Kommentar Der Wandel bei Goldman Sachs ist dringend nötig

Unter dem neuen CEO David Solomon verlieren die Händler die Macht bei Goldman Sachs und müssen den Investmentbankern Platz machen – eine konsequente Entscheidung.
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Die jüngsten Personalentscheidungen zeigen, wer demnächst das Sagen bei der mächtigsten Investmentbank hat. Quelle: Reuters
Schriftzug von Goldman Sachs

Die jüngsten Personalentscheidungen zeigen, wer demnächst das Sagen bei der mächtigsten Investmentbank hat.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Händler wurden ausgespielt. Am 1. Oktober tritt der designierte CEO von Goldman Sachs offiziell seinen Posten an. Mit seinen jüngsten Personalentscheidungen hat David Solomon nun gezeigt, wer demnächst das Sagen bei der mächtigsten Investmentbank hat: Die Händler verlieren die Macht und müssen den Investmentbankern Platz machen.

Den Posten des Präsidenten und COO übernimmt der bisherige Co-Leiter der Investmentbanking-Abteilung John Maldron. Damit steigt er de facto zum Vize von Solomon auf. Neuer Finanzvorstand wird Stephen Scherr, der bisherige Leiter des Geschäftsbereichs Consumer & Commercial Banking.

Ein Wandel ist bei Goldman Sachs dringend nötig. Die Bank hat zwar die Finanzkrise überstanden. Aber vor allem das einst so profitable Handelsgeschäft mit Wertpapieren, Rohstoffen und Währungen hat sich nie richtig erholt.

Neue Regulierung, ruhigere Märkte und vorsichtigere Kunden haben das aggressive Trading früherer Zeiten schwierig gemacht: Setzten Goldman-Händler im Jahr 2009 noch 33 Milliarden Dollar um, lag diese Zahl 2017 nur noch bei zwölf Milliarden Dollar. Das schlechteste Ergebnis aller Zeiten. Es ist also nur konsequent, dass die Händler nicht mehr die Linie bestimmen.

Goldman Sachs ist eine Bank auf der Suche nach einer neuen Identität. Zuletzt wollte sie auch in die Kryptowelt vorstoßen. Doch die Pläne für eine eigene Handelsplattform für Kryptowährungen hat Goldman jüngst wieder gestoppt. Mit seiner Onlinebank „Marcus“ ist Goldman vor zwei Jahren ins Privatkundengeschäft mit Krediten und Sparkonten eingestiegen. Marcus soll auch in Zeiten von mangelnden Fusionen und Übernahmen stetes Einkommen sichern.

Das M&A-Geschäft, in dem Goldman heute die Nummer eins weltweit ist, wird auch in Zukunft wichtig sein. Das zeigen die jüngsten Personalien. Ansonsten scheint weniger Adrenalin und mehr solide Langeweile angesagt. Das ist auch gut so.

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