JP Morgan, Goldman Sachs US-Banken profitieren vom Rückzug der Deutschen Bank aus dem Handelsgeschäft

Die Deutsche Bank verzichtet mit ihrem Rückzug aus dem Handelsgeschäft in den USA auf eine Milliarde Dollar Einnahmen pro Jahr – ein Betrag, der zu verteilen wäre.
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US-Banken profitieren vor allem im Geschäft mit Zinspapieren. Quelle: Reuters
JP Morgan

US-Banken profitieren vor allem im Geschäft mit Zinspapieren.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDas laufende Quartal ist nach Ansicht der Experten von Keefe, Bruyette & Woods (KBW) nicht sehr erfolgversprechend für das Handelsgeschäft der Banken. Vom Rückzug der Deutschen Bank aus diesem Bereich in den USA könnte die einheimischen Konkurrenten allerdings profitieren.

JP Morgan, Citigroup und Bank of America werden in dieser Weise vor allem im Geschäft mit Zinspapieren profitieren, weil sie eine Menge „Floor-Business“ betreiben, also im großen Stil am Kapitalmarkt handeln. Die Deutsche Bank war dort früher einmal so stark, dass sie als „Floor-Monster“ bezeichnete wurde; das ist lange vorbei, und der jetzige Kahlschlag beendet dieses Kapitel.

Der Rückzug der Deutschen aus dem internationalen Aktiengeschäft wird nach Meinung von KBW, einem auf Finanzwerte spezialisierten Analysehaus, vor allem Morgan Stanley, Goldman Sachs und wiederum JP Morgan zu Gute kommt. Nach ihrer Kalkulation verzichtet die Deutsche Bank insgesamt auf rund eine Milliarde Dollar Einnahmen pro Jahr – und dieser Kuchen wäre zu verteilen.

Ein weiterer Pluspunkt: In dieser Woche wird in den USA weiter über die Anpassung der so genannten Volcker-Rule beraten, die Banken risikoreiche Geschäfte verbietet.

KBW geht davon aus, dass andere Aufseher sich im Wesentlichen an den kürzlich veröffentlichten Vorschlag der US-Notenbank (Fed) halten. Sie sehen in den Erleichterungen bei dieser Regel aus zwei Gründen langfristig einen Vorteil für US-Banken.

Einmal dürfte dadurch das Handelsgeschäft wieder etwas ertragreicher werden, weil die Beschränkungen unterm Strich gelockert werden. Hinzu kommt, dass die geplante, neue Regel simpler konstruiert ist, so dass sich die Kosten für die Kontrollen und mögliche juristische Probleme reduzieren dürften. Eine wesentliche Änderung besagt, dass künftig nicht mehr unterschieden wird, mit welcher Absicht die Bank handelt – ob für Kunden oder für sich selbst.

Abgesehen von den Banken bemängeln auch zahlreiche Fachleute seit Jahren, dass die derzeit gültige Regel kaum praktikabel ist. Allein schon deswegen, weil man auch im Kundengeschäft hohe Risiken eingehen und umgekehrt den Eigenhandel sehr vorsichtig betreiben kann.

Deswegen soll künftig ausschlaggebend sein, welche Limits für Gewinne und Verluste die Banken den Händlern setzen – so soll eine quantifizierbare, eindeutigere Vorgabe möglich sein. Der Neufassung der gesamten Volcker-Rule hat auch die Fed-Gouverneurin Lae Brainard zugestimmt, die politisch den oppositionellen Demokraten zugerechnet wird.

Dieser Rückenwind kommt für die US-Banken vor dem Hintergrund eines recht flauen Quartals, zumindest, was den Handel angeht. JP Morgan und Bank of America haben bereits angedeutet, dass die Volumina in wichtigen Bereichen stagnieren. KBW erwartet allenfalls bei Aktien ein Ergebnis leicht über dem Vorjahresniveau.

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