Kapitallücke Wie die Commerzbank ohne Staatshilfen auskommen will

Keine Staatshilfe, keine Kapitalerhöhung. Allein der Markt soll nach Handelsblatt-Informationen das Milliarden-Loch der Commerzbank schließen. Doch die recht eigenwilligen Pläne von Chef Blessing stoßen auch auf Skepsis.
Update: 13.01.2012 - 10:00 Uhr 12 Kommentare
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Das Institut will sich ohne Hilfe des Staates Milliarden Euro frisches Kapital beschaffen. Quelle: dapd

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Das Institut will sich ohne Hilfe des Staates Milliarden Euro frisches Kapital beschaffen.

(Foto: dapd)

FrankfurtMartin Blessing ist kein Mann der leisen Töne. Der Vorstandschef der Commerzbank redet mit Vorliebe Klartext. Ein Satz hat sich besonders in das Gedächtnis der Finanzmarktexperten eingebrannt. „Ich gehe da nicht noch einmal hin“, hatte Blessing Ende November gesagt. Gemeint hatte er den wiederholten Gang zum Bankenrettungsfonds Soffin - und damit den Antrag auf weitere Staatshilfen zur Erfüllung der neuen Eigenkapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht.

Die Ansage war mutig. Immerhin muss die teilverstaatlichte Commerzbank bis Ende nächster Woche der deutschen Finanzaufsicht Bafin glaubhaft erklären, wie sie 5,3 Milliarden Euro zusammenbekommen will. Keine leichte Aufgabe für eine Bank, die gerade noch mit gut sieben Milliarden Euro an der Börse bewertet ist.

Doch mittlerweile steht das Geldbeschaffungsprogramm. In wochenlanger Kleinarbeit hat Commerzbank-Chef Blessing ein Konzept entworfen, das allein auf „Marktlösungen“ beruht. „Staatliche Hilfen sind weder direkt noch indirekt Teil der Kapitalpläne“, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Auch in Finanzkreisen hieß es, „dass der Kapitalplan der Commerzbank keine Staatshilfen vorsieht“.

Bereits Anfang nächster Woche will Blessing seine Pläne Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorstellen. Der Bund ist mit 25 Prozent und einer Aktie der größte Einzelaktionär der Commerzbank.

Blessings Pläne müssen aber nicht nur den Finanzminister überzeugen, sondern vor allem die Bafin. Die Finanzaufsicht soll in den vergangenen Wochen die Commerzbank zu Nachbesserungen aufgefordert haben. Man sei mit der Bafin auf einem guten Weg, hieß es gestern auf Nachfrage in der Commerzbank. Der Unions-Fraktionsvize Michael Meister teilt diesen Optimismus. „Herr Blessing tut alles, um weitere Staatshilfe zu vermeiden. Ich bin optimistisch und hoffe, dass die Bank das, was sie kommuniziert, auch so umsetzt“, sagte Meister dem Handelsblatt.

„Die Bafin wird streng prüfen“
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12 Kommentare zu "Kapitallücke: Wie die Commerzbank ohne Staatshilfen auskommen will"

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  • ..
    aktien werden gekauft - wenn die kanonen knallen..
    dh.. wenn es schlechte nachrichten hagelt bzw. das
    börsenumfeld negativ ist..
    .
    .
    dieses sind zzt. druckindustrie
    und die banken.................
    ..
    meine grössten positionen .. HEIDELDRUCK
    ............................ COBANK
    ..
    an beiden unternehmen ist die allianz be-
    teiligt, somit besteht eine gewisse sicher-
    heit..
    ..
    die extremen kursrückgänge und die hysterie
    der privatanleger sind die besten kaufargu -
    mente..
    ..
    heideldruck..2012..drupa..gewinnschwelle..
    ...........manroland..insolvent..
    ..
    cobank.....kursverfall wegen stresstest
    ...........keineswegs gerechtfertigt...
    ...........keine insolvenzgefahr ..!!!
    ...........kurspotential.

  • Nachdem die Parasiten des Aktienmarktes die Aktionaere terrorisiert und sich am Kursverfall gemaestet haben, wird langsam die Realitaet Einzug halten. Die Commerzbank ist die 2. groesste Bank in D, macht operativ Gewinn und restrukturiert ihre Bilanz, sodass bis 30.06.2012 die unsinnigen Anforderungen der EBA ohne Staatshilfen erfuellt werden. Zudem wurden die Risiken (z.B. Griechenland) in 2011 massiv reduziert. Falls da keine neuen Ueberaschungen seitens der Politik kommen, wird die Commerzbank dacher 2012 einen schoenen Gewinn einfahren, was zu einer Neubewertung und zum Kursanstieg fuehren wird - es sei denn, die Welt geht unter oder D wird kommunistisch...

  • DER PLAN DES SIR FRANCIS DRAKE
    Während ein Draghi von Anleitung der Banken zur Kreditvergabe redet geht man hier den Weg der radikalen Kreditminimierung. Klasse!
    Statt Anleihen zwecks Vertrauensschutzes zu stabilisieren kommen sie zwecks Kursgewinn unter den Hammer. Toll!
    Wenn das BMFin über was nachdenken will, dann über die Rolle der Allianz.
    DIE KURZE SICHT - DIE LANGE SICHT

  • Bei 76% Kursrückgang alleine im letzten Jahr (die letzten 5 Jahre unter Blessings Mandat sind die katastrophalsten in der Nachkriegsgeschichte einer deutschen Privatbank) sollten die Jubelperser die Bälle doch etwas flach halten und die vielleicht erworbenen Puts noch gut festhalten. Die Berater der Coba bei dieser Kapitalmaßnahme haben sicherlich schon passende Strategien gegenüber Bund und Großaktionäre entwickelt aber die entscheidende Frage bleibt: Warum sollte man einem Management, dass eklatante Handwerksfehler begangen hat eigentlich noch glauben?

  • Bei 76% Kursrückgang alleine im letzten Jahr (die letzten 5 Jahre unter Blessings Mandat sind die katastrophalsten in der Nachkriegsgeschichte einer deutschen Privatbank) sollten die Jubelperser die Bälle doch etwas flach halten und die vielleicht erworbenen Puts noch gut festhalten. Die Berater der Coba bei dieser Kapitalmaßnahme haben sicherlich schon passende Strategien gegenüber Bund und Großaktionäre entwickelt aber die entscheidende Frage bleibt: Warum sollte man einem Management, dass eklatante Handwerksfehler begangen hat eigentlich noch glauben?

  • KEine Sorge der dicke Absturz kommt erst noch.

  • Jedes Abenteuer, damit die Vorstandsbezüge wieder ohne Staatseinfluss in die bekannt-absurden Höhen steigen

  • @CBFAN

    Die Commerzbank stieg ja gestern schon fast 6 Prozent. Da ist sicherlich kein Insider-Handel dahinter, sondern nur Zufall.

  • Es darf kritisch hinterfragt werden, ob die BAFin bei eigenerbKenntnis der Institutsvergangenheit das Risiko eingeht, einen derartig "blumigen" Plan unvoreingenommen verbal zu unterstützen. Da haben es die eigenen Aktionäre bei der Betrachtung des Kursverlaufs der Aktie einfacher.

  • Wieviel hat eigentlich die Commerzbank von der EZB genommen? Kommt gar daher die ploetzliche Hoffnung?

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