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Kommentar Banker müssen sich auf magere Zeiten einstellen – das ist eine gesunde Entwicklung

Deutschlands Banker haben lange überdurchschnittlich gut verdient. Jetzt holt die Realität die Branche ein – und das ist eine Chance.
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Niedrigzinsen belasten die Erträge, die Digitalisierung bedroht das Geschäft. Quelle: dpa
Frankfurter Skyline im Abendrot

Niedrigzinsen belasten die Erträge, die Digitalisierung bedroht das Geschäft.

(Foto: dpa)

Hört man sich aktuell in Frankfurt um, erlebt man eine zutiefst verunsicherte Branche. Die Niedrigzinsen belasten die Erträge, die Digitalisierung bedroht das Geschäft, und die Schwäche der Großbanken beflügelt Fusionspläne. Dennoch wäre es verfrüht, von einer Branche in Endzeitstimmung zu sprechen. Neue Gehaltszahlen räumen mit gleich drei populären Mythen auf.

Mythos eins: Deutsche Banker sind im Vergleich zum Ausland stark unterbezahlt. Das galt vielleicht noch zur Jahrtausendwende, doch seither kam es zu einer Angleichung. Im Schnitt stieg die Vergütung in der Finanzbranche stärker als in der Realwirtschaft – trotz fallender Aktienkurse und neuer Boni-Deckel.

Dass in London und New York absolut weiter mehr verdient wird, ist gerechtfertigt. Dort gibt es keinen Kündigungsschutz, und die Banken verdienen mehr.

Mythos 2: Die Investmentbanker machen weiter wie vor der Finanzkrise. Auch dieses Urteil ist vorschnell. Im Vergleich zu 2005 verdienen Investmentbanker heute immer noch deutlich weniger. Dafür fuhren ihre Kollegen im Privatkundengeschäft deutlich mehr ein.

Mythos 3: Der Brexit bringt neuen Schub für Frankfurt. Wie groß war die Hoffnung nach dem Austrittsvotum der Briten. Zehntausende Jobs sollten von der Themse an den Main wandern.

Als die Zahl der Brexit-Flüchtlinge immer weiter schrumpfte, hieß es: Zumindest die Gehälter steigen deutlich. Auch das erweist sich nun als Trugschluss. Die Brexit-Banken brauchen nur wenige hochbezahlte Spezialisten.

Tatsächlich verbirgt sich in den Zahlen eine unangenehme Wahrheit: Das Gros der deutschen Banker muss in Zukunft mit Stagnation und Gehaltseinbußen rechnen. Das ist ein Weckruf für eine lange verwöhnte Branche.

Im Vergleich zur übrigen Wirtschaft war der Finanzsektor viele Jahre lang überdehnt. Die Spätfolgen der Finanzkrise und die Digitalisierung sorgen dafür, dass sich das ändern wird. Letztlich ist das eine unvermeidliche und gesunde Entwicklung.

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