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Kandidat für den CDU-Parteivorsitz Friedrich Merz, der Chefkontrolleur von Blackrock Deutschland – So mächtig ist der Vermögensverwalter hierzulande

Der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz hat über Jahre das deutsche Geschäft von Blackrock als Aufsichtsratschef vorangetrieben. Die Stärken des Vermögensverwalters hierzulande.
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Friedrich Merz hat Blackrock beaufsichtigt und vorangetrieben Quelle: dpa
Friedrich Merz

Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende und Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens Köln/Bonn will für den CDU-Vorsitz kandidieren.

(Foto: dpa)

Frankfurt Über Jahre kurbelte der CDU-Politiker Friedrich Merz das Geschäft des Vermögensverwalters Blackrock in Deutschland an. Als Aufsichtsratschef setzte der Kandidat für den Parteivorsitz der Christdemokraten zuletzt die Messlatte für den neuen Topmann in Deutschland, Dirk Schmitz, hoch. Der Ex-Investmentbanker soll den Ausbau von Blackrock hierzulande vorantreiben. Weltweit ist das Unternehmen der größte Asset-Manager.

Es gilt, in Deutschland das Wachstum von Blackrock in Europa zu schlagen, das Finanzkreisen zufolge bei vier bis sechs Prozent liegt. Ein ehrgeiziges Ziel, das der im Januar zu Blackrock gewechselte Schmitz mit rund 150 Leuten in Frankfurt, München und Wien erreichen soll. Dabei wird ihn sicherlich Merz nicht mehr lange beaufsichtigen, sollte er den Parteivorsitz übernehmen.

Die Stärken von Blackrock in Deutschland sind nicht nur börsennotierte Indexfonds. In dieser Sparte ist Rang eins weiterhin Pflicht. Als Fondsmanager für Großkunden wie die Versicherung Alte Leipziger ist der Vermögensverwalter ebenfalls gut unterwegs. Bevor Blackrock allerdings großen deutschen Adressen wie Allianz Global Investors nahe rücken kann, liegt noch ein weiter Weg vor den Amerikanern.

Trotzdem hat das Wort des Vermögensverwalters bereits heute großes Gewicht in Deutschland. Das liegt nicht nur am verwalteten Vermögen, das mit rund 6,4 Billionen Dollar doppelt so groß ist wie die Summe der in Deutschland erzeugten Güter und Dienstleistungen, das Bruttosozialprodukt.

Der Gigant aus New York ist auch bei rund einem Drittel der 30 Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex, also der Topliga an der Börse, der größte Anteilseigner. Dazu zählen neben dem Sportartikelhersteller Adidas und dem Versicherungskonzern Allianz die beiden Chemie- und Pharmaunternehmen BASF und Bayer.

Angesichts der Macht, die rund um den Globus zu sehen ist, warten alljährlich die Vorstandschefs in den Topkonzernen weltweit gespannt auf den traditionellen Brandbrief des Chefs von Blackrock, Larry Fink. In diesem Frühjahr hat er die Topunternehmen gewarnt, nicht nur eine gute Ertragsentwicklung bei den Aktionären abzuliefern.

Er verlangte von ihnen ebenfalls, zu zeigen, „welchen Beitrag sie für die Gesellschaft leisten“. Sollten langfristige Erfolge trotz intensiver Gespräche ausbleiben, ist der wohl mächtigste Mann der Welt sogar bereit, mit aktivistischen Investoren zusammenzuarbeiten. Die werden in der Finanzszene manchmal abwertend auch „Geier“ genannt.

Blackrock wurde 1988 als Teil der US-Beteiligungsfirma Blackstone gegründet. Zehn Jahre später spaltete sich Blackrock von der Mutter ab. Das war die richtige Entscheidung, wie sich im Rückblick zeigt.

Aktuell meldete der Konzern Mitte Oktober für das dritte Quartal einen höheren Gewinn. Mit einem Ertrag von 1,4 Milliarden Dollar übertraf das Unternehmen zwar die meisten Analystenschätzungen. Die Anleger zogen am Tag der Bekanntgabe der Zahlen dennoch Geld ab. Es zeigte sich: Den Investoren geht es um mehr als um die reinen Ertragszahlen.

Insgesamt hatten die Großanleger netto zwar knapp elf Milliarden Dollar an frischem Geld in neue Produkte investiert. Doch die wichtige Gruppe der Großanleger zog netto auch knapp 25 Milliarden Dollar ab. Fink führte das auf die auseinanderlaufende Geldpolitik in den USA und Europa sowie auf geopolitische Unsicherheiten zurück.

Trotz des Abflusses durch die Profis weltweit: Für frische Investments sorgen weiterhin die börsengehandelten Indexfonds. Ein boomender Bereich, in dem Blackrock unter dem Namen „iShares“ der größte Anbieter weltweit ist. Hier flossen im dritten Quartal von Anlegern fast 34 Milliarden Dollar zu.

Für die Zukunft beginnt sich der Riese unter den Vermögensverwaltern neu aufzustellen. Künftig setzt Fink vor allem auf Einnahmen aus einer Technologieplattform, die unter dem Namen Aladdin läuft. Momentan steuert Aladdin zwar erst gut fünf Prozent zu den Einnahmen bei. Doch der Beitrag soll innerhalb von vier Jahren auf 30 Prozent steigen. Auf Aladdin können neben Blackrock auch fremde Verwalter Portfolios managen und deren Risiken kontrollieren.

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