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Komplexer Zukauf in den USA Deutsche-Börse-Chef Weimer stemmt ersten großen Deal

Die Deutsche Börse kauft die US-Softwarefirma Axioma und holt parallel einen Finanzinvestor ins Boot. Unter dem Strich muss der Konzern so kein Geld auf den Tisch legen.
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Der Börsenbetreiber setzt keine Barmittel für den Kauf von Axioma ein. Quelle: dpa
Deutsche Börse

Der Börsenbetreiber setzt keine Barmittel für den Kauf von Axioma ein.

(Foto: dpa)

Berlin Seine Bereitschaft zu großen Übernahmen hat Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer deutlich zum Ausdruck gebracht. „Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorne bringen“, sagte er im November im Handelsblatt-Interview. Fünf Monate später hat Weimer nun seinen ersten großen Deal eingefädelt – und der ist äußert komplex.

Der Dax-Konzern kauft für 850 Millionen Dollar den US-Konzern Axioma, der für Profi-Investoren Softwarelösungen für das Portfolio- und Risikomanagement anbietet. Die Neuerwerbung bringt die Deutsche Börse zusammen mit ihrem Indexgeschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen ein. An diesem beteiligen sich der US-Finanzinvestor General Atlantic mit rund 715 Millionen Dollar sowie einige Axioma-Manager mit über 100 Millionen Dollar. Unter dem Strich erfordere der Deal damit „keinen Einsatz von Barmittel für die Deutsche Börse“, erklärte das Unternehmen am Dienstagabend.

„Diese Transaktion ist für unser Vorhandelsgeschäft ein wichtiger Schritt“, sagte Weimer. Der seit Anfang 2018 amtierende Vorstandschef gibt durch das Geschäft die alleinige Kontrolle über das Indexgeschäft der Deutschen Börse auf, zu dem bekannte Leitindizes wie der Dax und der Euro Stoxx 50 gehören. Die Sparte wird im Rahmen des Deals mit 2,6 Milliarden Euro bewertet.

Auf der anderen Seite schont Weimer durch die gewählte Konstruktion die Barreserven des Unternehmens – und hat folglich Spielraum für weitere Übernahmen. Dafür könnte die Deutsche Börse aus eigener Kraft maximal 1,5 Milliarden Euro ausgeben. Für noch größere Zukäufe müsste der Konzern bei Investoren frisches Kapital einsammeln, was nach Einschätzung von Weimer aber ebenfalls kein Problem wäre.

Erst kooperieren, dann fusionieren

Axioma wurde 1998 gegründet und bietet cloudbasierte Software- und Datenangebote für institutionelle Investoren an. Zu den gut 400 Kunden zählen Asset Manager, Hedgefonds und andere Investoren. Die Deutsche Börse und die New Yorker Firma kooperieren bereits seit 2011 und haben zusammen unter anderem ETF-Produkte entwickelt.

Durch ihren Zusammenschluss wollen beide Unternehmen nun einen führenden Informationsanbieter für institutionelle Investoren schaffen – mit einer breiten Palette an Index- und Analyseprodukten. Damit wollen sie noch stärker von dem Trend profitieren, dass Anleger rund um den Globus immer mehr Geld in passive Produkte stecken. Diese werden nicht von Fondsmanager aktiv gemanagt, sondern orientieren sich an der Wertentwicklung von Indizes wie dem Dax.

Deutsche-Börse-Vorstand Stephan Leithner sprach von einer „hochgradig komplementären Kombination“. Denn bei den Produkten beider Firmen gibt es kaum Überschneidungen. Und auch geographisch ergänzen sich beide Unternehmen gut: Das Indexgeschäft der Deutschen Börse ist vor allem in Europa stark, Axioma in Amerika.

Die neuen Partner gehen davon aus, dass der Umsatz und der Betriebsgewinn des zusammengeschlossenen Unternehmens in den kommenden Jahren deutlich steigen werden. Bis Ende 2021 erwarten sie Synergieeffekte von rund 30 Millionen vor Steuern.

Die Transaktion stehe im Einklang mit der 2018 verabschiedeten Strategie, die neben organischem Wachstum auch Zukäufe und Investitionen in Zukunftstechnologien vorsehe, betonte Börsen-Chef Weimer. Da noch reichlich Geld zur Verfügung ist, wird es vermutlich nicht Weimers letzter Deal bleiben.

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