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Katharina Latif Klimaneutralität bis 2050? „Ohne Regulierung wird es nicht gehen"

Die Leiterin Nachhaltigkeit der Allianz-Gruppe, Katharina Latif, sieht in der EU-Wahl eine Klimawahl. Von der Politik fordert sie nun zügiges Handeln.
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Latif ist Leiterin Nachhaltigkeit der Allianz-Gruppe.
Katharina Latif

Latif ist Leiterin Nachhaltigkeit der Allianz-Gruppe.

Berlin Katharina Latif ist seit Februar 2016 die Leiterin Nachhaltigkeit der Allianz-Gruppe. Sie verantwortet die strategische Entwicklung der zentralen Nachhaltigkeitsthemen Klimaschutz sowie soziale Inklusion und steuert deren Integration in alle Geschäftsprozesse der Allianz weltweit.

Die gebürtige Österreicherin und studierte Umwelttechnikerin, die nicht mit dem Klimaforscher Mojib Latif verwandt ist, arbeitet seit zwölf Jahren in unterschiedlichen Positionen zu Nachhaltigkeitsthemen bei der Allianz. Für sie steht fest: Die Europawahl war eine Klimawahl.

„Europa sollte jetzt schnell und zügig handeln, damit das Ziel – Klimaneutralität bis 2050 – erreicht werden kann“, sagte sie dem Handelsblatt. Die Allianz selbst hat im vergangenen Jahr angekündigt, bis 2050 klimaneutral sein zu wollen.

Die wöchentlichen Klimademonstrationen der Schüler begrüßt Katharina Latif: Der Fridays-for-Future-Bewegung sei es gelungen, „eine breite, öffentliche Wahrnehmung für das Thema Klimaschutz zu schaffen und zunehmend ein Gefühl zu etablieren, dass uns die Zeit davonläuft“. Latif hofft, dass die Bundesregierung noch in diesem Jahr ein Klimaschutzgesetz auf den Weg bringt.

Lesen Sie hier das ganze Interview:

Frau Latif, für die europäischen Wähler war der Klimaschutz ein zentrales Thema. Was folgt daraus?
Ganz klar. Die Europawahl war eine Klimawahl und die zeigt: Der Zeitpunkt des Handels ist gekommen. Europa sollte jetzt schnell und zügig handeln, damit das Ziel – Klimaneutralität bis 2050 – erreicht werden kann.

Ist das machbar? Die Industrie hält maximal 80 Prozent für realistisch.
Ja, ich bin fest davon überzeugt, dass die EU und damit auch Deutschland das erreichen kann, die richtigen Rahmenbedingungen vorausgesetzt. Ohne Regulierung wird es nicht gehen.

Gehört dazu ein CO2-Preis?
Wir halten Preissignale für sinnvoll, die dabei helfen, die wirtschaftliche Tätigkeit und Investitionsströme in CO2-ärmere Alternativen zu lenken. Allerdings wird man sich zwei Dinge sehr genau ansehen müssen: Erstens, wie kann man Menschen, die durch einen CO2-Preis besonders belastet werden würden, an anderer Stelle entlasten? Und zweitens, wie kann man verhindern, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen schwindet? Beides halten wir für essentiell.

Sollte Deutschland national vorangehen?
Jeder Schritt hilft. Man muss nicht auf Gemeindeebene drauf warten, dass sich national etwas tut. Und genauso wenig muss man auf nationaler Ebene drauf warten, dass sich die Vereinten Nationen einig werden. Auf jeder Ebene gibt es viel Handlungsspielraum. Und jede Ebene muss jetzt handeln.

Städte als Treiber für mehr Klimaschutz?
Ja. Es gibt bereits große Metropolregionen, etwa Paris, London oder Barcelona, die sagen, egal, was auf nationaler Ebene passiert: Wir brauchen Lösungen, um lebenswert zu bleiben. Bis 2050 werden zwei Drittel der Menschheit in urbanen Gebieten leben. Heute sind es 50 Prozent.

Die Allianz hat angekündigt, bis 2050 klimaneutral sein zu wollen. Sie will auch ihr dreistelliges Milliardenvermögen klimaneutral anlegen. Treiben die Schülerproteste, die seit einigen Monaten jeden Freitag stattfinden, die Allianz voran?
Nein, wir haben dieses Ziel bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Aber der Fridays-for-Future-Bewegung ist es gelungen, eine breite, öffentliche Wahrnehmung für das Thema Klimaschutz zu schaffen und zunehmend ein Gefühl zu etablieren, dass uns die Zeit davonläuft.

Und da schaffen Sie es nicht schneller, klimaneutral zu werden? Sie gehören weder zu den besonders energieintensiven Industrieunternehmen, noch gibt es bei Ihnen Produktionsprozesse, bei denen viel CO2 entsteht.
Das 2050-Ziel entspricht dem Pariser Klimaabkommen. Und am Ende geht es ja nicht nur um uns, sondern um die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft. Die Wirtschaft wird in einzelnen Segmenten viel investieren und enorme technologische Sprünge machen müssen, um voranzukommen. Es lohnt sich. Es gibt viele Sektoren, für die das Thema Dekarbonisierung eine gute Wachstumsstory bedeutet. Aber natürlich gibt es andere Sektoren, die sich schwer tun.

Welche? Der Verkehr?
Der Verkehr ist sicher so ein Sektor. Die Herausforderungen sind komplex. Aber ich sehe überall ermutigende Signale. Es gibt in jeder Branche Vorreiter, die jetzt signalisieren, Klimaneutralität bis 2050 ist möglich. Und diese Signale aus der Wirtschaft helfen dann auch der Politik, dass sie die notwendigen Rahmenbedingungen setzt.

Das Klimaschutzgesetz in diesem Jahr wird also kommen?
Das hoffe ich.

Bis 2023 will die Allianz-Gruppe ihren weltweiten Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien decken. Wo liegt der Anteil heute?
In Deutschland sind wir schon heute bei nahezu 100 Prozent grünem Strom, weltweit liegt der Anteil bei über 45 Prozent. In einigen Ländern, etwa in Malaysia und Indonesien, gibt es derzeit kein ausreichendes Marktangebot an grünem Strom. Aber wir arbeiten daran – auch, indem wir Projekte finanzieren, die saubere Energien in diesen Ländern vorantreiben.

Wie eilig ist es? Nehmen die Naturkatastrophen zu?
Wetterbedingte Ereignisse beobachten wir in der Tat häufiger. Wir sehen auch, dass sie schwerer werden. Aber einer der wichtigsten Faktoren von Schäden sind sozioökonomische Faktoren: zum Beispiel weil Menschen in Regionen ziehen, die extrem gefährdet sind und weil die Sachwerte ansteigen.

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  • Ja, es müssen Regulierungen und Wettbewerbe für Klimaschutz starten. Eine CO2 App zum Messen der Werte für Einzelne und vor allem für Unternehmen könnte einen CO2 Index einführen, der wiederum den Wert eines Unternehmens mit definiert. Und Unsere Gesellschaft, ALLE und alle UNTERNEHMEN sollten aufgeklärt werden über die Erneuerbarste der erneuerbaren Energien - sie heisst Neutrino-Energy.
    Emmissionsfreie Neutrino-Energie bietet vielfältige Möglichkeiten der Nutzung um den Klimaschutz im Alltag zu leben. Die Berliner Neutrino-Energy Group entwickelt innovative Patente, die es ermöglichen, das nichtsichtbare kosmische und solare Strahlenspektrum in elektrischen Strom zu wandeln. Das neueste Produkt ist die NeutrinoVoltaic, die ähnlich wie die bereits seit den 90iger Jahren bekannte solare Photovoltaic funktioniert, allerdings auch ohne Sonnenschein und 24h in 365Tagen im Jahr, unendlich und weltweit. Darum heisst das patentierte Kleinfahrzeug dann auch PI, weil es mit unendlicher Reichweite ohne Auftanken fahren kann. Aber auch anwendbar für eine mobile und dezentrale Haushaltsenergie. Für den Klimaschutz jetzt emissionsfreie Neutrino-Energy - unendliche Ressourcen weltweit nutzbar. Dafür sollten sich Unternehmen und unsere Politiker endlich einsetzen und Wege ebnen.









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