Kapitalreserven Großteil der US-Banken besteht Stresstest

Da war es nur noch eins: Im vergangenen Jahr sind beim Stresstest der Fed noch vier US-Geldinstitute durchgefallen. Nun haben 17 von 18 bestanden - mit einem Kapitalpolster, das der Fed ein Lob abringt.
Update: 08.03.2013 - 00:21 Uhr 5 Kommentare
Ally Financial hat als einzige von 18 Großbanken den Fed-Stresstest nicht bestanden. Quelle: Reuters

Ally Financial hat als einzige von 18 Großbanken den Fed-Stresstest nicht bestanden.

(Foto: Reuters)

WashingtonDie meisten US-Großbanken haben offenbar ihre Hausaufgaben nach der Finanzkrise gemacht. Nach den am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen des jüngsten Stresstests der amerikanischen Notenbank Federal Reserve würden 17 von den 18 wichtigsten Finanzkonzernen des Landes einen neuerlichen katastrophalen Wirtschaftsabschwung überstehen.

Die Banken hätten ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wirtschaftsszenarien verbessert, erklärte die Fed am Donnerstag in Washington. Sie stünden von ihrer Kapitalausstattung besser da als vor der Finanzkrise, die im September 2008 zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers und zu Notverkäufen anderer Finanzfirmen geführt hatte.

In den vergangenen vier Jahren hätten sich Kapitalqualität und -quantität deutlich verbessert, erklärte Fed-Direktor Daniel Tarullo. Dadurch seien die Institute „selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besser in der Lage, die Verbraucher und Firmen mit Geld zu versorgen“.

Einzig die Geldreserven von Ally Financial rutschten unter den vorgeschriebenen Puffer von fünf Prozent. Das Geldhaus wurde während der letzten Finanzkrise vom Staat gerettet. Das Institut, das früher unter dem Namen GMAC firmierte und zu General Motors gehörte, befindet sich zu 74 Prozent in Staatsbesitz.

Die Fed führt die jährlichen Stresstests bei den US-Banken auf Basis eines im Zuge der Finanzkrise 2008/09 geschaffenen Gesetzes durch. Dabei prüft die Notenbank, ob die Institute auch unter widrigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch über genügend Kapital verfügen würden, um zu überleben.

Dabei nimmt die Federal Reserve beispielsweise an, dass die Arbeitslosigkeit kräftig ansteigt und zugleich die Immobilienpreise ins Bodenlose fallen. Beides hat massive Auswirkungen auf die Kapitaldecke der Banken.

Die Fed baute in ihrem Stresstest ein wahres Schreckensszenario auf: Die Aktienkurse brachen um mehr als die Hälfte ein, die Häuserpreise schmolzen um gut 20 Prozent und die Arbeitslosenquote stieg in der Spitze auf 12,1 Prozent. Zum Vergleich: Momentan liegt die Arbeitslosigkeit in den USA bei 7,9 Prozent, Höchststand in der Rezession waren 9,9 Prozent. Der Gesamtverlust, den die Banken unter den Testbedingungen binnen neun Monaten wegstecken müssten, bezifferte die Fed auf 462 Milliarden Dollar (355 Mrd Euro). In der kommenden Woche wird die Federal Reserve weitere Ergebnisse des Stresstests veröffentlichen.

Bei dem vor einem Jahr fertig gestellten Stresstest der Fed bei 19 großen US-Banken waren vier Häuser durchgefallen, weil sie die Anforderungen der Zentralbank nicht erfüllten - darunter die Citigroup. Die anderen großen Investmentbanken, Goldman Sachs, JP Morgan und Bank of America konnten damals überzeugen.

Auf Europas Banken dürfte in diesem Jahr auch noch ein solcher Stresstest zukommen. Dessen Ausgang dürfte vor dem Hintergrund der weiter schwelenden Schuldenkrise indes spannender ausfallen als in den USA, wo insbesondere die Zahl der faulen Eigenheim-Kredite abgenommen hat.

  • rtr
  • dpa
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5 Kommentare zu "Kapitalreserven: Großteil der US-Banken besteht Stresstest"

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  • Der Derivatenzirkus sichert schon "In God we trust" ab.

    Mach dein Fortune im Casino..

    Die sollten lieber mal überlegen, wie sie eine Ziegelsteinfabrik zum Leben erwecken, damit paar gescheite Jobs entstehen. Die Steineklopfer-Exporteure in China geben sich bald nicht mehr mit Wanderarbeiterlöhnen zufrieden.

  • Die Bilanzen taugen eh nicht für solch eine Einschätzung. Man kann damit nur einen Apfel mit dem anderen vergleichen, aber nicht sehen, ob er innen fault.
    Die Frage ist doch, wieso die Fed wieder Geld ausgab.
    Und die fünf Prozent sind eh ein Witz, wenn es wieder eng wird. Hinzu kommt dann noch, dass die Staatskassen vom letzten Mal schon leergeräumt sind.

  • Gehirnwäsche für das tumbe Volk......

  • Na dann ist ja gut und wir brauchen sie beim nächsten Mal nicht mehr retten... .Die Botschaft hört ich wohl,allein mir fehlt der Glaube.

  • O-Ton FED
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    In den vergangenen vier Jahren hätten sich Kapitalqualität und -quantität deutlich verbessert, erklärte Fed-Direktor Daniel Tarullo.
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    Und wie ist es zu dieser "Verbesserung der Kapitalqualität und -quantität" gekommen?

    Durch entsprechende Kapitalerhöhungen?

    Durch Bilanzkosmetik - die subprime-Hütten haben plötzlich an Wert gewonnen?

    Durch nur scheinbare Auslagerung bilanzieller Risiken an extrabilanzielle Vehikel?

    Oder durch ein Wunder?

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    "In God we Trust" ;)

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