Kampf im Antonveneta ABN Amro verlängert Übernahmeangebot

Der niederländische Finanzkonzern ABN Amro hat sein bis Mittwoch laufendes Angebot für die italienische Banca Antonveneta bis zum 22. Juli verlängert. Auch eine weitere Verlängerung der Offerte sei in dem Übernahmekampf durchaus möglich, teilte ABN am Dienstag mit.

HB MAILAND/FRANKFURT. Für Antonveneta steht ABN Amro im Wettbewerb mit Pop Italiana (früher Pop Lodi). Die italienische Bank hatte Mitte Juni ihr Übernahmeangebot für Antonveneta auf 27,50 € pro Aktie von zuvor 26 € erhöht und damit das Angebot von ABN Amro um einen Euro je Anteilsschein übertrumpft. Während die Niederländer den Antonveneta-Aktionären Bargeld anbieten, setzt sich die Pop-Italiana-Offerte neben Bargeld aus eigenen Anteilsscheinen und Dividendenpapieren ihrer Tochterbank Reti Bancarie zusammen.

„Wir sind überzeugt, dass wir besser positioniert als jeder andere, um eine stabile Zukunft für Antonveneta, seine Kunden und seine Beschäftigten zu sichern“, bekräftigte ABN Amro-Chef Rijkman Groenink am Dienstagabend bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Zugleich räumte er indirekt die Möglichkeit des Scheiterns ein: „Auch wenn wir mit unserem Angebot erfolgreich sein wollen, ist unsere Zukunft nicht von dieser Akquisition abhängig.“ ABN Amro brauche auf Sicht jedoch mehr als organisches Wachstum. „Wir werden uns weiterhin mögliche Zukäufe kleinerer und mittlerer Größe ansehen.“

Der Übernahmekampf hat inzwischen auch eine politische Dimension angenommen, da es in Italiens Bankenlandschaft Widerstand gegen eine Öffnung des Finanzsektors für ausländische Investoren gibt. Groenink kritisierte erneut die protektionistische Haltung Italiens. „Ich bekomme manchmal den Eindruck, dass sich jeder für eine grenzüberschreitende Konsolidierung ausspricht, aber niemand das Opfer davon sein will.“ Italien sei dafür ein Beispiel.

Allerdings sieht der Bankenchef auch sein eigenes Haus nicht als potenziellen Übernahmekandidaten. „Nein. (...) Wir wollen Teil der zentralen Bankengruppen Europas sein“, sagte Groenink. „Diese Zielsetzung passt nicht besonders gut dazu, ein Übernahmeziel zu sein.

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