Bewerten Sie uns Beantworten Sie drei Fragen und helfen Sie uns mit Ihrem Feedback handelsblatt.com zu verbessern. (Dauer ca. eine Minute)
Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kartellabsprache Deutsche Bank ist Kronzeugin bei Anleihekartell-Ermittlung der EU

Vier Banken, darunter die Deutsche Bank, sollen illegale Absprachen beim Handel mit Dollar-Anleihen getroffen haben. Die EU-Kommission ermittelt.
Update: 20.12.2018 - 18:43 Uhr 1 Kommentar
Kartellamt: EU-Kommission hat Banken im Visier Quelle: dpa
EU-Kommission

Die Kommission vermutet, dass die Absprachen vor allem über Online-Chatrooms getätigt wurden.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie EU-Kommission hat vier Banken in Verdacht, illegale Absprachen beim Handel mit Dollar-Staatsanleihen getroffen und damit gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre 2009 bis 2015, wie die EU-Behörde am Donnerstag mitteilte.

Um welche Banken es sich handelt, teilte die EU-Kommission nicht mit. Deutsche Bank, Credit Suisse und Credit Agricole haben aber bereits eingeräumt, von den Untersuchungen betroffen zu sein. Bei der vierten Bank könnte es sich um die Bank of America handeln, die sich in dieser Angelegenheit ebenso wie die Deutsche Bank im August 2017 mit den US-Behörden außergerichtlich auf eine Strafzahlung von zusammen 65,5 Millionen Dollar geeinigt hatte. Eine Anfrage des Handelsblatts wollte die Bank of America nicht kommentieren.

Die Deutsche Bank muss keine Geldstrafe befürchten. Ihr wurde Immunität gewährt, wie die Bank mitteilte. Die Bank betonte, sie habe „in dieser Angelegenheit proaktiv mit der Europäischen Kommission zusammengearbeitet“. Finanzkreisen zufolge hat sich die Deutsche Bank in dem Verfahren als Kronzeugin angedient und das Kartell aufgedeckt. Das wollte das Institut nicht kommentieren, da es sich um eine laufende Untersuchung handle.

Auch die Credit Suisse teilte auf Anfrage mit, dass sie mit der EU kooperiere. Das Institut hoffe, die EU-Kommission davon überzeugen zu können, dass kein Angestellter der Credit Suisse gegen Kartellrecht verstoßen habe. Die Untersuchungen würden sich darüber hinaus auf einen einzigen früheren Mitarbeiter beziehen, der die Bank Anfang 2016 verlassen habe.

Die Preisabsprachen der Banken sollen überwiegend über Online-Chatrooms erfolgt sein und betrafen supranationale, staatliche sowie staatsnahe Anleihen. Die vier Banken seien von der Kommission darüber informiert worden, dass sie damit möglicherweise gegen EU-Kartellvorschriften verstoßen haben.

Die Aktie der Deutschen Bank ging am Donnerstag auf Tauchstation: Der Kurs rutschte um rund sieben Prozent ab auf die Marke von sieben Euro. Seit Ende September hat die Aktie damit rund ein Drittel an Wert verloren. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis, also der Börsenwert in Relation zum Eigenkapital, fiel auf 0,23.

Die Aktien von Credit Suisse verloren knapp zwei, die von Credit Agricole vier Prozent an Wert. Auch für die von den Ermittlungen nicht betroffene Commerzbank ging es an den Börsen abwärts: Der Kursverlust war mit 6,5 Prozent fast ebenso groß wie der der Aktie der Deutschen Bank.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kartellabsprache - Deutsche Bank ist Kronzeugin bei Anleihekartell-Ermittlung der EU

1 Kommentar zu "Kartellabsprache: Deutsche Bank ist Kronzeugin bei Anleihekartell-Ermittlung der EU"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wieder eine Hiobsbotschaft zur Deutschen Bank
    Die Rechnung hat ja bisher immer der Aktionär bezahlt,
    über Kapitalerhöhungen, Verwässerung oder Kursverluste der Aktien.
    Ein Vergleich:
    Marktkapitalisierung Deutsche Bank am 20.12.2018 €14,8 Mrd.
    Marktkapitalisierung Erste Group Bank (Österr.) am 20.12.2018 €12,9 Mrd.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%