Kirch-Prozess Deutsche Bank erleidet Rückschlag

Der Streit zwischen der Deutschen Bank und den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch geht heute womöglich in die letzte Runde. Unser Handelsblatt-Reporter berichtet aus dem Gerichtssaal.
Update: 16.11.2012 - 13:41 Uhr 8 Kommentare
Der ehemalige Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende Rolf Breuer am Freitag im Gerichtssaal. Quelle: dpa

Der ehemalige Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende Rolf Breuer am Freitag im Gerichtssaal.

(Foto: dpa)

MünchenIm erbitterten Rechtsstreit mit den Erben des gescheiterten Medienunternehmers Leo Kirch kam es zu einem Überraschungscoup. Die Deutsche Bank erhielt Unterstützung vom ehemaligen Finanzchef von Kirch, Brian Cook. Dieser wollte als Streithelfer hinzukommen. Doch das Gericht lehnte ab. Cook hätte die Einschätzung der Deutschen Bank stützen können, dass die Kirch-Gruppe 2002 in jedem Fall zusammengebrochen wäre. Ein Urteil ist am vorerst letzten Prozesstag aber weiter nicht in Sicht.

Die Bank sei nicht Schuld an der Insolvenz des hoch verschuldeten Medienkonzerns im April 2002 gewesen, teilten Cooks Anwälte dem Oberlandesgericht München mit. Cook war nicht selbst zu der Verhandlung gekommen.

Wie so oft in diesem Verfahren gab es ein zähes juristisches Ringen, ob das Hinzuziehen Cooks rechtlich zulässig ist. Cook hat wegen eines anderen Verfahrens ein persönliches Interesse daran, dass festgestellt wird, dass die Kirch-Gruppe ohnehin zusammengebrochen wäre. Die Kirch-Seite bat darum, die sogenannte Nebenintervention nicht zuzulassen. Richter Guido Kotschy wies den Antrag auf Nebenintervention von Cook zurück.

Die Spannung war groß, als Richter Kotschy die Sitzung eröffnete. Seit zehn quälend langen Jahren zieht sich der Streit zwischen der Deutschen Bank und dem inzwischen gestorbenen Medienunternehmer Leo Kirch und seinen Erben schon hin. Doch jetzt geht die Dauerfehde in die entscheidende Phase.

Richter Kotschy hat eine Bestandsaufnahme für diesen Tag angekündigt. Er hat zuletzt keinen Hehl daraus gemacht, dass der Deutschen Bank eine Verurteilung zu einer hohen Schadensersatzsumme droht. Seit Monaten drängt der Richter daher auf einen Vergleich. Doch nach mehreren gescheiterten Anläufen will die Deutsche Bank davon derzeit bislang nichts wissen.

Der Gerichtssaal 401 unter dem Dach des Münchener Oberlandesgerichts ist gut gefüllt. Vor Beginn der womöglich letzten Verhandlung steht Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer, der mit abfälligen Aussagen über die Kreditwürdigkeit Kirchs im Jahr 2002 das Justizdrama ausgelöst hat, mit gefalteten Händen und ernster Miene neben den Anwälten der Deutschen Bank.

Kirch stand das Wasser bis zum Hals
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8 Kommentare zu "Kirch-Prozess: Deutsche Bank erleidet Rückschlag"

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  • Wenn so jemand die Nase in fremder Leute Daten steckt:
    Kuckuksei - Clifford Stoll!

  • LOGISCH: Die spionieren sowehl die Parteispenden von PRIVATPersonen aus als auch Privatenetnehman aus Selbständigen-Geschäftskonten Mitte der 1990er die allein aus dem Zweck getätigt werden die mit der "Life AG" einem Schneeballsystem verbundene Luet in den Kreditkarten- Zentralen ausfindig zu machen welche gegen das BANKGEHEIMNIS verstoßen.

    Das ist das schöne an versuchter Erpressung (am besten mittels kontsruierter "Bewese") anhand der Rückschlüsse auf die Erpresser deutlich werden.

    Empfehle CHRONOLGISCHE ANORDNUNG der "Beweise".

  • Ich bin schon lange nicht mehr Kunde der Deutschen Bank. Inkompetenz und Arrganz über alle Hierarchiestufen scheint das vorherrschende Merkmal der Mitarbeiter zu sein. Die Aktienkursentwicklung von minus 50% in diesem Jahrtausend kennzeichnet die Leiszungsfähigkeit der Bank hinreichend. Mit einer Eigenkapitalquote von 2,5% dreht die Bank ein riesiges Rad,mit den entsprechenden Risiken. Ein Tante-Emma-Laden wäre mit dieser Kapitalstruktur mit Sicherheit nicht kreditwürdig.
    Ein anderes Kennzeichen der Seriosität der Deutschen Bank: Nach Maßgabe des jährlchen Gewinns braucht die Deutsche Bank 270 (!) Jahre, um ihre Schulden abzuzahlen. (Fragen Sie mal bei der Bank, ob Sie eine solche Hypothek bekommen könnten.) Für dieses erfolgreiche Wirtschaften genehmigen sich die Bänker Millionen an Gehältern und Boni! Das von interessierten Kreisen etablierte Recht der Aktionäre erlaubt solche skandalösen Zustände.
    Das Schlimmste ist jedoch, daß Sie und ich für das dilettantische Wirtschaften dieser Bänker haften, weil nach der (offensichtlich geschmierten) Meinung der Politiker die Deutsche Bank "systemrelevant" ist. Dies ist sicher richtig für das System des Politikerklüngels. Aber für die produktiven Mitglieder der deutschen Gesellschaft ist die Deutsche Bank vielemehr eine schere Bürde und ein großes Risiko.
    Dasselbe gilt z. B. für die Commerzbank, für deren Mißwirtschaft Sie und ich schon heute durch unsere fürsorgenden Volksvertreter in tatsächliche Haftung genommen wurden.

  • a propos Querschu&SZlig; ...

    http://littlegreenfootballs.com/article/30602_Reality_vs._Photoshop

  • meiner Meinung nach hätte das Gericht gegen die Kirch-Gruppe in den letzten 10 Jahren wegen Insolvenzverschleppung verhandeln sollen und nicht gegen einen Bänker der sagt dass es auf unveränderter Basis kein Geld mehr gibt.
    Man sollte mal an die Gläubiger der Kirch-Gruppe denken.

  • Der Richter muss sich nur ansehen, wie die Deutsche Bank im Osten Deutschlands viele Städte mit betrügerischen Zertifikaten überzogen hat. Die Glaubwürdigkeit dieser Bank tendiert zu Null!

  • Der Zeuge behauptet, was er in einem anderen Prozess erst beweisen muss. Das ist ja Winkeladvokatik feinster Sorte, was die Deutsche Bank hier bietet. Erfolg wird sie damit höchstwahrscheinlich nicht haben.

  • Es ist doch wesentlich wirtschaftlicher einem Herrn Brian Cook zehn oder zwanzig Millionen zu zahlen, als eine wesentlich höhere Summe an die Kirch-Erben.
    Bernd Gregorzewski

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