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KfW-Kreditmarktausblick Kreditnachfrage bei den Banken trotz schwächerer Konjunktur auf Rekordniveau

Das Neugeschäft mit Darlehen läuft rekordverdächtig gut, trotz der Schwächesignale von Konjunkturseite. Und die KfW rechnet mit keinem schnellen Ende des Booms.
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Die Kreditnachfrage ist ungebrochen hoch. Quelle: Reuters
Bankentürme von Frankfurt

Die Kreditnachfrage ist ungebrochen hoch.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Es ist ein Rekord mit Ansage: Mehr neue Darlehen als im dritten Quartal haben Banken deutschen Unternehmen und Selbstständigen nur zu Beginn der Finanzkrise zugesagt. Um 9,6 Prozent wuchs das Neugeschäft im dritten Quartal, zeigt der Kreditmarktausblick, den die staatliche Förderbank KfW regelmäßig für das Handelsblatt ermittelt. Damit wächst das Neugeschäft nun das neunte Vierteljahr in Folge.

Auch der Ausblick bleibt optimistisch: In den nächsten beiden Quartalen dürften die Zuwachsraten zwar leicht auf acht und sieben Prozent zurückgehen. Die zuvor sehr kräftige deutsche Konjunktur werde sich „in diesem und im kommenden Jahr auf das Niveau des Wachstumspotenzials leicht abkühlen“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Doch auch sieben bis acht Prozent wären im historischen Vergleich noch beachtlich hohe Werte.

Für die Banken ist der Ausblick der KfW zunächst einmal eine gute Nachricht: Noch immer dominiert der Zinsüberschuss, also das Kredit- und Einlagengeschäft, den Ertragsmix deutscher Banken mit einem Anteil von 70 Prozent im Schnitt.

Nicht nur die Kreditnachfrage ist ungebrochen hoch, auch die Vorzeichen, unter denen der Boom steht, haben sich im Vergleich zum zweiten Quartal wieder verbessert: Im zweiten Quartal hatte eine leichte Wachstumsdelle die Kreditnachfrage mitbefeuert, weil Unternehmen ihre Waren nicht erwartungsgemäß absetzen konnten und deshalb deren Lagerhaltung finanzieren mussten.

Das hat sich nach Beobachtung der KfW nun wieder geändert: „Das Motiv für die Kreditaufnahme scheint sich im Sommer wieder weg vom Zweck der Lagerhaltung und hin zur Absicht der Investitionsfinanzierung bewegt zu haben“, schreiben die KfW-Volkswirte.

Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen mag auf den ersten Blick überraschen, schließlich haben sich die Wachstumsaussichten eingetrübt. Doch „viele Unternehmen geraten wegen der langen Wachstumsphase in Deutschland an ihre Kapazitätsgrenzen und müssen investieren“, beobachtet Zeuner.

Zusätzlich gestützt wird die Kreditnachfrage durch die Geldpolitik. „Die Debatte über steigende Zinsen durch die EZB motiviert Unternehmen dazu, sich lieber jetzt noch eine Finanzierung zu günstigen Konditionen zu sichern“, so Zeuner.

Doch so erfreulich die Prognosen der KfW für das Firmenkundengeschäft der Banken ist, besonders ertragreich dürfte dieses Geschäftsfeld für die Institute auch in Zukunft nicht werden. Aufgrund des harten Wettbewerbs, gerade im Firmenkundengeschäft, verdienen Banken dort immer weniger auskömmliche Renditen – trotz der höheren Nachfrage.

Die vierteljährliche Kreditumfrage der Bundesbank zeigte auch im dritten Quartal, dass die Geldhäuser mit sinkenden Margen zu kämpfen haben und ihren Unternehmenskunden Zugeständnisse bei Kreditkonditionen machen.

Längst alarmiert der Konkurrenzkampf die Bankenaufseher, die Wertkorrekturen fürchten, wenn die Firmen im nächsten Abschwung an Kreditwürdigkeit verlieren oder in Zahlungsnöte geraten. Diese Sorge treibt den KfW-Chefvolkswirt weniger um: „Die Unternehmen können sich Fremdkapital leisten. Wir sehen weiterhin einen Trend zu steigenden Eigenkapitalquoten, die Liquiditätsausstattung ist hoch und die Gewinnausschüttungen so niedrig wie seit Jahren nicht mehr“, sagt Zeuner.

Doch mittlerweile sieht er den Höhepunkt der Wachstumsphase erreicht. Der Bedarf an kurzfristigen Krediten, wie sie noch vor einem Quartal sehr gefragt waren, weil die Unternehmen ihre Lagerbestände hochfahren mussten, dürfte weiter zurückgehen. Doch auch das Wachstum der Kredite für Investitionszwecke, also die längerfristigen Darlehen, werde nachgeben. „Beides zusammen dürfte zu einem merklichen Rückgang der Dynamik des Kreditneugeschäfts führen“, so Zeuner.

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