Kommentar Der Verkauf griechischer Anleihen ist alternativlos

Deutsche Banken haben griechische Staatsanleihen abgestoßen. In dieser Handlung könnte man ein Zeichen mangelnder Solidarität sehen. Das ist es aber nicht.
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Oliver Stock kommentiert den Verkauf griechischer Anleihen. Quelle: Pablo Castagnola

Oliver Stock kommentiert den Verkauf griechischer Anleihen.

(Foto: Pablo Castagnola)

Niemand, der anderer Leute Geld verwaltet oder etwa seinen Aktionären Rechenschaft schuldig ist, kann es derzeit verantworten griechische Staatspapiere in größerem Stil in seinem Depot zu haben.

Die Geldhäuser stehen in der Pflicht zum Wohl ihrer Interessengruppen zu handeln. Das sind Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Alles, was sie schädigt, müssen sie unterlassen. Deshalb lautet die Devise: Raus aus griechischen Staatsanleihen.

Griechenland wird die Finanzkrise nicht ohne einen Schnitt bei seinen Schulden überleben. Die Hoffnungen, dass sich das Land selbst aus der Krise spart, müssen auch Optimisten nach einem Jahr des Zuschauens und Hoffens begraben. Die Frage ist nur, wann dieser Schnitt kommt und wie hart er ausfällt. Wenn deswegen Versicherer und Banken die Anleihen meiden, spitzen sie die Situation zwar zu. Aber sie verkürzen damit auch die Zeit bis zu dem Tag, an dem die unvermeidliche Umschuldung kommen wird. Das tut weh, aber es ist der richtige Weg.

So gesehen handeln die deutschen Geldhäuser nicht nur im Sinne ihrer Investoren, wenn sie sich aus Griechenland verabschieden, sondern sie tragen auch dazu bei, eine notwendige Entwicklung zu beschleunigen. Europa wird das aushalten müssen.


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5 Kommentare zu "Kommentar: Der Verkauf griechischer Anleihen ist alternativlos"

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  • Es ist doch vollkommen egal, ob deutsche Banken Griechenlandanleihen verkaufen oder nicht. Aus der Sicht von Griechenland bleiben es nach wie vor Schulden; nur eben gegenüber einem anderen Gläubiger.

    Wesentlich sind die Fragen: zu welchen Preisen haben die deutschen Banken verkauft und an wen? Wenn sie an die EZB zu nahezu 100% verkauft haben, dann ist das ein Vergehen am Steuerzahler. Wenn sie "im Markt" (beispielsweise zu 60%)verkauft haben, dann ist das eine ganz normale Geschäftstransaktion.

    Klaus Kastner, Österreich

  • Das kleine Manko an dem Ganzen - sie verkauften an wen? Richtig, an EZB! Der schwarze Peter ist jetzt in der Zentralbank, die wiederum darauf besteht, dass die Regierungen das Risiko von ihr nehmen bzw. die einzelnen EU-Mitgliedsländer die Schulden bedienen. "Länder", verstehe ihre Steuerzahler. Jede Familie muss ab jetzt schon paar tsd Euro dafür auf die Seite legen, denn die Quittung kommt...Entweder als hohe Steuern, oder als schlechte Infrastruktur, Sozialleistungen etc.

  • Leider vergessen Sie eines Herr Stock:
    Alle genannten Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter sind auch Steuerzahler und sitzen nunmehr doch wieder mit im Boot der Zahler.
    Einziger Unterschied: Der abzuschreibende Betrag wird auf mehr Schultern verteilt.
    Sie haben eine rein betriebswirtschaftliche Sicht gezeigt und vernachlässigen völlig die volkswirtschaftlichen Auswirkungen.
    Das ist der Grund, warum so viele Leute in Deutschland dermaßen wütend sind auf Banken und andere Finanzinstitutionen.

  • es stimmt schon das die Geldhäuser oder Versicherung ihren Alegern verpflichtet sind. Man könnte auch sagen die Ratten verlassen das sinkende Schiff.
    Ein Sprichwort der Dakota-Indianer sagt: "Wenn du ein totes Pferd reitest, dann steige ab".

  • Der Verkauf durch die Banken ist, wie der Autor sagt, absolut notwendig. Aber auch die verantwortlichen deutschen Politiker machen sich der Untreue strafbar, wenn sie sehenden Auges deutsches Steuergeld nach Griechenland überweisen im Bewusstsein, dass dieses Geld nie zurück bezahlt werden kann! Aber Dr.-100.000-DM-Schäuble hat es mit dem Gesetz noch nie so genau genommen.

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