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Kein werthaltiges Angebot Protektor lässt Verkauf von Mannheimer-Bestand platzen

Der geschrumpfte Vertragsbestand der ehemaligen Mannheimer Lebensversicherung bleibt bis auf weiteres unter der Verwaltung der Auffanggesellschaft Protektor. Der Protektor-Vorstand ließ den geplanten Weiterverkauf an einen anderen großen Versicherer platzen, wie die Gesellschaft mitteilte.

HB BERLIN. „Im Rahmen des Bieterverfahrens wurde kein Angebot abgegeben, das den Wert des Bestandes annähernd erreichte“, stellte Protektor fest. Die Gesellschaft hatte den Wert der 267 000 verbliebenen Verträge auf 30 Millionen Euro taxiert. Eigentlich wollte Protektor den geschrumpften Bestand bis Ende des Jahres los werden und dann das operative Geschäft wieder einstellen. Nun macht sie bis auf weiteres weiter.

Das Mannheimer-Portfolio von anfangs 344 000 Verträgen war vor gut einem Jahr zwangsweise an die Protektor AG - eine von der ganzen Versicherungsbranche getragenen Auffanggesellschaft - übertragen worden, nachdem sich die Mannheimer AG in der Börsenflaute drastisch verspekuliert hatte und den Verkauf von Lebensversicherungen auf Geheiß der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht einstellen musste - ein bis dahin einmaliger Vorgang. Seither hatte Protektor unter der Führung des erfahrenen Versicherungsmanagers Günter Himstedt (64) die Schieflage behoben, indem die ganze Branche 240 Millionen Euro frisches Kapital einschoss.

Bestand wird wohl noch länger unter Protektor-Regie bleiben

Im Juli hatte Protektor den sanierten Bestand zunächst den eigenen 104 Aktionären - den deutschen Versicherern - angeboten. Im Oktober hätten mehrere Interessenten verbindliche Gebote für die Verträge abgegeben, sagte ein Protektor-Sprecher. Wie weit diese unter den Preisvorstellungen gelegen hätten, wollte er nicht angeben. „Wir sind dann gar nicht erst in Verhandlungen eingestiegen“, sagte er nur. Dabei handele es sich um einen attraktiven Bestand. Unter den Versicherten finden sich viele Freiberufler, entsprechend dem Kundenstamm der Mannheimer. Nun bleibe der Bestand bis auf weiteres in Eigenverwaltung, teilte Protektor mit. Ein neues Bieterverfahren sei zunächst nicht geplant.

In Mannheim arbeiten noch 145 Beschäftigte der ehemaligen Mannheimer Leben für das Unternehmen. „Protektor ist gut gerüstet, den Lebensversicherungsbestand auch längerfristig in eigener Regie zu führen“, hieß es in der Mitteilung. Der Wert des Bestandes sinkt allerdings kontinuierlich. Neben den ohnehin fälligen Lebensversicherungen versuchten andere Versicherungen, Protektor-Kunden abzuwerben, obwohl eine vorzeitige Kündigung der Policen unsinnig sei, sagte der Sprecher.

Im kommenden Jahr wachsen Protektor möglicherweise neue Aufgaben zu. Dann muss nach einem entsprechenden Gesetz ein gemeinschaftlicher Sicherungsfonds der Versicherungsbranche gegründet werden. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) überlegt, diesen unter dem Dach der bestehenden Protektor AG zu installieren. Himstedts Vertrag läuft noch bis Juni 2005.

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