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Kfz-Policen Die richtige Versicherung für Gebrauchtwagen

Der Gebrauchtwagenmarkt boomt in Corona-Zeiten. Welche Kfz-Versicherung am sinnvollsten ist, hängt dabei von mehreren Faktoren ab.
09.09.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Wenn bei einem Fahrzeugtausch das neue Auto hochwertiger ist, sollte es auch besser versichert werden. Quelle: dpa
Gebrauchtwagen

Wenn bei einem Fahrzeugtausch das neue Auto hochwertiger ist, sollte es auch besser versichert werden.

(Foto: dpa)

München Die Zahl hat selbst die Branche überrascht: 747.831 Besitzumschreibungen gab es im Juli am deutschen Gebrauchtwagenmarkt. So viele wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Niemals wurde da die Zahl von 700.000 überschritten. Damit setzt auch in Deutschland ein Trend ein, der zuvor schon in den Niederlanden und in Italien spürbar war.

Weil viele Menschen wegen der Coronakrise nicht in gewohnter Weise in Urlaub fahren, nutzen sie das gesparte Geld für einen Fahrzeugtausch. Das beobachtete Bart Schlatmann, der Chef des neuen Onlineversicherers Allianz Direct bereits vor Wochen. Viele seiner Kunden haben in diesem Jahr ihr bisheriges Auto gegen ein moderneres, umweltfreundlicheres und oft auch größeres Fahrzeug getauscht.

Mit dem Fahrzeugwechsel ergeben sich auch Veränderungen bei der Kfz-Versicherung. Selbst wenn es sich dabei lediglich um einen neuen Gebrauchtwagen handelt. Wer sein Fahrzeug wechselt, will sich damit gewöhnlich im Vergleich zum bisherigen Wagen verbessern.

Weil das neue Auto hochwertiger ist, sollte es aber auch besser versichert werden. In der Regel bedeutet das einen höheren Beitrag als bisher. Allerdings steigt er auch nicht auf ein Niveau wie bei einem Neuwagen. Deren deutlich höherer Anschaffungspreis treibt die Prämien in eine nochmals höhere Dimension.

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    Vollkasko, Teilkasko oder nur Haftpflicht?

    Grundsätzlich stellt sich bei der Kfz-Versicherung die Frage, ob eine einfache Haftpflichtversicherung genügt oder eine teurere Teilkasko- oder Vollkasko-Versicherung nötig ist. Pauschal gilt hier: Die Vollkasko zahlt den fremden und den eigenen Schaden. Die Teilkasko zahlt am eigenen Auto indes nur für Diebstahl, Brand-, Marder- und Unwetterschäden. Von der Haftpflichtversicherung wird lediglich der Unfallgegner entschädigt.

    Entsprechend unterscheiden sich auch die Beiträge von Vollkasko, Teilkasko und Haftpflicht. Die Entscheidung hängt auch immer vom Alter des Fahrzeugs ab. Bei einem Jahreswagen, einem Vorführwagen oder einem jungen Gebrauchten stellt sich die Frage nicht, hier ist die Vollkasko-Versicherung immer die richtige.

    Diese Fahrzeuge sind lediglich ein bis zwei Jahre alt, haben gewöhnlich einen geringen Kilometerstand, sind aber Tausende Euro günstiger als ein Neuwagen. Zudem erfüllen sie die steuergünstigen Euro-6-Abgasnormen, was sie für viele Kunden interessant macht.

    In der Regel bieten Händler für diese Fahrzeuge günstige Finanzierungen oder Leasingkonditionen. Wer sich dafür entscheidet, dem bleibt jedoch häufig keine andere Wahl, als auch hier eine Vollkasko-Versicherung abzuschließen. Die finanzierenden Banken verlangen sie zwangsläufig.

    Grafik

    Anders sieht es aus, wenn der neue Gebrauchtwagen sofort bezahlt wird. Viele Kunden hätten zuletzt ihr altes Fahrzeug in Zahlung gegeben und ihr Urlaubsgeld und gegebenenfalls auch Erspartes für einen Tausch beim Händler genutzt, beobachtet Allianz-Direct-Chef Bart Schlatmann.

    In einem solchen Fall kann jeder Kunde selbst entscheiden, wie er sein Fahrzeug am sinnvollsten versichert. Allerdings sollte hier nicht am falschen Ende gespart werden. Wer einen Unfall verursacht, der bekommt schließlich nichts von der Versicherung, wenn er seinen jungen Gebrauchten lediglich per Haftpflicht oder Teilkasko versichert hat.

    Als Daumenregel gilt hier: Wird das Fahrzeug älter, kann nach vier Jahren über den Wechsel zur günstigeren Teilkasko nachgedacht werden. Ab acht Jahren reicht manchem dann auch die einfache Haftpflicht.

    Das gilt in vielen Fällen auch für die vielen alten Diesel-Fahrzeuge, die sich in den vergangenen Wochen erstaunlich hoher Nachfrage erfreuten. Laut der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) war im Juli jeder dritte gebrauchte Diesel, der den Besitzer wechselte, einer mit Euro Norm 4 oder älter. Diese Norm gilt bereits ab 2005.

    Ganz entscheidend für den Versicherungsbeitrag ist aber das jeweilige Fahrzeugmodell. Jedes ist von den Versicherern einer Typklasse zugeordnet. Bei der Kfz-Haftpflicht gibt es davon 16, bei der Teilkasko 24 und bei der Vollkasko gar 25. Die jeweilige Einstufung hängt davon ab, welche Versicherungsleistungen im vorangegangenen Jahr für geschädigte Dritte bezahlt wurden.

    In der Kaskoversicherung spielt zudem der Wert des Fahrzeugs eine entscheidende Rolle. Je höher die Typklasse, desto teurer waren zuletzt die Schäden, und umso teurer wird es nun für die Besitzer dieser Fahrzeuge.

    SUVs kosten hohe Prämien

    Zuletzt lagen die Prämien vor allem für hochmotorisierte Oberklassefahrzeuge und für SUVs am oberen Ende der Skala, Kleinwagen und ältere Modelle fanden sich weit unten. Die Systematik dahinter ist klar: Ein teures und technisch hochwertig ausgestattetes Fahrzeug verursacht im Fall eines Unfalls höhere Schäden als ein Kleinwagen mit vergleichsweise wenig PS. Zudem werden sie häufiger gestohlen.

    Bislang standen laut dem Branchenverband GDV der Lexus RH 450 H Hybrid AWD, der BMW 730d, der Mercedes GLE 350 D 4matic, der BMW X6 m, aber auch die beiden Tesla-Modelle X 75D und X 90 D ganz oben auf der Typklassen-Liste. Vergleichsweise günstig wird es dagegen bei Kleinwagen wie dem Seat Arona, dem Smart Forfour, dem VW Polo oder dem Renault Twingo.

    Im Einzelfall könnte sich hier in den kommenden Tagen etwas ändern. Die neue Liste der Typklassen veröffentlicht der Branchenverband GDV etwa ab Mitte September. Dann können Fahrzeughalter genau erkennen, ob es für sie ab dem kommenden Jahr teurer oder womöglich gar günstiger wird.

    An der Tendenz wird sich aber nichts ändern. Teure und hochmotorisierte Autos kosten deutlich höhere Prämien als Kleinwagen. Das gilt besonders für die beliebten SUVs, für die sich zuletzt immer mehr Kunden entschieden haben. Sie bewegen sich tendenziell in höheren Typklassen, egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen. Wer in diesen Tagen somit seinen alten Wagen gegen einen größeren Gebrauchten tauscht, der sollten nicht nur darauf achten, ob er sich diesen leisten kann. Sondern auch, ob er anschließend die Versicherungsbeiträge zahlen kann.

    Mehr: Was Besitzer von Elektroautos bei der Versicherung beachten müssen.

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