. an Kapital von den Aktionären eingesammelt und ist heute lt. Aktienkurs nur € 20,0 Mrd. wert. Zusätzlich hat sich der Unternehmenswert von damals (Sep. 2008) komplett aufgelöst!
    Seit 2006 bin ich Aktionär der deutschen Bank, hab alle offenen Kapitalerhöhungen mitgetragen und mich stets über die Entwicklung informiert:
    Tausende Baustellen bis hin zum Mrd. Verlust beim Las Vegas Casino, Präsentationen von Scheinperspektiven durch Hr. Ackermann und Hr. Fitschen mit nachfolgenden schlechten Nachrichten in Serie und weiterem Abwärtstrend. Es mag schon sein, dass diese geschundene Deutsche Bank sowie die ebenfalls platzierte Commerzbank „Partner“ bräuchten, aber guter Rat von der falschen Seite ist der Sache nicht dienlich und anmaßend.
    Der neue CEO Hr. Sewing ist der einzige, dem ich noch vertraue, das Richtige zu tun.